Im Fokus
Frauen am Bauhaus

Das 1919 in Weimar eröffnete Bauhaus gab zahlreichen jungen Frauen die Möglichkeit, ihnen bislang verschlossene Berufsfelder zu erlernen. Unter ihnen Künstlerinnen und Kunsthandwerkerinnen, die einen neuen, selbstbewussten Typ Frau verkörperten und ihr Recht auf künstlerische Selbstverwirklichung einforderten.

Bauhaus-Archiv Berlin / Phyllis Umbehr / Kicken Gallery / VG Bild-Kunst, Bonn 2020.

Anni Albers

Eigentlich wollte Anni Albers Malerin werden. Doch es war der Webstuhl, an dem sie am Bauhaus künstlerische Freiheit fand.

Bauhaus-Archiv Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn 2020.

Gertrud Arndt

Erst bei ihrer Ankunft am Bauhaus erfuhr Arndt, dass man hier nicht Architektur studieren konnte. Also wurde sie Weberin. Doch insgeheim schlug ihr Herz für die Fotografie.

Bauhaus-Archiv Berlin / unbekannt.

Irene Bayer

Bayer war die rechte Hand ihres Mannes, dem Werbegrafiker Herbert Bayer. Ihre eigenen fotografischen Arbeiten dokumentieren den Bauhaus-Alltag und die Lebensfreude vieler Bauhäusler.

Bauhaus-Archiv Berlin.

Lotte Beese

Beese war die erste Frau, die in der Bauabteilung des Dessauer Bauhauses studierte. Nach Abschluss des Studiums arbeitete sie als gefragte Architektin.

Bauhaus-Archiv Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn 2020.

Otti Berger

Nach Gunta Stölzl leitete Berger interimsmäßig die Weberei. Später eröffnete sie in Berlin ihr eigenes „Textil-Atelier“, erhielt als Jüdin aber bald Berufsverbot. Otti Berger starb 1944 in Auschwitz.

Bauhaus-Archiv Berlin.

Lis Beyer-Volger

Beyer schuf eines der wenigen Kleidungsstücke am Bauhaus: Ein geometrisch geschnittenes Kleid in verschiedenen Blautönen, das knapp über dem Knie endete – skandalös für das Jahr 1928.

Bauhaus-Archiv Berlin.

Irena Blühová

Blühová war eine der wenigen Studierenden am Bauhaus, die sich mit Sozialfotografie beschäftigten. Bereits vor ihrem Studium warf die Slowakin einen kritischen Blick auf das Leben ihrer Mitmenschen.

Bauhaus-Archiv Berlin.

Marianne Brandt

László Moholy-Nagy erkannte schon früh ihr einzigartiges Talent. Durch ihn angeregt, studierte Brandt in der Männerdomäne Metallwerkstatt – und war erfolgreicher als manch einer ihrer Kommilitonen.

Bauhaus-Archiv Berlin / Alexandra Hildebrandt.

Friedl Dicker

Sie hatte ihr Leben der Kunst und der Kunsterziehung gewidmet – selbst im Konzentrationslager Theresienstadt schenkte sie Kindern damit ein Stück heile Welt. Friedl Dicker starb 1944 in Auschwitz.

Bauhaus-Archiv Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn 2020.

Ise Gropius

Von Gropius wurde sie liebevoll „Frau Bauhaus“ genannt. Ise Gropius war Lektorin, Sekretärin und für den Bauhaus-Gründer eine Partnerin auf Augenhöhe.

Bauhaus-Archiv Berlin.

Karla Grosch

Nach ihrer Ausbildung bei der Tänzerin Gret Palucca wurde Grosch vom Bauhaus als Gymnastiklehrerin engagiert. Legendär ist ihr Mitwirken in Aufführungen der Bühnenklasse.

Bauhaus-Archiv Berlin.

Gertrud Grunow

Die Musikerin hatte eine eigene Musikpädagogik entwickelt, die sich mit der gleichberechtigten, harmonischen Nutzung aller Sinne beschäftigte. Ihren Unterricht besuchten Studenten und auch Meister.

Bauhaus-Archiv Berlin / unbekannt.

Margarete Heymann-Loebenstein

Am Bauhaus hielt man Heymann-Loebenstein zwar für begabt, doch für die Keramikwerkstatt ungeeignet. Ihre keramischen Haël-Werkstätten wurden später ein erfolgreiches Unternehmen.

Bauhaus-Archiv Berlin / unbekannt.

Grit Kallin-Fischer

Kallin war neben Marianne Brandt eine der wenigen Frauen in der Metallwerkstatt des Bauhauses. Doch sie zeigte vor allem für die Fotografie ein großes Talent.

Bauhaus-Archiv Berlin / unbekannt.

Judit Kárász

Kárász gehörte zu den wenigen Studierenden, die sich mit Sozialfotografie befassten. Mit ihrer Kamera wagte sie einen Blick hinter die Kulissen des bürgerlichen Lebens und dokumentierte das Leben in Armut und sozialer Ausgrenzung.

Nachlass Erich Braunsperger.

Ida Kerkovius

Kerkovius kam als ausgebildete Malerin ans Bauhaus Weimar. Hier lernte die Meisterschülerin Adolf Hölzels unter anderem bei Itten, der zuvor in Stuttgart zu ihren Schülern zählte.

v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel / Reproduktion im Bauhaus-Archiv Berlin / unbekannt.

Benita Koch-Otte

Benita Koch-Otte zählt zu den begabtesten Studentinnen der Bauhaus-Weberei und führenden Weberinnen der deutschen Moderne. Ab 1925 leitete sie die Weberei an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle.

unbekannt.

