original bauhaus

Berlin | Ausstellung | bis 27.1.2020

Das Bauhaus bestand in Deutschland nur 14 Jahre, seine Ideen werden jedoch seit 100 Jahren weitergetragen, seine Produkte neu aufgelegt, imitiert oder weiterentwickelt. Anlässlich des 100. Gründungsjubiläums des Bauhauses zeigt die Ausstellung des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung in der Berlinischen Galerie berühmte, bekannte und vergessene Bauhaus-Originale und erzählt die Geschichte hinter den Objekten.

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Ausgehend von 14 Schlüsselobjekten entfaltet die Ausstellung 14 Fallgeschichten: Wie wurde die Sitzende im Stahlrohrsessel zur berühmtesten Unbekannten des Bauhauses? Hat das Haus am Horn in Weimar einen heimlichen Zwilling? Wieso blieb Marianne Brandts Tee-Extraktkännchen, als Prototyp für die Industrie geschaffen, immer Unikat? „original bauhaus“ beleuchtet, wie Unikat und Serie, Remake und Original in der Geschichte des Bauhauses unzertrennlich verbunden sind.
Denn für die Bauhaus-Künstler waren Kunst und Technik keine Gegensätze. Vielmehr haben sie technische Innovationen genutzt, um einzigartige Kunstwerke zu schaffen, und die serielle Fertigung bei ihren Gestaltungsentwürfen von Anfang an mitgedacht. 14 Jahren Bauhaus-Produktion stehen heute fast 100 Jahre Bauhaus-Rezeption gegenüber: Reproduktionen, Re-Editionen und Remakes haben das Bauhaus zur einflussreichsten Schule für Architektur, Design und Kunst im 20. Jahrhundert gemacht.

Bauhaus-Archiv Berlin; Foto: Catrin Schmitt
Ausstellungsansicht "original bauhaus", Installation von Renate Buser

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1.000 Bauhaus-Originale
Auf 1.200 m2 Ausstellungsfläche zeigt original bauhaus über 1.000 Bauhaus-Originale aus den Beständen des Bauhaus-Archivs und besondere Leihgaben aus internationalen Sammlungen – darunter erstmals versammelt sieben Tee-Extraktkännchen von Marianne Brandt, Oskar Schlemmers Arbeiten auf Papier zum »Triadischen Ballett«, Fotogramme von László Moholy-Nagy und Lucia Moholy, den Teppich »Thost« von Gertrud Arndt, Marcel Breuers Stahlrohrstühle, aber auch kleinere Objekte wie ca. 250 Stoffmuster aus der Textilwerkstatt des Bauhauses, Walter Gropius' Glasdias und Karteikarten oder historische Bauhaus-Fotopostkarten. Darüber hinaus werden Fotomontagen von Hannah Höch und ihr Adressbuch aus der Sammlung der Berlinischen Galerie zu sehen sein, Fotogramme von Man Ray und El Lissitzky oder eine Kopie von Oskar Schlemmers »Bauhaustreppe«, die sein Bruder Casca Schlemmer in den 50er-Jahren gemalt hat.

Bauhaus-Archiv, Foto: Catrin Schmitt © VG Bild-Kunst Bonn 2019
Ausstellungsansicht "original bauhaus", 7 Tee-Extraktkännchen von Marianne Brandt

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12 Neuproduktionen
Jeder Fallgeschichte stellt die Ausstellung eine zeitgenössische Perspektive beiseite. 12 künstlerische Neuproduktionen sind eigens für original bauhaus entstanden. Anna Henckel-Donnersmarck beispielsweise vergleicht das Haus Am Horn und seinen ungleichen Zwilling, das Landhaus Ilse, in einer Video-Installation. Juliane Laitzsch rekonstruiert zeichnerisch einen verschollenen Bauhaus-Teppich. Veronika Kellndorfer transferiert Mies van der Rohes Barcelona-Pavillon ins Glas. Das Künstlerkollektiv Syntop überträgt Vorkurs-Übungen ins digitale Zeitalter. Außerdem zu sehen sind Arbeiten u.a. von Thomas Demand, Ursula Mayer, Thomas Ruff, Heidi Specker und Tobias Zielony.

VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Catrin Schmitt
Juliane Laitzsch: Flüssige Raster, Zeichnungen über den verlorenen Teppich 2 von Gertrud Arndt von 1924 aus dem Direktorenzimmer von Walter Gropius am Bauhaus Weimar, für die Ausstellung "original bauhaus" 2019
Uli Aigner, Foto: Catrin Schmitt
Uli Aigner, aus der Serie One Million, Edition original bauhaus, 2019, Porzellan
Bauhaus-Archiv Berlin; Foto: Catrin Schmitt
Ausstellungsansicht "original bauhaus" mit Oskar Schlemmer: maßidentische Werkzeichnung für das Gemälde Bauhaustreppe, 1932; Carl (Casca) Schlemmer, Bauhaustreppe, 1958; Delia Keller, Die Bauhaustreppe, 2000; Brian O’Leary, Study for Senta Clinic Mural, 2015

14 Fallgeschichten

original bauhaus erkundet anhand von 14 Schlüsselobjekten aus der Bauhaus-Zeit die Verhältnisse von Produktion und Reproduktion, Original und Kopie, Unikat und Serie in 100 Jahren Bauhausgeschichte.
Erzählt werden 14 Fallgeschichten, darunter:

Bauhaus-Archiv Berlin

Produktion – Reproduktion

László Moholy-Nagy veröffentlichte 1922 einen kurzen Text mit dem Titel »Produktion – Reproduktion«, in dem er sich Gedanken machte, wie Reproduktionstechniken künstlerisch genutzt werden können. Zusammen mit Lucia Moholy experimentierte er mit der kameralosen Fotografie, bei der die Bilder direkt auf dem Foto-Papier entstehen. Auf das eine Original kam es Moholy nicht an, er reproduzierte die von ihm als Fotogramm bezeichneten Bilder etwa durch Reprofotografie oder Umkehrkopie. Auch Künstler*innen wie Man Ray, Bertha Günther und Christian Schad beschäftigten sich ungefähr zeitgleich mit der Fotografie ohne Kamera. Tatsächlich ist das Verfahren so alt wie die Fotografie selbst und wird bis heute von Künstler*innen angewendet.

Bauhaus-Archiv Berlin, Foto: Gunter Lepkowski © VG Bild-Kunst Bonn 2019

Einheit in der Vielfalt

original bauhaus versammelt erstmals sieben originale Tee-Extraktkännchen von Marianne Brandt. Die Kännchen gelten heute als Bauhaus-Klassiker. Dabei sind sie nicht etwa »Meister-Werke«, sondern in der Ausbildung entstanden, die am Bauhaus dual angelegt war mit einem künstlerischen und einem handwerklichen Teil. Marianne Brandt, eine der ersten Frauen in der Metallwerkstatt, hat die Formen per Hand aus dem Metall getrieben. Ursprünglich als Prototypen für die Industrie geschaffen, sind die Kännchen für immer Unikate geblieben.

Foto: Atelier Hüttich-Oemler, 1923, Bauhaus-Archiv Berlin

Ungleiche Zwillinge

In der kleinen Gemeinde Burbach im Siegerland hat das berühmte Haus Am Horn, das 1923 in Weimar als Musterhaus des Bauhauses errichtet wurde, eine sehr ungleiche Zwillingsschwester: das Landhaus Ilse. Die beiden Häuser ähneln sich im Grundriss, in wichtigen Elementen unterscheiden sie sich jedoch deutlich. Hat der Architekt des Landhauses das Weimarer Musterhaus gekannt? Und wieso entstand dann ein Hybrid, der die radikalen Ansätze des Neuen Bauens mit konventionellbürgerlichen Elementen vermischte?

