Bauhaus-Museum Weimar

Klassik Stiftung Weimar

Konzeptentwicklung für das neue Bauhaus-Museum Weimar

Der Museumsbau von Prof. Heike Hanada entsteht in direkter Nachbarschaft zur sogenannten Grün-, Kultur- und Sportachse als ein großes „Kulturprojekt“ der Weimarer Republik, dem ehemaligen „Gauforum“ aus nationalsozialistischer Zeit sowie dem „Langen Jakob“, ein in den 1970er-Jahren entstandenes Studentenwohnheim. Das neue Museum bringt diese Zeitschichten der Moderne in eine Erzählung miteinander und macht sie für aktuelle Diskussionen fruchtbar.

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Fakten

Bauherrin  Klassik Stiftung Weimar
Architektur  Prof. Heike Hanada, laboratory for art and architecture, Berlin
Ausstellungsarchitektur  Holzer Kobler Architekturen, Zürich/Berlin
Funktion  Ausstellungsflächen und Räume für Vermittlungsarbeit, Besucherservice, Shop, Lounge und Café
Ausstellungsfläche  ca. 2.000 m²
Ausgestellte Objekte  über 1000 (von insg. 13.000 Sammlungsobjekten, darunter die weltweit älteste Bauhaus-Kollektion)
Gesamtkosten  22,6 Mio. Euro
Bauzeitraum  2015 bis Ende 2018
Eröffnung  5. April 2019

Öffnungszeiten  (ab 6. April)
Mo 10 – 14.30 Uhr | Di – So 10 – 18 Uhr
Eintritt
Erw. 11 Euro | erm. 7 Euro | Schüler (16 – 20 J.) 3,50 Euro

Webseite
Webcam

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Die geometrisch klare Architektur von  Prof. Heike Hanada (Berlin) sieht in einem minimalistischen Kubus fünf Ebenen vor, die in zweigeschossigen offenen Räumen ineinander übergehen. Besucher erreichen den künftigen Museumsrundgang von der Stadtseite her über ein großzügiges Foyer – oder vom angrenzenden Weimarhallenpark aus über eine große Terrasse im Untergeschoss.
24 horizontale LED-Linien, die mit durchsichtigen, fein strukturierten Glasscheiben abgedeckt sind, werden die monolithische Fassade des Baus strukturieren. Sie vermitteln den Eindruck von Leichtigkeit und verleihen dem Gebäude eine gleichmäßige, horizontale Rhythmisierung. Mit Einbruch der Dämmerung werden die Glasbänder zu leuchten beginnen.
Die Eingangshalle ist der Ausgangspunkt für alle entscheidenden Wege im Inneren des Museums. Der Besucher orientiert sich mit Hilfe der Kaskadentreppen in einem geschickt gesetzten Koordinatensystem. Durch horizontale und diagonale Blickbeziehungen in die angrenzenden Lufträume wird er auf die einzelnen Funktionsbereiche aufmerksam. Der Fußboden und die Wände, die die Halle umgeben, entsprechen in Materialität und Haptik dem äußeren steinernen Betonsockel des Museums.
Das Bauhaus-Museum Weimar entsteht am Rand des Weimarhallenparks direkt gegenüber dem nationalsozialistischen „Gauforum“. Die städtebaulich und historisch sensible Lage des Neubaus bietet die einzigartige Möglichkeit, das Quartier zwischen Goetheplatz, Nordvorstadt und Bahnhofsviertel attraktiv zu entwickeln und ihm eine kulturelle Perspektive zu geben.
Drei Zeitschichten der Moderne in Weimar treffen am Standort des neuen Museums auf historisch einmalige Weise in einer Art Brennpunkt aufeinander: die Grün-, Kultur- und Sportachse westlich des Neubaus als „Kultur-Projekt“ der Weimarer Republik, das nationalsozialistische Staatsprojekt „Gauforum“, das zugleich das logistische Zentrum der europäischen Zwangsarbeit war, und die unübersehbare Antwort aus der DDR-Zeit auf dieses Gebiet, der „Langen Jakob“.
Gemeinsam mit dem Bauhaus-Museum entsteht perspektivisch ein lebendiges Museumsquartier, das den Bogen vom ausgehenden 19. Jahrhundert über die ambivalente Historie der Moderne bis zur Gegenwart spannt. Dieses „Quartier Weimarer Moderne“ mit dem Bauhaus-Museum  als Knotenpunkt wird historische Stätten und Erinnerungsorte der Moderne in ganz Weimar miteinander verbinden.

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Ausstellungsarchitektur
Die Ausstellungsarchitektur entwirft Szenen und nutzt den Raum als eine Art Leinwand oder Panorama. Die Oberflächen der Einbauten sind das direkte Medium zwischen Objekt und Betrachter. Die Materialien, wie Glas oder lackierte Oberflächen mit unterschiedlichen Glanzgraden, sollen die Objekte in ihrer Wirkung unterstützen: von bunten Farben für Objekte, die weniger Farbigkeit besitzen und dadurch zum Leuchten gebracht werden, bis zu gedeckten Farben für schrille Objekte. Die Gestaltung steht im Dialog mit den Exponaten selbst. Auch macht sie Zusammenhänge zwischen den Objekten sichtbar. Das ermöglicht einen intuitiven Zugang zu den Dingen.

 

Kunst am Bau | »Sundial for Spatial Echoes« von Tomás Saraceno
Sieben renommierte, international tätige Künstlerinnen und Künstler sowie eine Künstlergruppe waren eingeladen, Ideen für das Kunstwerk im künftigen Foyer des Bauhaus-Museum Weimar zu entwickeln. Am 21. Juni 2018 hat eine unter Vorsitz von Prof. Dr. Wulf Herzogenrath die Arbeit »Sundial for Spatial Echoes« von Tomás Saraceno ausgewählt. Ganz im Sinne der Bauhausideen widersetzt sich die Installation einer klaren Definition von Kunst, Wissenschaft und Architektur. Sie arbeitet interdisziplinär und integriert Aspekte von Physik, Biologie, Soziologie, Urbanistik und einem partizipativ aufgefassten Kunstbegriff. Auf kongeniale Weise verbindet sie sich mit der Architektur des Museums, indem sie den Raum unmerklich als Resonanzkörper aktiviert. Das Werk entwickelt eine netzartig verflochtene Wolkenlandschaft, die den Betrachter einlädt, in eine andere Welt einzutauchen.

Visualisierung, 2018 © Tomás Saraceno
Foyer mit dem Kunstwerk "Sundial for Spatial Echoes" von Tomás Saraceno

Eröffnung des neuen Bauhaus-Museums Weimar

Weimar, Quartier Weimarer Moderne | Veranstaltung | 6.+7.4.2019

2019, wenn alle Welt die Gründung des Staatlichen Bauhauses vor 100 Jahren feiern wird, ist der 6. April das wichtigste Datum für Weimar und seine Gäste. An diesem Tag wird das Bauhaus-Museum Weimar nach dreijähriger Bauzeit eröffnen.

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