Klee in
Nordafrika

1914 Tunesien | Ägypten 1928
Berlin | Ausstellung | bis 10. Januar 2021
+++ Bitte informieren Sie sich über die derzeitigen Öffnungszeiten. +++

Zwei Mal zieht es Paul Klee (1879–1940) zu Studienzwecken nach Nordafrika, womit er sich in eine lange Tradition von Künstler*innenreisen in den vermeintlich fremdartigen Orient einreiht: Am Beginn seiner künstlerischen Karriere fuhr er nach Tunesien, als etablierter Künstler und Lehrer am Bauhaus nach Ägypten.

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Die knapp zweiwöchige, in die Kunstgeschichte als Tunisreise eingegangene Studienfahrt mit August Macke und Louis Moilliet im Jahr 1914 war für Klees Schaffen wegweisend: In über vierzig Aquarellen und Zeichnungen intensiviert er die Farbigkeit und löst seine Motive weitgehend von gegenständlichen Bezügen. Klee übersetzt Architektur und Landschaft in abstrahierte, rasterförmige Farbfelder wie bei dem Aquarell Rote u. weisse Kuppeln. Diese neue Bildsprache ist bereits in dem kurz vor der Reise entstandenen Aquarell Erinnerung an einen Garten angelegt. Klee betonte selbst, dass erst die Tunisreise diese Farb- und Formentwicklung mit sich gebracht habe. In seinem nach der Reise überarbeiteten Tagebuch findet sich die berühmte Passage: „Es dringt so tief und mild in mich hinein, ich fühle das und werde so sicher, ohne Fleiss. Die Farbe hat mich. Ich brauche nicht nach ihr zu haschen. Das ist der glücklichen Stunde Sinn: ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler.“ Auch in den folgenden Jahren greift er immer wieder auf die im mediterranen Klima perfektionierten bildnerischen Ansätze zurück, auch bei der Darstellung von mitteleuropäischer Natur.

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Aufnahme: Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Paul Klee, Rote und weisse Kuppeln, 1914, Aquarell und Gouache auf Papier auf Karton, 14,6 x 13,7 cm, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

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1928/29 reist Klee nach Ägypten. Während er in seinen Briefen und Postkarten Enttäuschung über die dort vorgefundene Architektur und Lebensbedingungen äußert, begeisterte ihn die Natur. Seine Eindrücke finden vor allem nach der Reise ihren Widerhall, wie im kurz nach der Rückkehr entstandenen Gemälde Nekropolis. Mit der Ägyptenreise wird das von Klee selbst als „Cardinalprogression“ bezeichnete Prinzip in Verbindung gebracht: Die stark geometrisierten Formen seiner Streifenbilder, wie in vermessene Felder, werden auf die Aufteilung der Felder zurückgeführt, die Klee entlang des Nils gesehen hat.

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Aufnahme: Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Paul Klee, vermessene Felder, 1929, Aquarell und Bleistift auf Papier auf Karton, 30,4 x 45,8 cm, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Staatliche Museen zu Berlin, Foto: Jens Ziehe
Paul Klee, Nekropolis, 1929, 63 x 44 cm, Ölfarbe auf Nesseltuch auf Sperrholz, Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin
Staatliche Museen zu Berlin, Foto: Jens Ziehe
Paul Klee, Portal einer Moschee, 1931, 37,5 x 29 cm, Feder und Aquarell auf Papier auf Karton, Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin

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Klee in Nordafrika
1914 Tunesien | Ägypten 1928

bis 10. Januar 2021

Museum Berggruen
Schloßstraße 1 | 14059 Berlin
Di, Mi, Do, Fr 10–18 Uhr
Sa + So 11–18 Uhr

Unvollendete Metropole

Berlin | Ausstellung | bis 3.1.2021
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Vor 100 Jahren, am 1. Oktober 1920, wurde die „neue Stadtgemeinde Berlin“, auch Groß-Berlin genannt, geschaffen. Ein Jahrhundertereignis! Über Nacht erhöhte sich die Stadtfläche von 66 auf 878 km² und die Bevölkerung von 1,9 auf knapp 3,9 Millionen Einwohner. Das alte Berlin wurde mit sieben Städten, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirken vereinigt. Die Ausstellung fächert Themen anhand exemplarischer Orte, Projekte und Pläne auf, die die Metropole Berlin geprägt und verändert haben.

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