Foto: Lucia Moholy, 1925 – 1926, Bauhaus-Archiv Berlin © VG Bild-Kunst Bonn 2019

Moderne Grüße

Das Bauhaus hatte ein untrügliches Gespür für die Medien der Zeit und verstand es, sich in Szene zu setzen. Mit einer Serie von Fotopostkarten vom neuen Schulgebäude in Dessau schuf die Hochschule ein medienwirksames Bild von sich selbst. Die Fotos von Lucia Moholy gehören zu den populärsten Ansichten des Bauhauses in Dessau. Moderne Architektur war ein beliebtes Postkartenmotiv in dieser Zeit, auch Ansichten der von Hannes Meyer und Hans Wittwer entworfenen Bundesschule in Bernau wurden als Postkarte vertrieben. Anders als die herkömmlichen Urlaubsgrüße dienten die neuen Architektur-Postkarten nicht als Souvenir an Vergangenes, sondern der Verkündigung einer modernen Zukunft.

Bauhaus-Archiv Berlin / © Dr. Stephan Consemüller

Berühmt werden

Die Sitzende mit Bühnenmaske ist die »berühmteste Unbekannte« des Bauhauses. Das Foto von Erich Consemüller taucht in unzähligen Publikationen auf und zierte sogar schon Plattencover. Es zeigt eine Symbiose der wichtigsten Werkstätten und Techniken am Bauhaus: Möbel und Textil, Metall, Bühne und Fotografie. In dem geschickt inszenierten Bild von der modebewussten Frau mit kurzem Rock und Maske gibt sich das Bauhaus chic, gewitzt, jung. Die Maskierung lässt uns bis heute rätseln, welche Frau damals für das Foto posierte. original bauhaus hat einige Vorschläge parat. Eine Fotostation lädt die Besucher*innen ein, sich selbst als Frau mit Maske zu fotografieren.

Bauhaus-Archiv Berlin / Fotostudio Bartsch

Einfach

Der sogenannte »Junggesellenschrank« auf Rollen von Josef Pohl ist ein Prototyp des multifunktionalen, platzsparenden Single-Möbels. Der Zeitgeist, den er ausdrückte, war damals so aktuell wie heute: Der freistehende Schrank aus leichtem Furnierholz steht für Beweglichkeit und Mobilität, für reduziertes Wohnen und eine Ästhetik der Einfachheit. In einem schlichten Kubus bietet er in geschickt angeordneten Fächern Platz für eine gesamte Garderobe, wie Mann sie damals trug – für Jacken, Hemden, Hosen, für Schuhe und Krawatten. Der dänische Designer Sigurd Larsen hat für original bauhaus ein neues Kunst-Möbel als Antwort auf den historischen Schrank entworfen.

Bauhaus-Archiv Berlin; Foto: Catrin Schmitt
Ausstellungsansicht "original bauhaus", im Hintergrund: Ursula Mayer, After Bauhaus Archive: Unknown Student in Marcel Breuer Chair, 2006
Bauhaus-Archiv Berlin; Foto: Catrin Schmitt
Ausstellungsansicht "original bauhaus": Stahlrohrklappsessel von Marcel Breuer, Entwurf 1927, Bauhaus-Archiv Berlin, Stahlrohr-Armlehnsessel von Marcel Breuer, Entwurf 1925, Hersteller: Thonet, 1931, Bauhaus-Archiv Berlin; Stahlrohr-Armlehnsessel von Marcel Breuer, Entwurf 1925, diese Version 1926

Sonntags, 11-14 Uhr

Information und Buchung ausschließlich online: www.berlinischegalerie.de „Vorkurs üben“ ist Teil des umfangreichen Bildungs- und Vermittlungsprogramms von „original bauhaus“ und richtet sich an interessierte Erwachsene. Jeweils von 11:00 Uhr bis 14:00 Uhr findet die Workshop-Reihe an allen 21 Sonntagen während der Laufzeit der Ausstellung statt. Die Auseinandersetzung mit den Aufgabenstellungen des berühmten Vorkurses am Bauhaus bildet den Schwerpunkt der einzelnen Veranstaltungen. Diese werden von internationalen Lehrenden betreut.

