Bauhaus Meister Moderne
Das Comeback

Foto: Memorial Art Gallery of the University of Rochester, ©VG Bild-Kunst, Bonn 2019

MODERNE Kunst

Die Rekonstruktion der ersten Sammlung moderner Kunst - Die Aura des Originals

Die Ausstellung ist dreiteilig angelegt. Auf über 1 000 qm strebt das Museum eine möglichst umfassende Rekonstruktion der verlorenen, 1937 beschlagnahmten Sammlung der Moderne an. In der Weimarer Republik gehörte das Museum zu den bedeutendsten deutschen Ausstellungshäusern für zeitgenössische Kunst, der heute sogenannten klassischen Moderne, mit Werken von Vertretern unter anderem des Expressionismus und des Konstruktivismus. Es entstand eine einzigartige Kollektion, die das Museum zum Anziehungspunkt für nationale und internationale Gäste machte. Die Aktion „Entartete Kunst“ der Nationalsozialisten bereitete dieser Entwicklung ein Ende. Insgesamt gingen 147 Kunstwerke verloren, 15 konnten bis heute wieder zurückerworben werden. Ab 29. September kehren für die Zeit von dreieinhalb Monaten 40 der verlorenen Arbeiten als Leihgaben aus öffentlichen und privaten internationalen Sammlungen aus den USA, Japan und zahlreichen Ländern Europas wieder zurück und lassen zusammen mit den 1937 nicht beschlagnahmten Werken die Sammlung von einst wieder erstehen. Insgesamt vereint die Sammlungsrekonstruktion knapp 300 Werke der bildenden und angewandten Kunst.

Foto: Walter Klein, Düsseldorf
Christian Rohlfs: Weiden im Frühjahr, 1904, Öl auf Leinwand, 73,5 x 100 cm, Clemens Sels Museum Neuss

BAUHAUS Museum

Walter Gropius' Kunstmesum für Halle/Saale - Ein virtuelles Museumserlebnis

Komplettiert wird das außergewöhnliche Comeback der historischen Moderne-Sammlung des Landeskunstmuseums Sachsen-Anhalts durch den digitalen Teil der Ausstellung. 1927 hatte Walter Gropius am Architekturwettbewerb der Stadt Halle (Saale) für eine moderne Stadtkrone teilgenommen. Aufgabe war es, auf einem 11 Hektar großen Gelände hoch über der Saale einen Gebäudekomplex zu entwerfen, bestehend aus einer multifunktionalen Konzert- und Kongresshalle, einem modernen Sportforum und einem neuen Kunstmuseum für die Sammlungen des Kunstmuseums in der Moritzburg. Gropius‘ Entwurf wurde nicht gewürdigt. Er war zu visionär. Die Stadtkrone wurde nie realisiert.
 

Autoren: Team Stadtkrone.VR, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
3-D-Visualisierung des Entwurfs Hängende Gärten von Walter Gropius (1927/28): Gesamtansicht des Areals auf Lehmanns Felsen, September 2019

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Dank einer Kooperation mit dem Studiengang Multimedia | VR-Design der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle ist mittels Virtual Reality das Stadtkronen-Gelände sowie vor allem das von Walter Gropius entworfene Kunstmuseum erstmals begehbar. Im Inneren dieses beispielhaften Museumsprojektes der Moderne – es wäre 30 Jahre vor der Errichtung von Frank Lloyd Wrights New Yorker Guggenheim Museum der Museumsbau der Moderne geworden –, ist die Sammlung der Moderne des halleschen Museums in 5 Ausstellungshallen in kuratierter Form zu erleben, darunter zahlreiche Werke, die heute nicht mehr reisen dürfen bzw. zerstört oder in ihrem Verbleib unbekannt sind. Zu sehen sind: die vollständige Halle-Serie Lyonel Feiningers, die vollständige Sammlung Ludwig und Rosy Fischer, die Highlights der Sammlung, sämtliche 1937 als „entartet“ beschlagnahmte Werke, mehr als 80 3-D-Objekte (Plastiken, Skulpturen, Kunsthandwerk). Hierfür wurden mehr als 400 Kunstwerke gescannt, fotografiert und in 3-D modelliert sowie in die neuen virtuellen Ausstellungsräume integriert. Das virtuelle Gropius-Museum setzt den Ausstellungsrundgang auf der Empore im Westflügel mit dem sogenannten Fenster zur Stadt fort, durch das man auf jene Hauptwerke der Architekturgeschichte der Stadt Halle (Saale) blickt, die die Motive des Gemälde-Zyklusses von Lyonel Feininger bilden.

