Die Welt neu denken.
100 Jahren Bauhaus auf der Spur in Israel

The White City Center, Foto: Yael Schmidt

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Weimar, 1919.
War die Gründung des Staatlichen Bauhauses mit der Idee des Zusammenwirkens von Kunst und Handwerk noch ganz von den Erfahrungen menschenzerstörender Maschinerie im Ersten Weltkrieg getragen, so wird ab 1923 die Symbiose von Kunst und Technik zur Agenda einer das Gestaltungs- und Architekturverständnis seiner Zeit auf den Kopf stellenden Avantgardeschule. Die ab 1926 in Dessau wirkende Hochschule für Gestaltung reagiert auf die Wohnungsnot der Zeit und teilt das Ideengut des Neuen Bauens: Wohnraum soll sich an den Grundbedürfnissen der Menschen orientieren, bezahlbar werden und Gebäude und Gebrauchsgegenstände ihrer Zweckmäßigkeit und Funktion entsprechen. Das Bauhaus ist eine Schule experimenteller Versuchsarbeit, die Ausbildungsstätte ein Ort der Überwindung traditioneller Formen der Kunstausbildung, die Trennung zwischen angewandter und freier Kunst ist ebenso aufgehoben wie die zwischen Sparten und Disziplinen. Dabei geht es nicht um den Erwerb einer Profession, sondern um die Entwicklung kreativer Persönlichkeiten. Verbindend wirkt eine gemeinsame Vision: Eine bessere und gerechtere Welt gestalten! Damit ist das Bauhaus politisch. Es spiegelt das Bedürfnis nach künstlerischer Emanzipation und dem Aufbrechen traditioneller Strukturen wider. Es steht für politische und künstlerische Freiheit in einer jungen Demokratie.

Israel, 2019.
Eine Vielzahl von weiß getünchten Gebäuden mit schlichten Fassaden säumen die "White City“ in Tel Aviv. Bereits in den frühen 30er Jahren und während der nationalsozialistischen Verfolgung emigrieren jüdische Bauhaus-Mitglieder aus Deutschland in das historische Palästina und gestalten die Siedlung rund um die Hafenstadt Jaffa nach ihren Idealen. Mit der Staatsgründung Israels 1948 wird auch das Bauhaus Teil einer selbstbewussten und experimentierfreudigen neuen Gesellschaft. Auch der emanzipatorische Grundgedanke des Kibbuz, im Kollektiv zu leben und gemeinsam zu arbeiten, zeigt seinen prägenden Einfluss.

Welche transnationalen Erinnerungen und gesellschaftlichen Debatten prägen Israel im Kontext des 100-jährigen Bauhausjubiläums? In welchem politischen und gesellschaftlichen Kontext finden Raumplanung, Design und künstlerisches Schaffen in Israel heute statt? Welche Relevanz haben die Forderungen und Ideale der Bauhausbewegung im Hinblick auf gegenwärtige Demokratiediskurse im Land?
Auf der Studienreise erhalten die Teilnehmer/- innen anhand von Fachgesprächen, Begegnungen und Exkursionen eine Vielzahl von Perspektiven in die Geschichte und zeitgenössische Bedeutung des Bauhaus in Israel.


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Termin
15.11.2019 bis 27.11.2019

Vorbereitungstreffen
15.11.2019 in Frankfurt/Main

Für
Stadt-Planerinnen und Planer, Architektinnen und Architekten, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der politischen und kulturellen Bildung sowie Journalist/- innen.

Teilnahmegebühr
1.100 Euro
Die Teilnahmegebühr umfasst Hin- und Rückflug von Deutschland nach Israel, Unterbringung in Doppelzimmern und Verpflegung auf Basis von Halbpension.

Bewerbung
Bewerbungen werden nur über das Online-Bewerbungsformular entgegengenommen. Bitte bewerben Sie sich bis zum 1.4.2019. Die Auswahl der Teilnehmenden erfolgt spätestens ca. 3 Monate vor Reisebeginn.

Informationen & Kontakt

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Schreiben Sie bitte eine E-Mail an die Bundeszentrale für politische Bildung
israel-studienreisen@bpb.de
 

Bewerbung bis zum 1.4.2019 über das Online-Bewerbungsformular

  1. Allgemeine Hinweise
  2. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir Ehepartner/innen, Lebensgefährten/innen und Verwandte nicht gemeinsam für eine Studienreise berücksichtigen können, selbst wenn die Multiplikatoreneigenschaft auf beide zutrifft. Bewerbungen von Interessenten/innen, die aktiv im Berufsleben stehen, werden bei der Auswahl der Teilnehmenden grundsätzlich bevorzugt berücksichtigt. Die Auswahl der Teilnehmenden aus allen vorliegenden Bewerbungen behält sich die bpb vor. Bei der großen Zahl der Interessenten ist es uns leider nicht möglich, den Eingang jeder Anfrage eigens zu bestätigen. Die Reiseveranstaltungen sind als förderungswürdig im Sinne des § 9, Satz 2 der "Verordnung über den Sonderurlaub für Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte sowie für Richterinnen und Richter des Bundes" vom 1. Juni 2016 (BGBl. I S. 1284) anerkannt. Für Landesbeamte/innen und Angestellte gelten die landesrechtlichen Regelungen über Sonder- bzw. Bildungsurlaub. Die Einladung zur Teilnahme wird etwa ein Vierteljahr vor Beginn der Studienreise ausgesprochen.
  3. Einige Hinweise zum Thema Sicherheit
  4. Die Sicherheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer hat bei der Planung und Durchführung der Studienreisen der bpb stets höchste Priorität. Dies bedeutet zugleich, dass Reisen von uns als Veranstalter nur dann durchgeführt werden, wenn es die Sicherheitslage vor Ort zulässt. Während der Reisen arbeiten wir mit erfahrenen und uns bekannten israelischen Reisebegleitern zusammen. Alle Fahrten werden grundsätzlich in einem Tourbus und nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln unternommen. Die jeweilige Reiseleitung der bpb steht kontinuierlich in Kontakt zur Deutschen Botschaft in Tel Aviv sowie zu israelischen Sicherheitsbehörden. Aufgrund aktueller politischer Entwicklungen vor Ort kann es durchaus zu kurzfristigen Programmänderungen kommen.

Bauhaus-Monumente in Tel Aviv

ZDF – heute in Europa | veröffentlicht am 21.2.2019

Nirgends auf der Welt stehen so viele Häuser im Bauhaus-Stil wie in Tel Aviv. Lange Zeit wurden sie vernachlässigt. Doch im Jubiläumsjahr werden die Gebäude herausgeputzt.

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