Preis: 15€ / ermäßigt 10€ inkl. Museumseintritt
Programmflyer

„Bauhaus & Film“
11. Oktober, 18 Uhr

Der Film spielte in der Programmatik des Bauhauses – insbesondere bei Walter Gropius und László Moholy-Nagy – eine beachtliche Rolle. Obwohl ein entsprechendes Fach niemals eingerichtet wurde, gibt es erstaunlich viele Filme von Bauhäusler*innen. Der Filmwissenschaftler Thomas Tode zeigt und erläutert die Bandbreite des Schaffens anhand von 14 Filmen, darunter die von Gropius initiierte vierteilige Serie „Wie wohnen wir gesund und wirtschaftlich?“, Moholy-Nagys Sozialreportage „Berliner Stillleben“ ebenso wie sein abstraktes „Lichtspiel Schwarz-Weiß-Grau“, den radikalen Kurzfilm „Wahlkampf 1932“ von Ella Bergmann-Michel, Werner Graeffs „Komposition I und II“, den Animationsfilm „Ente“ von Heinrich Brocksieper oder die „Reflektorischen Farblichtspiele“ von Kurt Schwertfeger.

Preis im Eintritt enthalten, ohne Anmeldung

Vorkurs in Haptik – ein Workshop für blinde und sehbehinderte Menschen
So 13.10.2019, 11–14 Uhr

„Vorkurs üben“ ist Teil des umfangreichen Bildungs- und Vermittlungsprogramms von „original bauhaus“ und richtet sich an interessierte Erwachsene. Jeweils von 11:00 Uhr bis 14:00 Uhr findet die Workshop-Reihe an allen 21 Sonntagen während der Laufzeit der Ausstellung statt. Die Auseinandersetzung mit den Aufgabenstellungen des berühmten Vorkurses am Bauhaus bildet den Schwerpunkt der einzelnen Veranstaltungen. Diese werden von internationalen Lehrenden betreut. Die Grundlagen der Materialkunde, der Komposition und der Farbenlehre waren zentraler Gegenstand des Vorkurses am Bauhaus. Diese Grundlagen greift der Workshop auf und macht sie für blinde und sehbehinderte Menschen erfahrbar. Ausgehend von den 14 Fallbeispielen der Ausstellung „original bauhaus“ untersuchen und hinterfragen die Teilnehmenden Materialität und Form der ausgestellten Gegenstände. Ausgewählte Exponate führen Sie dabei zu den Grundfragen des Bauhauses: Wie wirtschaftlich, wie funktional ist ein Produkt? Unter welchen sozialen Bedingungen wird es hergestellt und genutzt? Den Workshop leitet die Theaterregisseurin und Dramatikerin Katharina Schmitt.

Für die Buchung des Angebots melden Sie sich bitte jeweils in der Woche vor dem gewünschten Workshop bei uns an: per E-Mail unter bildung@berlinischegalerie.de oder telefonisch unter 030 789 02-832 (Mo-Fr 10-17 Uhr). Bitte informieren Sie uns über möglichen Unterstützungsbedarf!

