Siedlung Italienischer Garten

Siedlung Italienischer Garten Celle, Architekt Otto Haesler
Celle Tourismus und Marketing GmbH;
Siedlung Italienischer Garten Celle, Architekt Otto Haesler

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1923 — 1925
  • Architekt/in Otto Haesler

Sanierung

  • Baujahr / Bauzeit 2005 — 2006

Gebäudetypologie

Wohnbau/Siedlung

Dieser herausragende Bau ist Teil des digitalen Vermittlungsformats „100 Jahre Architekturgeschichte zwischen 1900 und 2000“, das ab April 2019 auf dieser Webseite zugänglich sein wird. Der Ort ist nicht Teil der Grand Tour der Moderne und nicht zugänglich.

Der Architekt Otto Haesler, bedeutender Vertreter des Neuen Bauens, prägte durch zahlreiche Projekte das Stadtbild Celles. Mit der Siedlung Italienischer Garten von 1925 setzte er erstmals ein Architekturensemble in moderner Formensprache um. Besonders markant sind die Gebäude durch ihre leuchtend roten und blauen Fassaden. Der Italienische Garten zählt zu den ersten Siedlungen der Klassischen Moderne.

Die Siedlung besteht aus acht zweigeschossigen Flachdachhäusern und zwei dreigeschossigen Walmdachhäusern. Letztere markieren den westlichen Eingang in die Siedlung. Alle Flachdachhäuser, die sich in zwei Vierreihen gegenüberstehen, besitzen einen hell gestrichenen Mittelteil mit zentral gelegenem Eingang und Treppenhaus. Türen und Fenster stechen in leuchtendem Rot hervor. Seitlich angedockt sind jeweils vollflächig farbige Kuben. Sie sind etwas niedriger und wirken gleichsam eingeschoben, wodurch sich eine Staffelung der Fassadenflächen ergibt.

In den größeren blauen Häusern am Anfang und Ende der Straße sind jeweils vier Fünfzimmerwohnungen mit 129 qm untergebracht. Die kleineren roten Häuser verfügen jeweils über vier Vierzimmerwohnungen mit 84 qm. Die Eckfenster und kleinen halbrunden Balkone auf den straßenabgewandten Seiten sind hell abgesetzt. Mit der Farbgestaltung hatte Haesler auf Empfehlung Bruno Tauts, der in Magdeburg und Berlin mit seinen farbigen Siedlungen Aufsehen erregt hatte, den Maler und Architekten Karl Völker beauftragt.

Kubische Formen, Flachdächer, Übereckfenster und die Farbgestaltung der Häuser – all das verweist auf eine moderne Formensprache. Bei den Wohnungsgrößen und der Grundrissaufteilung – großzügiger Erschließungsflur und repräsentative Straßenseite – orientierte sich Otto Haesler jedoch noch an traditionellen Vorstellungen der Vormoderne. Die Mietpreise fielen damit vergleichsweise hoch aus. Erst in seinen später realisierten Siedlungsbauten konnte Haesler den Ansprüchen des Neuen Bauens auch hinsichtlich der Grundrissgestaltung gerecht werden.

Von 2005 bis 2006 fanden umfassende Sanierungen statt. Die Farbanstriche zeigen seitdem wieder Völkers ursprüngliche Gestaltung. Statt Kunststofffenstern finden nun wieder Holzfenster mit der ursprünglichen Sprosseneinteilung Verwendung. [KS]

Förderformel

Siedlung Italienischer Garten, Celle
Celle Tourismus und Marketing GmbH
Siedlung Italienischer Garten, Celle
Siedlung Italienischer Garten, Celle: Luftbild
Celle Tourismus und Marketing GmbH, Foto: Simon Thomas
Siedlung Italienischer Garten, Celle: Luftbild