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Arbeiten am Mythos: Konzeptentwicklung für das neue Bauhaus-Museum Weimar

Manche Mythen des Bauhauses halten sich hartnäckig: Bauhaus als Synonym für die Moderne schlechthin, Bauhaus-Stil, Bauhaus als Beispiel für Fortschritt und Rationalität, als Modell für angebliche Gleichbehandlung der Geschlechter, vermeintlich demokratisches Teamwork oder Resistenz gegen den Nationalsozialismus – dies sind nur einige Beispiele. Obwohl in der Bauhaus-Forschung das Bild der Schule sehr differenziert dargestellt wird und sich zahlreiche neue Forschungsfelder in den letzten Jahren eröffnet haben, scheint dies bei der populären Sicht auf das Bauhaus eher wenig Wirkung zu zeigen.

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Historie des Bauhaus-Museums in Weimar seit 1990

Das Bauhaus-Museum Weimar ist das jüngste der Museen der Klassik Stiftung Weimar, am 8. Mai 1995 in den Räumen der ehemaligen Kunsthalle am Theaterplatz eröffnet, jedoch mit einer Sammlungstradition verbunden, die auf das Gründungsjahr des Bauhauses 1919 zurückgeht. Im Mai 1919 übergaben Studierende des Bauhauses zwei Ausgaben ihrer Schrift Der Austausch an die damals Staatlichen Kunstsammlungen. Dass das mediale Organ der Studierenden zu den ersten Objekten der Bauhaus-Sammlung in Weimar gehört, zeigt auf eindrucksvolle Weise die schon früh vorhandene enge Verbindung zwischen Schule und Museum.

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Das Konzept 2008/09: Die Grundlage des musealen Selbstverständnisses bis heute

Das mit dem Fach-Kuratorium abgestimmte Konzept 2008/2009 diskutierte die wesentlichen Punkte eines neuen Bauhaus-Museums ausführlich: Grundlagen und Ziele für das neue Haus mit Leitbild, wissenschaftliche Zielen, Aspekte der Sammlungserweiterung; die museale Präsentation mit Dauerausstellung und wechselnden Ausstellungen sowie einem Schaulager; mögliche Besucherpotentiale, touristische und städtebauliche Aspekte, Förderung von Wirtschaft und Wissenschaft in Thüringen; die Vermittlung am historischen Bauhaus sowie die perspektivische Vermittlungspraxis im Museum. Es folgte schließlich auch erste kursorische Übersichten über den Raumbedarf, die Grundlagen der Architektur und die Ausstattung mit finanziellen Mitteln für Betrieb und Gebäude sowie der notwendige Personalkegel.

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Einbindung des Bauhaus-Museums in den Masterplan und eine sich entwickelnde Topographie der Moderne

Das neue Bauhaus-Museum ist Teil des Masterplans und des Gesamtkonzepts Kosmos Weimar, mit denen alle Einrichtungen und Direktionen der Klassik Stiftung Weimar inhaltlich und konzeptionell miteinander verknüpft werden. Während die Ausführungen im Masterplan 2008 vor allem die Überwindung der Historisierung Weimars durch das Bauhaus-Museum und damit die kulturelle Neuausrichtung der Stadt in noch eher allgemeiner Hinsicht betonten, wurde durch die Mitte 2010 gefällte finale Standortentscheidung für den Minolplatz der Fokus im Gesamtkonzept Kosmos Weimar 2012 zum einen politischer, zum anderen stadträumlich-thematisch konkreter.

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Konzept-Überarbeitung 2011 bis 2013

Die maßgebliche Entscheidung für den Minolplatz als Standort und das Gesamtkonzept der Stiftung Kosmos Weimar 2012 veranlassten die Direktion Museen, das vorhandene Museumskonzept aus dem Jahr 2008/09 zu überprüfen.

Konzept 2011-13

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Umsetzung des Konzepts mit dem Ausstellungsgestalter ab 2015

Das theoretische Konzept ist grundlegend, die anschließende Arbeit mit dem Ausstellungsgestalter ist jedoch erst zielführend für das ›Wirken‹ der Ausstellung durch ihre räumlich-thematische Inszenierung. Als Ausstellungsgestalter für das Bauhaus-Museum Weimar wurde das Büro Holzer Kobler in Berlin/Zürich in einem EU-weiten Wettbewerb ausgewählt. Das Büro hat einen seiner Arbeitsschwerpunkte auf die Realisierung großer, kulturwissenschaftlich orientierter Ausstellungen, die einen hohen Inszenierungsbedarf haben.

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  1. Quelle
  2. Klassik Stiftung Weimar, Themendossier Bauhaus-Museum Weimar unter https://www.klassik-stiftung.de/service/presse/themendossiers/bauhaus-museum-weimar/; letzter Zugriff am 26.3.2019