Angebot für blinde und sehbehinderte Besucher*innen von "original bauhaus"
Gestaltungsfragen dreidimensional auf der Spur
Tastführung: So 27.10.2019, 14–16 Uhr

Anhand verschiedenartiger Tastmodelle wird ein Einblick in 14 Kapitel Bauhausgeschichte vermittelt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Auseinandersetzung mit den künstlerischen Prinzipien der ehemaligen Schule für Gestaltung. Im Sinne der kritischen Analyse, die der Ausstellungsidee von „original bauhaus“ zugrunde liegt, werden den Teilnehmenden benutzbare, neuartige Gegenstände aus den Designbereichen Keramik, Textil und Möbelbau zugänglich gemacht. Erstmals sind die Tastmodelle keine Repliken, sondern veranschaulichen Design-Ideen und Herstellungsweisen.
In Kooperation mit dem Museumsdienst Berlin

Anmeldung und Buchung individueller Gruppenführungen für blinde und sehbehinderte Menschen:
Museumsdienst Berlin, Tel 030 247 49 888, E-Mail: museumsdienst@kulturprojekte.berlin

Angebot für blinde und sehbehinderte Besucher*innen von "original bauhaus"
Vorkurs in Haptik – ein Workshop für blinde und sehbehinderte Menschen
So 24.11.2019, 11–14 Uhr

„Vorkurs üben“ ist Teil des umfangreichen Bildungs- und Vermittlungsprogramms von „original bauhaus“ und richtet sich an interessierte Erwachsene. Jeweils von 11:00 Uhr bis 14:00 Uhr findet die Workshop-Reihe an allen 21 Sonntagen während der Laufzeit der Ausstellung statt. Die Auseinandersetzung mit den Aufgabenstellungen des berühmten Vorkurses am Bauhaus bildet den Schwerpunkt der einzelnen Veranstaltungen. Diese werden von internationalen Lehrenden betreut. Die Grundlagen der Materialkunde, der Komposition und der Farbenlehre waren zentraler Gegenstand des Vorkurses am Bauhaus. Diese Grundlagen greift der Workshop auf und macht sie für blinde und sehbehinderte Menschen erfahrbar. Ausgehend von den 14 Fallbeispielen der Ausstellung „original bauhaus“ untersuchen und hinterfragen die Teilnehmenden Materialität und Form der ausgestellten Gegenstände. Ausgewählte Exponate führen Sie dabei zu den Grundfragen des Bauhauses: Wie wirtschaftlich, wie funktional ist ein Produkt? Unter welchen sozialen Bedingungen wird es hergestellt und genutzt? Den Workshop leitet die Theaterregisseurin und Dramatikerin Katharina Schmitt.

Für die Buchung des Angebots melden Sie sich bitte jeweils in der Woche vor dem gewünschten Workshop bei uns an: per E-Mail unter bildung@berlinischegalerie.de oder telefonisch unter 030 789 02-832 (Mo-Fr 10-17 Uhr). Bitte informieren Sie uns über möglichen Unterstützungsbedarf!

„Was heißt hier Haltung? Das Bauhaus und die Moderne im Nationalsozialismus, im Exil und im geteilten Deutschland“
29. November, 18-20 Uhr, 30. November, 10-18 Uhr

100 Jahre nach Gründung des historischen Bauhauses zeigen sich der Optimismus und der experimentelle Geist, der den Wohnungsbau und die Wohnungsbaupolitik der Weimarer Republik prägten, durch Gewinnmaximierung und neoliberal geprägte Stadtplanung ersetzt. Angesichts des immer stärker anwachsenden Problems “bezahlbarer Wohnungen” blicken gerade auch Politiker sehnsuchtsvoll auf das Bauhaus und identifizieren mit ihm eine heute so sehr vermisste “soziale Haltung”.

Das Symposium setzt hier an. Es thematisiert Bauhaus und Moderne im Spannungsfeld von Politik und Wirtschaft. Es fragt, wie die mit dem Bauhaus und der Moderne identifizierte „soziale Haltung“ und ihre emanzipatorischen, gesellschaftsgestaltenden und -verändernden Impulse in der Weimarer Republik wirksam wurden und wie sie sich nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten in der Tätigkeit von Bauhäusler/innen und Architekt/innen des Neuen Bauens im Kontext unterschiedlicher politischer Systeme und Gesellschaftsformationen niedergeschlagen und transformiert haben.

