Dresdner Moderne 1919-1933

Stadtmuseum Dresden, Inv.-Nr.: SMD/SP/2016/6

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Dresden war zwischen 1919 und 1933 eine dynamische Großstadt mit vielen Planungsvorhaben und Baustellen. Es entstanden große neue Wohnquartiere mit Mietwohnungen, Eigenheimen und Villen; innovative Verwaltungs-, Industrie- und Schulgebäude etablierten die Neue Sachlichkeit im Bauen, Schwimmbäder dienten einem veränderten Körperideal. Hochhausfantasien, ehrgeizige Museumsprojekte, das erste Kugelhaus der Welt und weitere Ausstellungsbauten repräsentierten die neuen technischen und gestalterischen Möglichkeiten.
Bei aller Aufgeschlossenheit hierfür blieb Dresden aber stets eine wertkonservative Stadt, die sich nicht vorbehaltlos der Avantgarde verschrieb. Ausstellung und Katalog zeigen, wie die demokratischen Impulse, die Technikbegeisterung und der Elan der 1920er Jahre in Dresden deshalb zu einer spezifischen und ausgesprochen spannenden Melange führten. Modernität und Modernisierung konnten dabei ganz unterschiedliche architektonische und städtebauliche Formen annehmen – keineswegs nur die der Weißen Moderne.
 

Technische Sammlungen Dresden, Inv.-Nr. TSD/B/8806 ©VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Peter Birkenholz: Kugelhaus, 1928, Foto: Edmund Kesting, 1936

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Die Ausstellung gliedert sich in drei, jedoch fließend ineinander übergehende Abteilungen: Stadt, Architektur und Menschen:

Vorgestellt werden die besonderen Herausforderungen, die sich für die Stadt in den 1920er Jahren ergaben und wie sie baulich darauf reagierte. Prominente Beispiele sind das Westkraftwerk (heute Kraftwerk Mitte) sowie der öffentliche Arbeitsnachweis, aber auch die Idealstadtideen von Stadtbaurat Paul Wolf werden gezeigt. Wolf prägte als Leiter des Hochbauamtes 1922 bis 1945 in besonderem Maße die Dresdner Moderne.
Die vielfältigen architektonischen Formen der Moderne zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit werden u. a. deutlich an verschiedenen Großprojekten wie dem Wettbewerb für das Deutsche Hygiene-Museum  und dem 1928 im Rahmen der Jahresschau Deutscher Arbeit errichteten beliebten Kugelhaus.
Dem Wohnungsbau wird, da dies das drängendste Problem der damaligen Zeit war, besonders viel Raum gegeben, sowohl den auf Ausstellungen präsentierten Ideen als auch den realisierten Siedlungen (z. B. Großsiedlungen in Trachau und Gruna) und Wohnhäusern (z. B. Haus Chrambach). Hier, aber auch bei den zahlreich entstandenen Sozialbauten, Schulen (u. a. Schule Reick, heute Hülße-Gymnasium) und Bädern (u. a. Volksbad Pieschen/Sachsenbad) wird die Idee des Neuen Menschen greifbar.

Das vorgestellte Material umfasst ca. 280 Exponate von Leihgebern aus Dresden, vor allem aus dem Bestand Stadtplanungsamt im Stadtarchiv Dresden, aber auch aus Berlin, München, Nürnberg, Celle und Erkner. Neben Fotografien, Plänen, Möbeln, Plakaten werden auch die Bronze „Wasserballspielerin“ von Eugen Hoffmann aus dem Sachsenbad sowie zwei Originalmodelle aus den 1920er Jahren präsentiert.

Adresse
Stadtmuseum Dresden
Wilsdruffer Straße 2´(Eingang Landhausstraße)
01067 Dresden
www.stadtmuseum-dresden.de
Telefon: +49 (0)351. 488 73 01

Öffnungszeiten
Di - So 10 - 18 Uhr, Fr 10 - 19 Uhr, Mo geschlossen
Museumscafé: Do - Sa 12 - 18 Uhr

Eintritt
5 Euro, ermäßigt 4 Euro
Gruppen ab 10 Personen 4,50 Euro
Familienkarte 12 Euro
 

Do 11.7. | Mi 21.8. | Di 10.9. jeweils 18 Uhr

Aufbruch in die Moderne
Der Rundgang führt durch die Ausstellung der Städtischen Galerie "Signal zum Aufbruch!" und durch die Sonderausstellung des Stadtmuseums "Dresdner Moderne 1919-1933". Er zeigt die Bedingungen für die Entwicklungen der Moderne in Dresden auf sowie die Kunst der Dresdner Sezession - Gruppe 1919.

