Über Frisuren

Bemerkungen von Maskenbildner Jens Bartram

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Wir versuchen bei einer Verfilmung mit historischem Hintergrund, die Figuren in ihrer Zeit widerzuspiegeln. Aber wir sind nicht verpflichtet, den Stil der betreffenden Zeit oder Epoche hundertprozentig getreu umzusetzen, sondern wir haben die Freiheit, damit zu spielen. Als Beispiel möchte ich die Rolle der Alma Mahler nennen, die von der Frisur eher bieder daherkommt. Wir haben jedoch eine Frisur aus der Belle Époque gewählt, die besser zu dem Charakter passt, der dargestellt werden sollte. Die Frisur unterstreicht ihren Charakter als Femme fatale und sie unterscheidet sich von den jungen Frauen mit ihren kurzen Haaren.

ZDF/Julia Terjung
Dörte Helm (Anna Maria Mühe, M.) fotografiert die Versammlung der Arbeiter im Volkshaus.

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Was mich und meine Kolleginnen gereizt hat, war, dass Frisuren und Haartrachten eine große Rolle in der damaligen Zeit gespielt haben. Die Emanzipation der Frau, demonstriert durch das Abschneiden der langen Haare, ist für uns heute nicht mehr ganz nachvollziehbar. Das war auch das Thema, das bei der Figur der Dörte Helm (Anna Maria Mühe) eine große Rolle spielte. Denn der einfache Bob-Schnitt, den Dörte Helm tatsächlich trug, war zu simpel und entsprach nicht der Aussage, die die Rolle verkörpern sollte. Für die damalige Zeit eine Revolution, für heute eher nichts Besonderes. Also versuchten wir einen asymmetrischen Schnitt: eine Seite kürzer, die andere etwas länger gelassen und das Ganze leicht gelockt. Unsere Absicht war, der Figur einen dynamischen Ausdruck zu verleihen, und es sollte auch einen Bezug zu heute geben.

ZDF/ZDF/Zero One Film/Constanin Television/Nadcon/Anke Neugebauer
Walter Gropius (August Diehl, M.) stellt dem Meisterrat (v.l.n.r. Ernst Stötzner, Imogen Kogge, Patrick Güldenberg, Johanna Orsini-Rosenberg, Max Hubacher, Sven Schelker) seine Pläne für das Haus Sommerfeld vor, an dessen Bau er die Studenten beteiligen möchte.
ZDF/Anke Neugebauer
Dörte (Anna Maria Mühe, M.) beginnt sich zu verändern. Das Bauhaus und sein freier Geist wirken sich auf sie aus: sie trägt nun kurzes Haar und Hosen.
ZDF/ZDF/Zero One Film/Constanin Television/Nadcon/Anke Neugebauer
Die Meister Laszlo Moholy-Nagy (Alexandru Cirneala, l.), Helene Börner (Imogen Kogge, M.) und Gerhard Marcks (Patrick Güldenberg, r.) diskutieren über den Vorschlag von Gropius, eine Ausstellung zu organisieren.
  1. Das auf dieser Seite veröffentlichte Statement wurde der Seite https://presseportal.zdf.de/presse/dieneuezeit (Stand: 2.9.2019) entnommen.

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