Im Fokus
Frauen am Bauhaus

Das 1919 in Weimar eröffnete Bauhaus gab zahlreichen jungen Frauen die Möglichkeit, ihnen bislang verschlossene Berufsfelder zu erlernen. Unter ihnen Künstlerinnen und Kunsthandwerkerinnen wie Marianne Brandt, Florence Henri, Grete Stern und Otti Berger, die einen neuen, selbstbewussten Typ Frau verkörperten und ihr Recht auf künstlerische Selbstverwirklichung einforderten.

Die Bauhaus-Designerin Alma Siedhoff-Buscher

Radio | Deutschlandfunk, Kalenderblatt vom 25.9.2019

Sie war handwerklich begabt und voller Talent: Alma Siedhoff-Buscher begann in den 1920er-Jahren ihre Ausbildung im Staatlichen Bauhaus in Weimar. Sie wurde zur Gestalterin zweckmäßiger Möbel und reformpädagogischen Spielzeugs. Heute vor 75 Jahren starb sie bei einem Bombenangriff.

Bauhausfrauen – Vergessene Pionierinnen einer Kunstbewegung

ZDF | veröffentlicht am 12.4.2019

1919 öffnete das Staatliche Bauhaus in Weimar seine Pforten. Lange unterschätzt und wenig beachtet haben Frauen dort maßgeblich zur Erfolgsgeschichte der Kunsthochschule beigetragen.

Bauhausfrauen

Das Erste | ausgestrahlt am 13.2.2019

Die Geschichte des Bauhauses ist eine männliche. Bis heute stehen Künstlerinnen im Schatten ihrer Kollegen. Der Film zeigt visionäre Frauen, die zwischen versprochener Gleichberechtigung und alten Rollenbildern standen.

Frauen am Bauhaus – die unterschätzten Meisterinnen

Das Erste | ttt | veröffentlicht am 10.2.2019

Radikal neu wollte das Bauhaus sein. Eher traditionell blieb es in seinem Rollenverständnis. Das zeigt der Blick auf das Leben und Schaffen der Bauhaus-Frauen im Jubiläumsjahr. Ein Einblick in neue Bücher und Filme.

Ise Gropius – Partnerin auf Augenhöhe

Radio | Deutschlandfunk Kultur, Fazit vom 2.1.2019

Anfang der 1920er-Jahre wird die 26-jährige Ise Frank vom Bauhaus-Virus „infiziert“. Sie hört einen Vortrag von Bauhaus-Direktor Walter Gropius, heiratet ihn und wird die „PR-Frau“ der Schule. Oder, wie ihr Ehemann sagt: „Mrs. Bauhaus“.

Frauen im Bauhaus – Verdrängte Schöpfung

Radio | Deutschlandfunk Kultur, Fazit vom 1.1.2019

Frauen stellten die Mehrheit der Studierenden am Bauhaus, dann wurden sie in Nischen abgedrängt. Dort zeigten sie ihr Können, doch den Platz in den Geschichtsbüchern nahmen die Männer ein. Wir stellen ab heute täglich eine Bauhaus-Pionierin vor.


Wer studierte am Bauhaus?

Aus den offiziellen Akten und Unterlagen lassen sich 1.253 Personen ermitteln, die als Studierende das Bauhaus besuchten. Darunter waren zwar deutlich mehr Männer als Frauen – aber mit über einem Drittel ist der Anteil weiblicher Studierender höher, als man vor dem Hintergrund der damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse erwarten würde.
Wir stellen einige Frauen vor.

Bauhaus-Archiv Berlin / © VG Bild-Kunst, Bonn 2017.

Gertrud Arndt

1923–1928 Studierende am Bauhaus / 1929–1932 Hospitantin (?) am Bauhaus

Erst bei ihrer Ankunft am Bauhaus erfuhr Arndt, dass man hier nicht Architektur studieren konnte. Also wurde sie Weberin. Doch insgeheim schlug ihr Herz für die Fotografie.

