Hessen

Mit dem Reformprogramm und Pionierprojekt „Das Neue Frankfurt“ war Hessen in den 1920er-Jahren einer der zentralen Schauplätze des Neuen Bauens.

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„Das Neue Frankfurt“ (1925–1930) ist nach wie vor der geläufigste Begriff, wenn es um Hessen und die Moderne geht. Als umfassendes gesellschaftliches Reformprogramm hatte es eine neue Lebens- und Wohnkultur zum Ziel. Unter Stadtbaurat Ernst May wurden in Frankfurt insgesamt 12.000 Wohnungen gebaut und mit ihnen neue Lebens- und Baustandards gesetzt. Dass an wirklich alle gedacht wurde, zeigt die Realisierung des Henry- und Emma-Budge-Heims für alleinstehende christliche und jüdische Senioren in Frankfurt – ein Altenheim mit modernsten Standards, großen Fensterflächen, zweckmäßigen Grundrissen und funktionaler Einrichtung, das unter Beteiligung der Bauhäusler Mart Stam und Ferdinand Kramer entstand. Auch die Interieur-Standards änderten sich mit dem Aufbruch zum Neuen Bauen. Mit der Frankfurter Küche entwarf Margarete Schütte-Lihotzky eine bahnbrechende Innovation für die Frankfurter Siedlungen. Sie ist der Prototyp unserer heutigen Einbauküche.

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Auch für die Verbreitung der Bauhaus-Idee und die heutige Bedeutung des Bauhauses spielte Hessen eine wichtige Rolle. 1960 gründete der Kunsthistoriker Hans Maria Wingler in Darmstadt das Bauhaus Archiv und bekam dabei rege Unterstützung von Walter Gropius und einer Vielzahl ehemaliger Bauhäusler, die mit Nachlässen und Spenden den Start ermöglichten. Erste Stätte des Bauhaus-Archivs war die Mathildenhöhe in Darmstadt. Schon früh galt sie als Künstlerkolonie, wo man Kunst und Handwerk zu verbinden suchte – dasselbe Ziel, das sich auch das Bauhaus bei seiner Gründung 1919 setzte. 1979 zog das Bauhaus-Archiv schließlich von Darmstadt nach Berlin um.
Das Jubiläum 2019 bietet die Gelegenheit, die hessischen Leistungen des Neuen Bauens einer noch breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Für das Jubiläumsjahr ist eine große Ausstellung als gemeinsame Initiative der Museen der Stadt Frankfurt am Main – Deutsches Architekturmuseum, Museum Angewandte Kunst, Historisches Museum Frankfurt und Fotografie Forum Frankfurt geplant. Darüber hinaus wollen die Hochschulen Darmstadt, die Goethe-Universität Frankfurt am Main, die Universität Kassel und die Philipps-Universität Marburg ein facettenreiches Programm aus Ausstellungen, Publikationen und Vorträgen beisteuern.

  1. Quelle:
  2. bauhaus100.de
Neues Wohnen

Küchen(t)räume

Die Mutter der Einbauküche, Margarete Schütte-Lihotzky, wäre in diesem Jahr 120 geworden. Anlass für eine Spurensuche, was es mit ihrer Frankfurter Küche auf sich hat und wie sie zu derartiger Berühmtheit gelangte.

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Foto: 8linden Frankfurter Küche, Christos Vittoratos, lizensiert unter CC BY-SA 3.0