Haus Am Horn

Haus / House am Horn (1923), Architekt / architect: Georg Muche
Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1923 — 1923
  • Architekt/in Adolf Meyer, Georg Muche

Sanierung

  • Baujahr / Bauzeit 1998 — 1999

Sanierung

  • Baujahr / Bauzeit 2018 — 2019

Gebäudetypologie

Wohnbau/Siedlung

Auch bekannt als: Musterhaus Am Horn, Versuchshaus Am Horn

Das Haus Am Horn ist das erste architektonische Zeugnis des Bauhauses in Weimar. Es entstand 1923 unter Mitwirkung zahlreicher Bauhäusler zur ersten Werkschau der Schule. Hier materialisierten sich erstmalig die revolutionären Bauhaus-Ideen moderner Lebensgestaltung. Seit 1996 zählt es zum UNESCO-Welterbe.

Bereits 1920 entstand die Idee einer Bauhaussiedlung in Weimar. Wirtschaftliche Not in der Nachkriegszeit und Inflation führten allerdings zur Ausführung lediglich des Musterhauses Am Horn. Der Entwurf für das Haus stammt vom jüngsten Bauhaus-Meister und Maler Georg Muche. Das Büro Gropius setze das Bauvorhaben unter Leitung von Adolf Meyer um.

In unmittelbarer Nähe zu Goethes Gartenhaus steht das Haus Am Horn als Prototyp modernen Bauens. Auf einer Grundfläche von 12 x 12 Metern konstruierte Muche baukastenartig in einem nahezu symmetrischen Grundriss alle Räume um den zentralen Wohnraum. Flur, Küche, Speise- Kinder-, Damen- und Herrenzimmer, Bad sowie Gästezimmer minimierte er zugunsten des Gemeinschaftsraumes – alles funktional und frei von Verspieltheit und Ornamenten.

Das Haus Am Horn war Experimentierfeld für neue Materialien, Konstruktionen und Technologien. Muche konzipierte das Wohnhaus für eine berufstätige Kleinfamilie ohne Hauspersonal: ein moderner Haushalt mit Haus- und Küchentechnik. Neben Einbauschränken gehörten zur Ausstattung eine Zentralheizung und Warmwasserbereitung, ein moderner Gasherd, auch eine Waschmaschine und eine Telefonanlage. Triolin als Linoleumersatz, Gummi, Opakglas stehen für Materialien aus der industriellen Produktion. Die Innenausstattung – wie Mobiliar, Leuchten, Teppiche, keramische Gefäße –  stammte aus den Bauhaus-Werkstätten und wurde u.a. von Marcel Breuer, Gunta Stölzl und László Moholy-Nagy entworfen. Alfred Arndt und Joseph Maltan führten die farbige Gestaltung der Innenräume aus.

1999 erfuhr das Musterhaus eine erste umfassende Renovierung, bei der Anbauten zurückgenommen wurden. Zum Bauhausjubiläum 2019 wird im Haus Am Horn eine neue Dauerausstellung zur Geschichte des Gebäudes eingerichtet. Es öffnet ab Mai 2019 für Besucher. [KL]

Karte

Legende

  • UNESCO Weltkulturerbe

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Öffnungszeiten

  • Montag : Uhr
  • Dienstag : geschlossen
  • Mittwoch : Uhr
  • Donnerstag : Uhr
  • Freitag : Uhr
  • Wochenende : Uhr

Sommer* Mi – Mo 10 – 18 Uhr, Di geschlossen
Winter* Mi – Mo 10 – 16 Uhr
*Sommer ab dem letzten Sonntag im März, Winter ab dem letzten Sonntag im Oktober

Förderformel

Anfahrt mit dem ÖPNV:

Nächstgelegener Bahnhof der Deutschen Bahn: Weimar Hauptbahnhof
Nächstgelegene Haltestelle ÖPNV: Bus Linie 2 oder 9: Weimar, Eduard-Mörike-Straße


  • Bauhaus-Werkstatt-Museum Dornburg

    In der letzten am Originalort erhaltenen Werkstatt des Bauhauses lässt sich das Schaffen und Leben der Bauhäusler auch nach 100 Jahren hautnah erleben. Arbeitsgeräte und Keramiken bieten einen einzigartigen Einblick in das Arbeiten der Bauhaus-Werkstätten von Krehan bis Körting.

    Weitere Infos: http://bauhaus-keramik.de/

Förderformel

Die Klassik Stiftung Weimar wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie dem Freistaat Thüringen und der Stadt Weimar.

Haus / House am Horn (1923), Architekt / architect: Georg Muche
Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Haus / House am Horn (1923), Architekt / architect: Georg Muche
Haus / House am Horn (1923), Architekt / architect: Georg Muche
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