Bauhaus-Archiv Berlin / © unbekannt.

Irene Bayer

1924–1928 Fotografin

Bayer war die rechte Hand ihres Mannes, dem Werbegrafiker Herbert Bayer. Ihre eigenen fotografischen Arbeiten dokumentieren den Bauhaus-Alltag und die Lebensfreude vieler Bauhäusler.

Bauhaus-Archiv Berlin.

Lotte Beese

1926–1929 Studierende am Bauhaus

Beese war die erste Frau, die in der Bauabteilung des Dessauer Bauhauses studierte. Nach Abschluss des Studiums arbeitete sie als gefragte Architektin.

Bauhaus-Archiv Berlin.

Lis Beyer-Volger

1923–1929 Studierende am Bauhaus

Beyer schuf eines der wenigen Kleidungsstücke am Bauhaus: Ein geometrisch geschnittenes Kleid in verschiedenen Blautönen, das knapp über dem Knie endete – skandalös für das Jahr 1928!

Bauhaus-Archiv Berlin.

Irena Blühová

1931–1932 Studierende am Bauhaus

Blühová war eine der wenigen Studierenden am Bauhaus, die sich mit Sozialfotografie beschäftigten. Bereits vor ihrem Studium warf die Slowakin einen kritischen Blick auf das Leben ihrer Mitmenschen.

Bauhaus-Archiv Berlin / © Anne Meitner.

Ise Gropius

1923–1928 Initiatorin der „Freunde des Bauhauses“ und Lektorin

Von Gropius wurde sie liebevoll „Frau Bauhaus“ genannt. Ise Gropius war Lektorin, Sekretärin und für den Bauhaus-Gründer eine Partnerin auf Augenhöhe.

Bauhaus-Archiv Berlin / © VG Bild-Kunst, Bonn 2017.

Florence Henri

1927 Hospitantin am Bauhaus

Erst am Bauhaus kam Henri mit der Fotografie in Berührung. Dass sie, zurück in Paris, ihren Lebensunterhalt mit einem eigenen Fotostudio verdienen würde, war für die Malerin Neuland.

Bauhaus-Archiv Berlin / © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Wera Meyer-Waldeck

Für das Bauhaus hatte sie fast die gesamte Innenausstattung der ADGB-Bundesschule in Bernau entworfen. Doch erst in den 1950er-Jahren machte sie sich als Architektin und Innenarchitektin einen Namen.

Bauhaus-Archiv Berlin / © VG Bild-Kunst, Bonn 2016.

Lucia Moholy

1923–1928 Fotografin am Bauhaus

Moholys Aufnahmen des Bauhausgebäudes, der Meisterhäuser und der Bauhausprodukte prägten das Image der Kunstschule nachhaltig.

Bauhaus-Archiv Berlin / © Foto: Ernst Louis Beck, 1933

Lilly Reich

1932–1933 Meisterin am Bauhaus

Sie war die Frau neben Ludwig Mies van der Rohe. Als Leiterin der Ausbauwerkstatt war Lilly Reich ab 1932 die zweite offizielle Bauhausmeisterin.

Bauhaus Archiv Berlin / © unbekannt

Alma Siedhoff-Buscher

1922–1927 Studierende am Bauhaus

Alma Buscher entwickelte am Bauhaus kindgerechtes Spielzeug, das sowohl die Möglichkeit der Nachahmung als auch der freien kreativen Entfaltung bietet. Ihr „Kleines Schiffbauspiel“ wird bis heute produziert.

Bauhaus-Archiv Berlin / © VG Bild-Kunst, Bonn 2017.

Gunta Stölzl

1919–1925 Studierende am Bauhaus / 1925–1931 Jungmeisterin am Bauhaus

Gunta Stölzls Affinität für die Weberei und für das Textile brachten sie so weit, dass sie erst als Werkmeisterin und schließlich als Leiterin die Weberei am Bauhaus in Dessau übernahm.