DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main, Fassade bei Tag
Quelle: DIF/Bild: Uwe Dettmar;
Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main, Fassade bei Tag

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1910 — 1910
  • Architekt/in Friedrich Sander

Überformung

  • Baujahr / Bauzeit 1981 — 1984
  • Architekt/in Helge Bofinger

Sanierung

  • Baujahr / Bauzeit 2009 — 2011
  • Architekt/in blocher partners

Gebäudetypologie

Bildung (z.B. Museum, Schule, ...)

Dieser herausragende Bau ist Teil des digitalen Vermittlungsformats „100 Jahre Architekturgeschichte zwischen 1900 und 2000“, das ab April 2019 auf dieser Webseite zugänglich sein wird. Der Ort ist nicht Teil der Grand Tour der Moderne und nicht zugänglich.

Das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum ist mit seinem charakteristischen Stilmix ein eindrucksvolles Beispiel für die wiederholte architektonische Neuinterpretation einer gründerzeitlichen Villa. Zunächst integrierte der Architekt Helge Bofinger das Museum 1984 als Intervention im Stil der Postmoderne in die historische Hülle. Zwischen 2009 und 2011 wurde das Gebäude durch das Büro Blocher Partners erneut grundlegend umgebaut.

In der Mischung aus Neubauten und umgebauten Bürgerhäusern lassen sich am Museumsufer Frankfurt die unterschiedlichen Architekturdebatten der 1980er Jahre ablesen. Maßgeblich vorangetrieben hatte die Ansammlung verschiedener Kulturinstitutionen am Mainkanal der damalige Kulturdezernent, Hilmar Hoffmann. Dabei ging es vor allem um eine kulturelle Aufwertung des Flussufers. Neben dem DFF befinden sich heute 14 weitere Museen in unmittelbarer Nähe des Mains.

Die denkmalgeschützte Villa wurde 1910 von Friedrich Sander errichtet. Um dem Ausstellungsprogramm gerecht zu werden, baute sie Helge Bofinger Anfang der 1980er Jahre um. Nur die Gebäudehülle blieb dabei bestehen und wurde um eine Rotunde im Eingangsbereich ergänzt. Eine marmorne Treppe im Entree zitierte die Kinoeingänge im Amerika der 1930er Jahre. In den quadratischen Grundriss der Villa fügte Bofinger einen schräggestellten Quader ein. Dieses Haus-im-Haus-Konzept sollte, dem Medium entsprechend, für eine abwechslungsreiche Lichtatmosphäre sorgen.

Mit wachsenden Besucherzahlen und veränderten Anforderungen an den Ausstellungsbetrieb erwies sich die verschachtelte Architektur jedoch nach einigen Jahren als kaum geeignet für die Museums- und Archivarbeit. Eine grundlegende Neugestaltung durch das Büro Blocher Partners zwischen 2009 und 2011 sollte dem Haus ein neues Gesicht verleihen. Die Architekten entfernten Bofingers Haus-im-Haus, die denkmalgeschützte Fassade blieb unangetastet. Dem Umbau gingen längere Auseinandersetzungen voraus – Helge Bofinger war von den Plänen alles andere als begeistert und verurteilte die Zerstörung seines Werks.

Durch eine klare Gliederung mit großen, offenen Räumen, viel Glas und Licht schufen Blocher Partners ein völlig neues Raumerlebnis. Anstelle der Rotunde verlegten sie das Treppenhaus an die Ostseite des Eingangs und vergrößerten die Ausstellungsfläche um 700 qm. Eine vorgelagerte Glasscheibe erinnert nun bereits beim Eintreten an eine Kinoleinwand. 2011 wurde das Filmmuseum mit einer neuen Dauerausstellung wiedereröffnet.[DB]

Förderformel

Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main, Fassade bei Nacht
Quelle: DIF/Bild: Uwe Dettmar
Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main, Fassade bei Nacht
Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main
Quelle: DIF/Bild: Uwe Dettmar
Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main