Böttcherstraße Bremen

Die Böttcherstraße in Richtung Markt gesehen; links das Haus St.Petrus und das Haus der Sieben Faulen (Alfred Runge und Eduard Scotland 1923-26); rechts das Roselius-Haus (frühneuzeitliches hanseatisches Kaufmanns-Haus, 1928 beim Umbau zum Museum mit Treppengiebel versehen, 1944 total zerstört und bis 1954 wiederaufgebaut)
Archiv Böttcherstraße Bremen

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1923 — 1931
  • Architekt/in Bernhard Hoetger, Ludwig Roselius, Runge & Scotland

Sanierung

  • Baujahr / Bauzeit 1949 — 1954
  • Architekt/in Säume/ Hafemann, Hubert Bowe

Gebäudetypologie

Gemeinwohl

Die Böttcherstraße in Bremen, eine 100 Meter lange, verwinkelte Gasse zwischen Marktplatz und Weser, wurde zwischen 1922 und 1931 errichtet. Sie zeigt ein eklektisches Bauensemble, das Backsteingotik, Expressionismus und Art Déco vereint. Auftraggeber war der Kaffee-Hag-Besitzer Ludwig Roselius, der mit der „Propagandastraße“ für seinen Kaffee zugleich ein wichtiges Architekturzeugnis der Zwischenkriegsjahre schuf.

Einst war die Böttcherstraße ein Ort für Handwerker, wo – der Name verrät es – Fässer produziert wurden. Mit der Verlegung des Hafens Ende des 19. Jahrhunderts verlor sie jedoch an Bedeutung. 1902 erwarb Ludwig Roselius zunächst das Haus Nr. 6, ließ es renovieren und später zum Museum umbauen. Nachdem er die ganze Straße gekauft hatte, begann er 1922 mit dem Umbau beziehungsweise Abriss und Neubau von insgesamt sechs Häusern. Das Roselius Haus (Nr. 6) blieb als einziges bestehen.

Für zwei der Neubauten engagierte Roselius den expressionistischen Bildhauer, Maler und Architekten Bernhard Hoetger. Dieser entwarf zum einen das Paula-Becker-Modersohn-Haus (1926/1927), das im Backsteinexpressionismus errichtet ist und das weltweit erste Künstlerinnen-Museum beherbergt. 1930/1931 entstand zum anderen das Haus Atlantis, für das Hoetger, anders als bei den übrigen Bauten, eine Stahlkonstruktion einsetzte. Bemerkenswert sind das Art-Déco-Treppenhaus mit Wendeltreppe und der Himmelsaal, dessen Decke mit blauen und weißen Glassteinen für eine besondere Lichtstimmung sorgt.

Zusammen mit dem von Roselius entworfenen Robinson-Crusoe-Haus bildet das Haus Atlantis den südlichen Eingang zur Böttcherstraße. Beide weisen das gleiche Arkadenmotiv auf. Drei weitere Bauten – das Haus St. Petrus, das Haus der Sieben Faulen und das Haus des Glockenspiels – stammen von den Architekten Eduard Scotland und Alfred Runge. Wie alle Häuser besitzen auch sie die typischen Backsteinfassaden, welche die unterschiedlichen Bauten zu einer Einheit zusammenfügen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Böttcherstraße schwer beschädigt und bis 1954 größtenteils wiederhergestellt. Bereits seit 1936 steht sie als Gesamtanlage unter Denkmalschutz und beherbergt heute neben Einzelhandel und Gastronomie verschiedene Schauwerkstätten sowie zwei Museen.

Karte

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

Böttcherstraße Bremen
Böttcherstraße 4
28195 Bremen

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten der Museen (Paula Modersohn-Becker Museum und das Ludwig Roselius Museum): dienstags bis sonntags, 11–18 Uhr, montags geschlossen. Der Himmelssaal ist nur im Rahmen von Führungen zugänglich (info@boettcherstrasse.de, Tel. 0421 338820).

Förderformel

Anfahrt mit dem ÖPNV:

Nächstgelegener Bahnhof der Deutschen Bahn: Bremen
Nächstgelegene Haltestelle ÖPNV (Bus, Straßenbahn o.ä.): Domsheide

Förderformel

Seit 1988 trägt die Sparkasse Bremen für die traditionsreichen 107 Meter zwischen Marktplatz und Martinistraße die Verantwortung - und zwar mit Herzblut und Leidenschaft. Mit ihrer Stiftung Bremer Sparer-Dank sorgt sie dafür, die charakteristische Architektur und das kulturelle Erbe von Bremens "heimlicher Hauptstraße" zu bewahren.

Links im Vordergrund das Paula-Becker-Modersohn-Haus (Hoetger 1927), rechts im Mittel- und Hintergrund die Backsteingiebel des Haus St. Petrus (Runge & Scotland 1923-26) und des Robinson-Crusoe-Haus (Ludwig Roselius und Karl von Weihe 1930-31); mittig im Hintergrund das Haus Atlantis (Hoetger 1929-31) mit seiner Stahlkonstruktion und dem parabelförmigen Dach des Himmelssaals.
Archiv Böttcherstraße Bremen
Links im Vordergrund das Paula-Becker-Modersohn-Haus (Hoetger 1927), rechts im Mittel- und Hintergrund die Backsteingiebel des Haus St. Petrus (Runge & Scotland 1923-26) und des Robinson-Crusoe-Haus (Ludwig Roselius und Karl von Weihe 1930-31); mittig im Hintergrund das Haus Atlantis (Hoetger 1929-31) mit seiner Stahlkonstruktion und dem parabelförmigen Dach des Himmelssaals.
Haus Atlantis mit Stahlkonstruktion und Verwendung von Glasbausteinen in Stahlbeton; unter den Fenstern geschnitzte Brüstungsfelder mit den germanischen Monatsnamen; rechts sog. 'Lebensbaum' aus Holz: Figur eines Gekreuzigten im Radkreuz mit Runenzeichen. Fassade 1946/47 und 1965 verändert; 'Lebensbaum' 1944 verbrannt
Archiv Böttcherstraße Bremen
Haus Atlantis mit Stahlkonstruktion und Verwendung von Glasbausteinen in Stahlbeton; unter den Fenstern geschnitzte Brüstungsfelder mit den germanischen Monatsnamen; rechts sog. 'Lebensbaum' aus Holz: Figur eines Gekreuzigten im Radkreuz mit Runenzeichen. Fassade 1946/47 und 1965 verändert; 'Lebensbaum' 1944 verbrannt