Mit Natalie Woltmann und Dr. Robert Mund

Sondereintritt: 5 Euro

 

Sa 29.6. | 20.7. | 3.8. | 17.8. | 31.8. | 7.9. | 21.9. | 5.10. und 19.10.
jeweils 11 Uhr

Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung Dresdner Moderne 1919 bis 1933. Neue Ideen für Stadt, Architektur und Menschen

Mit Dr. Stephan Weber

Führung kostenfrei zzgl. Museumseintritt

 

Sa 20.7. 11 Uhr
Führungen zu Objekten im Stadtraum

Bad in der Moderne
Licht, Luft und Sonne waren die Schlagworte der 1920er Jahre, in der Stadt entstanden dafür u. a. neue Sportmöglichkeiten. Das Georg-Arnhold-Bad zeugt mit expressionistischen Torhäusern, Sandstein-Stelen und künstlerischer Farbgebung noch heute von dieser Zeit und seinem neuen Lebensgefühl.

Mit Heinrich Seiling, Projektsteuerer Dresdner Bäder GmbH

Eintritt: Ticket des Georg-Arnhold-Bads (berechtigt zum anschließenden Aufenthalt im Bad), gegen Vorlage Ihres Bad-Tickets vom 20.7.2019 erhalten Sie ermäßigten Eintritt ins Stadtmuseum Dresden

Eine Kooperation mit der Dresdner Bäder GmbH

Treffpunkt: Eingang des Georg-Arnhold-Bads

 

Do 27.6. und 15.8., jeweils 15 Uhr
Lehrerfortbildung zur Sonderausstellung

Dresdner Moderne 1919 bis 1933. Neue Ideen für Stadt, Architektur und Menschen
Führung durch die Ausstellung und anschließend Vorstellung der Bildungsangebote für Schulklassen

Mit Dr. Claudia Quiring und Dr. Robert Mund

Anmeldung unter Telefon 0351/4887367 oder per E-Mail an robert.mund@museen-dresden.de

 

Fr 6.9. 17 Uhr
Öffentliche Führung mit Gebärdensprachdolmetscherin durch die Sonderausstellung Dresdner Moderne 1919 bis 1933. Neue Ideen für Stadt, Architektur und Menschen

Führung kostenfrei

 

So 8.9., jeweils 10, 11 und 12 Uhr
Führungen zu Objekten im Stadtraum

Konsumverein Vorwärts
Die Genossenschaft baut! 1927 bis 1930 errichtete der Konsumverein Vorwärts nach Plänen von Kurt Bärbig eine Fleischwarenfabrik. Doch geplant war noch viel mehr – Baugeschichte, Nutzung und die Pläne zum aktuellen Umbau in ein Bürogebäude werden in einem Rundgang erläutert. Mit Thomas Kanthak und Annett Ammon, RKA Architekten - Ammon & Kanthak Partnerschaftsgesellschaft mbH

Führung kostenfrei, begrenzte Teilnehmerzahl

Im Rahmen des Tag des offenen Denkmals ®

Treffpunkt: Fabrikstraße 13, Dresden

 

So 15.9. 15 Uhr
Führungen zu Objekten im Stadtraum

Im Schatten des Bauhauses
Ein Museumsbau zwischen Tradition und Moderne
Das 1930 eingeweihte Deutsche Hygiene-Museum von Wilhelm Kreis ist eines der größten Museumsgebäude, die in der Weimarer Republik errichtet wurden. Einige Merkmale verbinden dieses Beispiel der Neuen Sachlichkeit mit dem Bauhaus, andere unterscheiden sich markant von der Ästhetik des Neuen Bauens. Mit Antje Kirsch, Architekturvermittlerin

