Die Neue Zeit

Die sechteilige Serie Die Neue Zeit erzählt von den turbulenten Gründerjahren des Staatlichen Bauhaus in Weimar – der berühmtesten Kunsthochschule des 20. Jahrhunderts. Neben Walter Gropius (August Diehl) steht dabei die Studentin Dörte Helm (Anna-Maria Mühe) im Zentrum der Geschichte, die sich von ihrem konservativen Elternhaus löst und sich dem aufregenden Leben als Künstlerin hingibt.

ZDF/Mathias Bothor
"Die Neue Zeit": Kampagnen-Motiv: Anna Maria Mühe als Dörte Helm und August Diehl als Walter Gropius

Noch im Schützengraben lässt Walter Gropius an den Großherzog telegraphieren, dass er in Weimar die modernste Kunstschule der Welt errichten will: das Staatliche Bauhaus. Im Sommer 1919 eröffnet das Bauhaus tatsächlich seine Pforten.
Eine der Studentinnen ist Dörte Helm, sehr zum Missfallen ihres konservativen Vaters, der dem wilden Treiben dieser neuartigen Schule mehr als skeptisch gegenübersteht.

Die erste Phase des Studiums leitet der strenge Meister Johannes Itten. Wer seinen Vorkurs nicht besteht, wird zum Hauptstudium nicht zugelassen, und er scheint Dörte, die wohlerzogene Tochter aus gutem Hause, im Besonderen zu testen. Er propagiert auch hier am Bauhaus die Mazdaznan-Bewegung, einen esoterischen, christlich-hinduistischen Kult. Dörte ist fasziniert und unterzieht sich einem schmerzhaften Reinigungsritual. Durch ihre Offenheit scheint sie Itten für sich einzunehmen.

Der Kapp-Putsch bricht aus, es kommt auch in Weimar zu Straßenkämpfen zwischen Kommunisten und national-konservativen Freikorps. Gropius weiß, dass seine Schule unpolitisch bleiben muss, und droht, jeden Studenten, der sich dem widersetzt, zu exmatrikulieren. Dörte, die heimlich Flugblätter druckt, wird erwischt. Der Kapp-Putsch wird tatsächlich nach drei Tagen durch den deutschlandweiten Generalstreik beendet. In Weimar werden die Toten der Kämpfe, die sogenannten Märzgefallenen, zu Grabe getragen. Dörte entrollt beim Trauermarsch ein politisches Banner und muss mit ihrer Exmatrikulation rechnen.

Dörte flieht in eine Land-Kommune. Sie gibt den dort lebenden Kindern Unterricht und entdeckt ihr Talent als Lehrerin. Gropius besucht Dörte und überzeugt sie, an das Bauhaus zurückzukehren. Allerdings verschweigt er ihr, dass er sich durch Druck der konservativen Bürger Weimars auf einen Kompromiss eingelassen hat und eine "Frauenklasse" eingerichtet wurde. Alle Frauen werden in die Weberei verbannt. Als Dörte zurückkehrt, findet auch sie sich in dieser Klasse wieder, doch sie will sich auf keinen Fall mit dieser Art der Unterdrückung abfinden.

Dörte Helms andauernder Protest gegen die Benachteiligung der Frauen am Bauhaus macht die konservativen Gegner auf ihr besonderes Verhältnis zu Gropius aufmerksam. Schnell entsteht das Gerücht, der Direktor unterhalte eine unlautere Affäre zu einer Studentin. Volksbildungsminister Max Greil ist gezwungen, ein Ehrengericht einzuberufen, das die Affäre untersucht. Um dem Vorwurf der unehrenhaften Liebesbeziehung zu entgehen, macht Gropius Dörte einen Heiratsantrag. Vor dem Gericht verschweigt sie jedoch ihre wahren Gefühle und verleugnet ihre Beziehung zu Gropius.

In Deutschland herrscht Inflation, die Nationalkonservativen bekommen neuen Zulauf. In Thüringen stehen Wahlen an, und Richard Leutheußer, Mitglied der Deutschen Volkspartei, kündigt an, dass im Falle einer Regierungsbeteiligung seiner Partei dem Bauhaus die Mittel gekürzt würden.
Gropius ruft Meister und Studenten zu einer Ausstellung auf, damit die Welt ihre Ideen sehen kann, bevor es zu spät ist. Auch Dörte gestaltet die Ausstellung maßgeblich mit, aber der gekränkte Gropius kann mit der selbstbewussten Frau nicht mehr umgehen. Im Richtungsstreit um das Bauhaus entzweien sie sich immer weiter. Schließlich heiratet Gropius eine andere Frau. Die Ausstellung wird ein großer Erfolg, rettet die Schule aber nicht vor ihrer Schließung in Weimar. Während viele Studenten zum neuen Standort nach Dessau umziehen, muss Dörte ihren eigenen Weg gehen.