MEISTER Werke

Die Bauhaus-Meister - Meisterwerke der Avantgarde

Ergänzt wird die Ausstellung in der großen Box im 2. Obergeschoss des Westflügels der Moritzburg durch eine Präsentation von Meisterwerken der fünf Bauhaus-Meister Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Georg Muche und Oskar Schlemmer. Bis auf Muche waren und sind alle Künstler mit repräsentativen Werken in der Sammlung des Museums vertreten. Mit selten und zum Teil erstmals zu sehenden Meisterwerken aus internationalen Sammlungen wird ihr Schaffen während der 14 Jahre des Bestehens des Bauhauses in Weimar, Dessau und Berlin in einer eindrucksvollen Inszenierung erlebbar.

rot. gelb. blau.
Das Bauhaus für Kinder

Die interaktive Ausstellung „rot, gelb, blau. Das Bauhaus für Kinder“ im Kabinett der sogenannten Westbox richtet sich an Kinder von 6 bis 12 Jahren und steht unter dem Motto: Das Bauhaus war eine Schule!
Meister des Bauhauses standen Pate für die verschiedensten Exponate. So können die jungen Museumsgäste Bilder von Lyonel Feininger nachempfinden und auch Formen selber zusammenstellen, Licht, Farbe und Schatten erleben in einer Station von László Moholy- Nagy, groß zeichnen wie Johannes Itten, sich verkleiden und tanzen wie die Figuren von Oskar Schlemmer, weben wie Gunta Stölzl, Metallstäbe biegen wie Marcel Breuer und Mart Stam und der Form eines Stahlrohrstuhles mit einem „elektrischen Draht“ nachspüren. Im Büro von Walter Gropius werden Meisterhäuser im Maßstab gebaut, auch können typische Materialien, die am Bauhaus verwendet wurden, erspürt und in der Druckerei eine Schablonenschrift à la Joost Schmidt kreativ angewandt werden. An einer Hörstation gibt es Geschichten über die Akteure am Bauhaus zu erfahren.
Die Exponate und die Ausstellung wurden konzipiert, gestaltet und umgesetzt von 14 Studierenden des Studiengangs Spiel- und Lerndesign der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle unter der Leitung vo Stefanie Kretschmer und Prof. Karin Schmidt-Ruhland.

Foto: Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Siegfried Gergele
Ausstellungsansicht „rot, gelb, blau. Das Bauhaus für Kinder“ in der Sonderausstellung „Bauhaus Meister Moderne. DAS COMEBACK“, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
Foto: Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Siegfried Gergele
Ausstellungsansicht „rot, gelb, blau. Das Bauhaus für Kinder“ in der Sonderausstellung „Bauhaus Meister Moderne. DAS COMEBACK“, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
Foto: Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Siegfried Gergele
Ausstellungsansicht „rot, gelb, blau. Das Bauhaus für Kinder“ in der Sonderausstellung „Bauhaus Meister Moderne. DAS COMEBACK“, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)

Adresse
Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
Friedemann-Bach-Platz 5
06108 Halle (Saale)
Tel.: +49 345 21259-40

Öffnungszeiten
täglich, außer Mittwochs 10 - 18 Uhr
Sonderöffnungszeiten: 20.11.19, 08.01.20, 10 - 18 Uhr
am 24.12. und 31.12. geschlossen

Öffentliche Führungen
donnerstags 16.30 Uhr
samstags, sonntags, feiertags 15 Uhr
Kosten: Eintritt + 3 Euro Führungsgebühr

Individuelle Führungen | Führungen für Reisegruppen
Führungsdauer: ca. 1,5 h oder individuell nach Absprache
Kosten: Eintrittspreis pro Person + Führungsgebühr pro Gästeführer
Führungsgebühr: Mo, Di, Do, Fr deutsch 60 Euro | englisch oder französisch 70 Euro; Sa, So deutsch 65 Euro | englisch oder französisch 75 Euro; Feiertage deutsch 65 Euro | englisch oder französisch 75 Euro
Buchbar über: Kathrin Seupt, +49 345 21259-73 (Di 9–13 Uhr | Do 13–17 Uhr), kunstvermittlung@kulturstiftung-st.de

Zur Einstimmung, Vertiefung oder als Nachklang zu Ihrem Ausstellungsbesuch steht Ihnen die akkustische Führung durch die Sonderausstellung „Bauhaus Meister Moderne. DAS COMEBACK“ hier zum Nachhören zur Verfügung.