Eintritt: Museumsticket des Deutschen Hygiene-Museums

Eine Kooperation mit dem Deutschen Hygiene-Museum

Treffpunkt: Kasse des Deutschen Hygiene-Museums, Lingnerplatz 1

 

So 27.10. 16 Uhr

Kuratorenführung zur Finissage
Mit Dr. Claudia Quiring

 

 

 

 

Sa 7.9. 15 bis 18 Uhr
Kulturprogramm für Familien

Auf Tauchgang in die Moderne
Bei Führungen durch die Sonderausstellungen „Signal zum Aufbruch!“ und „Dresdner Moderne 1919 – 1933“ lernt ihr die Architektur und Kunst der damaligen Zeit kennen. Außerdem könnt ihr in unserer offenen Werkstatt eure Eindrücke kreativ umsetzen und eigene Häuser gestalten sowie Drucktechniken ausprobieren.

Mit Dr. Robert Mund und Natalie Woltmann

Veranstaltung kostenfrei zzgl. Museumseintritt (Jeder Gast mit eigener Taucherbrille erhält freien Eintritt!)

 

Mi 25.9. 18 Uhr
Buchvorstellung

„Neue Werkkunst: Architekt H. Wichmann“ (erw. Reprint, 2019)
Der aus dem Weimarer Bauhaus-Umfeld stammende Architekt und Gartenplaner Heinrich Wichmann hat in den 1920er Jahren in Dresden einige kaum bekannte Projekte realisiert. Diese werden zusammen mit den damaligen zeit- und stadtbaugeschichtlichen Entwicklungen näher vorgestellt

Mit Tanja Scheffler, Architekturhistorikerin, Herausgeberin des Bandes

Eintritt frei

 

Mi 9.10. 19 Uhr
Vortrag

Neuer Mensch, neue Wohnung: Die Bauten des Neuen Frankfurt
In den 1920er Jahren konstituierte sich in Frankfurt am Main ein ambitioniertes Programm baulicher und kultureller Erneuerung, das unter dem Namen „Neues Frankfurt“ in die Kulturgeschichte einging.
Frankfurt sollte zur exemplarischen Großstadt der Moderne werden: sozial, baulich und kulturell. Für eine kurze Zeitspanne wurde die Stadt zur Hochburg der Avantgarde in der Architektur.

Mit Dr.-Ing. habil. Wolfgang Voigt, Architekturhistoriker, Frankfurt am Main

 

Mi 16.10. 19 Uhr
Vortrag

Magdeburg - Reformstadt der Moderne
Früher und konsequenter als jede andere deutsche Großstadt stellte sich Magdeburg nach der Katastrophe des Ersten Weltkrieges neu auf. Den schwierigen Rahmenbedingungen trotzend wurden Visionen und Pläne für das neue Zeitalter entwickelt. Magdeburg wurde so eine beispielgebende Stadt der Moderne.

Mit Dr. Michael Stöneberg, Kustos für Zeitgeschichte, Kulturhistorisches Museum Magdeburg

 

Mi 23.10. 18 Uhr
Filmvorführung mit Gespräch

Ein vergessener Filmer und Fotograf der Moderne: Bruno Wiehr
Bruno Wiehr wirkte in den 1920er und 1930er Jahren als Fotograf und Werbefilmer in Dresden. Sein experimenteller Kurzfilm "Filmische Plaudereien. Ein Spaziergang durch Alltäglichkeiten" entstand 1927 in der Dresdner Neustadt, um 1926 drehte er "Hugo Erfurth, der Lichtbildner bei der Arbeit". Die Filme Wiehrs werden im Gespräch in den Kontext der gestalterischen und technischen Neuerungen der Zeit gestellt.