Mit Beiträgen von Schüler/innen im Rahmen des Bauhaus Agenten Programms

Konzept: Andrea Bärnreuther, Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung
Anmeldung bis 27.11.2019: welcome@bauhaus.de
Mehr Informationen und Call for Papers

6. Dezember, 16 Uhr

Preis im Eintritt enthalten

„Bauhaus-Tanzkörper“ – Rekonstruktion eines Filmabends am Bauhaus
10. Januar, 19 Uhr

Walter Gropius zeigte und kommentierte am Bauhaus Dessau den Kulturfilm „Das Blumenwunder“ von Max Reichmann. In den kolorierten Aufnahmen bewegen sich 78 Blumen und Pflanzen im Zeitraffer in einer fantastischen Choreografie: Sie schlingen sich um Stäbe, umranken Gitter oder strecken Stängel wie Fühler aus. Statt der Tanzdarbietungen im Film ließ Oskar Schlemmer streng geometrische Bauhaus-Tänze dazu vorführen. Der Filmwissenschaftler Thomas Tode rekonstruiert den Abend am Bauhaus mit unterschiedlichen historischen Filmen. Der Stummfilmpianist Richard Siedhoff begleitet live am Klavier.

Preis im Eintritt enthalten, ohne Anmeldung (Ausstellung geöffnet bis 19 Uhr)

Angebot für blinde und sehbehinderte Besucher*innen von "original bauhaus"
Gestaltungsfragen dreidimensional auf der Spur
Tastführung: Sa 11.01.2020, 14–16 Uhr

Anhand verschiedenartiger Tastmodelle wird ein Einblick in 14 Kapitel Bauhausgeschichte vermittelt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Auseinandersetzung mit den künstlerischen Prinzipien der ehemaligen Schule für Gestaltung. Im Sinne der kritischen Analyse, die der Ausstellungsidee von „original bauhaus“ zugrunde liegt, werden den Teilnehmenden benutzbare, neuartige Gegenstände aus den Designbereichen Keramik, Textil und Möbelbau zugänglich gemacht. Erstmals sind die Tastmodelle keine Repliken, sondern veranschaulichen Design-Ideen und Herstellungsweisen.
In Kooperation mit dem Museumsdienst Berlin

Anmeldung und Buchung individueller Gruppenführungen für blinde und sehbehinderte Menschen:
Museumsdienst Berlin, Tel 030 247 49 888, E-Mail: museumsdienst@kulturprojekte.berlin

Workshop-Reihe „Vorkurs üben“

Sonntags, 11-14 Uhr

„Vorkurs üben“ ist Teil des umfangreichen Bildungs- und Vermittlungsprogramms von „original bauhaus“ und richtet sich an interessierte Erwachsene. Jeweils von 11-14 Uhr findet die Workshop-Reihe an allen 21 Sonntagen während der Laufzeit der Ausstellung statt. Die Auseinandersetzung mit den Aufgabenstellungen des berühmten Vorkurses am Bauhaus bildet den Schwerpunkt der einzelnen Veranstaltungen. Diese werden von internationalen Lehrenden betreut.

Bauhaus-Archiv Berlin / © Dr. Stephan Consemüller

Die Unbekannte im Stahlrohrsessel

Aus dem Magazin von bauhaus100.de

Mit der Jubiläumsausstellung „original bauhaus“ des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung können Sie bis zum 27. Januar 2020 einen weiteren Höhepunkt im Bauhausjahr erleben. Ausgehend von 14 Schlüsselobjekten geht die Schau den Verbindungen zwischen Idee und Rezeption nach. Einen Einblick liefert Ihnen die Kuratorin Nina Wiedemeyer.