Corona Krause

Mit gerade einmal 18 Jahren war Corona Krause ans Bauhaus in Weimar gekommen. Hier studierte sie in der Weberei und wurde später Textil- und Modedesignerin.

Potsdam Museum / unbekannt.

Magda Langenstraß-Uhlig

Bereits 1919 stellte sie Seite an Seite mit Kurt Schwitters in der Berliner Sturm-Galerie aus. Langenstraß-Uhlig schuf ein umfangreiches expressionistisches und teilweise vom Bauhaus inspiriertes Werk, das heute nur noch wenige kennen.

Heinrich P. Mühlmann / Nachlass Margaret Camilla Leiteritz.

Margaret Leiteritz

Zusammen mit Hans Fischli gewann Leiteritz am Bauhaus den Wettbewerb für die „bauhaustapete“, aus dem die noch heute produzierte Bauhaus-Kollektion der Tapetenfabrik Gebr. Rasch, Bramsche, hervorging.

Bauhaus-Archiv Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn 2020.

Wera Meyer-Waldeck

Für das Bauhaus hatte sie fast die gesamte Innenausstattung der ADGB-Bundesschule in Bernau entworfen. Doch erst in den 1950er-Jahren machte sie sich als Architektin und Innenarchitektin einen Namen.

Bauhaus-Archiv Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn 2020.

Lucia Moholy

Moholys Aufnahmen des Bauhausgebäudes, der Meisterhäuser und der Bauhausprodukte prägten das Image der Kunstschule nachhaltig.

Rasch-Archiv, Bramsche / unbekannt.

Maria Rasch

Nach ihrer Zeit am Bauhaus stellte sie den Kontakt zum Unternehmen ihrer Familie, der Firma Gebr. Rasch Bramsche, her. Bis heute führt die Firma die am Bauhaus entworfenen Tapetendesigns.

Bauhaus-Archiv Berlin / unbekannt.

Lilly Reich

Sie war die Frau neben Ludwig Mies van der Rohe. Als Leiterin der Ausbauwerkstatt war Lilly Reich ab 1932 die zweite offizielle Bauhausmeisterin.

Bauhaus-Archiv Berlin.

Margaretha Reichardt

Reichardt fertigte einen strapazierfähigen und besonders festen „Eisengarn“-Stoff, der zur Bespannung der Stahlrohrmöbel von Marcel Breuer verwendet wurde.

Bauhaus-Archiv Berlin.

Lou Scheper-Berkenkamp

Lou Scheper entwickelte eine sehr individuelle künstlerische Sprache und schuf ein enorm facettenreiches Werk. Sie vertrat die Auffassung, dass nicht alle Gestaltung funktionell zu sein hat.

Bauhaus-Archiv Berlin.

Ricarda Schwerin

Mit dem Handwerkszeug aus der Reklameabteilung am Bauhaus gründeten die beiden aktiven Kommunisten Ricarda und Heinz Schwerin in Prag ihr Reklamebüro Hammer und Pinsel.

Bauhaus-Archiv Berlin / unbekannt.

Alma Siedhoff-Buscher

Alma Buscher entwickelte am Bauhaus kindgerechtes Spielzeug, das sowohl die Möglichkeit der Nachahmung als auch der freien kreativen Entfaltung bietet. Ihr „Kleines Schiffbauspiel“ wird bis heute produziert.

Stiftung Bauhaus Dessau (I 44190) / Depositum: Stöhr, Wilma.

Irmgard Sörensen-Popitz

Auf der Suche nach Gleichgesinnten kam die ausgebildete Malerin und Grafikerin ans Weimarer Bauhaus. Ob als Studentin, Werbegrafikerin oder freie Malerin: Abstraktion war das prägende Stilmittel ihrer Arbeiten.

Manfred Metzner, Nachlass Ré Soupault / VG Bild-Kunst, Bonn 2020.

Ré Soupault

„Da wollte ich mitmachen.“ Für Ré Soupault war schon früh klar, dass sie ans Bauhaus gehörte. Ihr Lebensweg führte sie schließlich mit den wichtigsten Zeitgenossen der modernen Avantgarde zusammen.

Bauhaus-Archiv Berlin / Estate Grete Stern, Courtesy Galería Jorge Mara – La Ruche.

Grete Stern

Als Walter Peterhans ans Bauhaus berufen wurde, kauften ihm seine Schülerinnen Grete Stern und Ellen Auerbach die gesamte Ausrüstung ab. Als ringl+pit machten sie Furore in der Berliner Reklamewelt.

Bauhaus-Archiv Berlin / unbekannt.

Gunta Stölzl

Gunta Stölzls Affinität für die Weberei und für das Textile brachten sie so weit, dass sie erst als Werkmeisterin und schließlich als Leiterin die Weberei am Bauhaus in Dessau übernahm.

Bauhaus-Archiv Berlin / unbekannt.

Elsa Thiemann

Einige Bauhaus-Studenten wurden weltberühmt – viele andere blieben weitgehend im Verborgenen. Zu ihnen zählt die Fotografin Elsa Thiemann, die am Bauhaus vollkommen untypische Tapeten entwarf.

Museum of Contemporary Art Zagreb / The Avantgarde Museum.

Ivana Tomljenović

„Viel Glück, Bauhaus und Berliner Kameraden, wir sehen uns nach der Revolution“, so reflektierte Tomljenović in einer Fotocollage ihren Rauswurf vom Bauhaus.