Mit Ernst Hirsch, Hirsch Film Filmproduktion, und Dr. Andreas Krase, Kustos für Fotografie/Kinematografie, Technische Sammlungen Dresden

 

Eintritt: 3 Euro pro Person (vor Ort), Anmeldung unter Telefon: 0351/4887272 oder per E-Mail an

service@museen-dresden.de, begrenzte Teilnehmerzahl

 

Sa 21.9. 12 Uhr
Stadtspaziergang

Öffentliche Bauten zwischen Expressionismus und Moderne
Während des Rundgangs werden das auf einer ersten Idee von Hans Poelzig basierende, später von Ludwig Wirth realisierte Stadthaus, der ehemalige Arbeitsnachweis sowie das von Paul Wolf entworfene Kraftwerk Mitte (inklusive der Schaltwarte) näher in Augenschein genommen und in ihren stadtgeschichtlichen Kontext eingeordnet.

Mit Tanja Scheffler, Architekturhistorikerin, und Frank Neuber, DREWAG

Treffpunkt:  Vor dem Stadthaus, Theaterstraße 11-13

 

Sa 28.9. 11 Uhr
Stadtspaziergang

PIESCHEN: Führung um’s Quartier mit Besichtigung Heizhaus
Die Moderne zog mit der von Hans Richter entworfenen Siedlung und dem Sachsenbad mit Bibliothek von Stadtbaurat Paul Wolf Ende der 1920er Jahre in Pieschen ein. Die Führung erläutert beide Bauten und öffnet das ehemalige Heizhaus der Siedlung, heute ein Architekturbüro, zur Besichtigung. Mit Prof. Dorothea Becker, h.e.i.z.Haus. Architektur.Stadtplanung

Treffpunkt: Sachsenbad, Wurzener Straße 18

 

Sa 5.10. 14 Uhr
Stadtspaziergang

TRACHAU & das Neue Bauen
Die ab 1928 erbaute Großsiedlung Trachau ist in Form, Farbe und Funktion ein Paradestück des Neuen Bauens. Gleich einer Stadtkrone positioniert sich die Apostelkirche mit expressionistischen Formen dazu und das ehem. Güntzheim, damals ein Altersheim, weist mit seinem Pavillonsystem auch ganz moderne Formen auf. Mit Claudia Beger, Architektin, architektour_dd 

Treffpunkt: Ecke Industrie-/ Kopernikusstraße

 

Sa 12.10. 14 Uhr
Stadtspaziergang

GARTENSTADT HELLERAU – Siedlung der Lebensreform
Die Gartenstadt Hellerau gilt als eines der frühen Zeugnisse der Moderne. Mit Experimentiergeist bündelte sie die verschiedenen lebensreformerischen Strömungen der Aufbruchstimmung des frühen 20. Jahrhunderts. Die Führung gibt Einblick in die progressiven, noch heute aktuellen Ideen der Siedlung. Mit Dr. Nils Schinker, TU Dresden

Treffpunkt: Hellerau, Markt (Haltestelle Am Hellerrand)

 

Sa 19.10. 11 Uhr
Stadtspaziergang

Moderne und Tradition AM KÖNIGSUFER
Vorgestellt werden verschiedene Entwurfsphasen für das Königsufer: Der Wettbewerb um 1910 unter Stadtbaurat Hans Erlwein, die Ideen der 1920er Jahre unter Stadtbaurat Paul Wolf und ihre Umsetzung in den 1930er Jahren sowie die verschiedenen Planspiele im Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Wie verhalten sich dazu die aktuellen Entwürfe für das Königsufer? Mit Martin Neubacher, TU Dresden und Dr. Claudia Quiring, Stadtmuseum Dresden

Treffpunkt: Ehem. Blockhaus, Neustädter Markt

 

Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche, reich bebilderte Publikation im Sandstein Verlag, herausgegeben von Claudia Quiring und Hans-Georg Lippert. Preis: 32,50 €

  1. Ausstellung und Katalog wurden finanziell gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und die Ernst von Siemens Kunststiftung. Das Projekt ist Teil des Bauhaus 100-Jubiläums.

Deutsches Hygiene-Museum Dresden

ORT | GRAND TOUR DER MODERNE

Der imposante Bau des Deutschen Hygiene-Museums Dresden (1927–1930) weist unterschiedliche Stilelemente auf. Nach dem Entwurf von Wilhelm Kreis verbinden sich in der Architektur monumentale, klassizistische Elemente mit dem Stil der Neuen Sachlichkeit.

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David Brandt
Deutsches Hygiene-Museum Dresden, Außenansicht