original bauhaus I – Trailer

Anlässlich des 100. Gründungsjubiläums des Bauhauses zeigt die Ausstellung des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung in der Berlinischen Galerie berühmte, bekannte und vergessene Bauhaus-Originale und erzählt die Geschichte hinter den Objekten. Hier der erste Trailer.

original bauhaus II – Trailer

Anlässlich des 100. Gründungsjubiläums des Bauhauses zeigt die Ausstellung des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung in der Berlinischen Galerie berühmte, bekannte und vergessene Bauhaus-Originale und erzählt die Geschichte hinter den Objekten. Hier der zweite Trailer.

original bauhaus III – Trailer

Anlässlich des 100. Gründungsjubiläums des Bauhauses zeigt die Ausstellung des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung in der Berlinischen Galerie berühmte, bekannte und vergessene Bauhaus-Originale und erzählt die Geschichte hinter den Objekten. Hier der dritte Trailer.

Estate of T. Lux Feininger / Bauhaus-Archiv Berlin

Internationales Symposium "Was heißt hier Haltung?"

Bauhaus und Moderne im Nationalsozialismus, in der Emigration bzw. im Exil und im geteilten Deutschland
29./30. November 2019, Berlinische Galerie

100 Jahre nach Gründung des historischen Bauhaus zeigen sich der Optimismus und der experimentelle Geist, der den Wohnungsbau und die Wohnungsbaupolitik der Weimarer Republik prägten, durch Gewinnmaximierung und neoliberal geprägte Stadtplanung ersetzt. Angesichts des immer stärker anwachsenden Problems “bezahlbarer Wohnungen” blicken gerade auch Politiker sehnsuchtsvoll auf das Bauhaus und identifizieren mit ihm eine heute so sehr vermisste “soziale Haltung”.
Das Symposion setzt hier an. Es thematisiert Bauhaus und Moderne im Spannungsfeld von Politik und Wirtschaft. Es fragt, wie die mit dem Bauhaus und der Moderne identifizierte „soziale Haltung“ und ihre emanzipatorischen, gesellschaftsgestaltenden und -verändernden Impulse in der Weimarer Republik wirksam wurden und wie sie sich nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten in der Tätigkeit von Bauhäuslern und Architekten des Neuen Bauens im Kontext unterschiedlicher politischer Systeme und Gesellschaftsformationen niedergeschlagen und transformiert haben.


Besucherinformation

Wenn Sie original bauhaus als Gruppe (ab 10 Personen) besuchen möchten, bitten wir Sie, sich bereits vorab beim Museumsdienst Berlin anzumelden.


Öffentliche Führung auf Deutsch
Jeden Samstag um 15 Uhr
Jeden Sonntag um 15 Uhr & 16.15 Uhr
60 Min, Teilnahme kostenfrei zzgl. Eintritt
Eintritt bis 18 Jahre frei
Ohne Anmeldung

Öffentliche Führung auf Englisch
Jeden Samstag um 16.15 Uhr
Jeden Sonntag um 12 Uhr
60 Min, Teilnahme kostenfrei zzgl. Eintritt
Eintritt bis 18 Jahre frei
Ohne Anmeldung

Ausstellung "original bauhaus"

Berlinische Galerie | Alte Jakobstraße 124–128 | 10969 Berlin

Öffnungszeiten
Mittwoch–Montag 10–18 Uhr
Geschlossen am 24.12. und 31.12.

Eintritt
Tageskarte 12 Euro
Ermäßigt 9 Euro (gilt auch für Gruppen ab 10 Personen)
Jeden ersten Montag im Monat 7 Euro
Freier Eintritt bis 18 Jahre

Förderformel

Die Jubiläumsausstellung des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Berlin, in Kooperation mit der Berlinischen Galerie wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und die Kulturstiftung des Bundes.

  1. Die auf dieser Seite angegebenen Informationen wurden der Pressemappe original bauhaus auf der Webseite www.bauhaus.de/de/presse (Stand: 5.9.2019) entnommen.