Böttcherstraße

Böttcherstraße, Bremen: Aufblick zum Ludwig Roselius Museum, Haus des Glockenspiels und Haus St. Petrus in der Boettcherstraße.
Böttcherstraße, Bremen: Aufblick zum Ludwig Roselius Museum, Haus des Glockenspiels und Haus St. Petrus in der Boettcherstraße. © IMAGO/blickwinkel/S. Ziese, 8.7.2021.

Erbauung


Sanierung

  • 1949 — 1954
  • Säume/ Hafemann, Hubert Bowe

Die Böttcherstraße in Bremen, eine 100 Meter lange, verwinkelte Gasse zwischen Marktplatz und Weser, wurde zwischen 1922 und 1931 errichtet. Sie zeigt ein eklektisches Bauensemble, das Backsteingotik, Expressionismus und Art Déco vereint. Auftraggeber war der Kaffee-Hag-Besitzer Ludwig Roselius, der mit der „Propagandastraße“ für seinen Kaffee zugleich ein wichtiges Architekturzeugnis der Zwischenkriegsjahre schuf.

Einst war die Böttcherstraße ein Ort für Handwerker, wo – der Name verrät es – Fässer produziert wurden. Mit der Verlegung des Hafens Ende des 19. Jahrhunderts verlor sie jedoch an Bedeutung. 1902 erwarb Ludwig Roselius zunächst das Haus Nr. 6, ließ es renovieren und später zum Museum umbauen. Nachdem er die ganze Straße gekauft hatte, begann er 1922 mit dem Umbau beziehungsweise Abriss und Neubau von insgesamt sechs Häusern. Das Roselius Haus (Nr. 6) blieb als einziges bestehen.

Für zwei der Neubauten engagierte Roselius den expressionistischen Bildhauer, Maler und Architekten Bernhard Hoetger. Dieser entwarf zum einen das Paula-Becker-Modersohn-Haus (1926/1927), das im Backsteinexpressionismus errichtet ist und das weltweit erste Künstlerinnen-Museum beherbergt. 1930/1931 entstand zum anderen das Haus Atlantis, für das Hoetger, anders als bei den übrigen Bauten, eine Stahlkonstruktion einsetzte. Bemerkenswert sind das Art-Déco-Treppenhaus mit Wendeltreppe und der Himmelsaal, dessen Decke mit blauen und weißen Glassteinen für eine besondere Lichtstimmung sorgt.

Zusammen mit dem von Roselius entworfenen Robinson-Crusoe-Haus bildet das Haus Atlantis den südlichen Eingang zur Böttcherstraße. Beide weisen das gleiche Arkadenmotiv auf. Drei weitere Bauten – das Haus St. Petrus, das Haus der Sieben Faulen und das Haus des Glockenspiels – stammen von den Architekten Eduard Scotland und Alfred Runge. Wie alle Häuser besitzen auch sie die typischen Backsteinfassaden, welche die unterschiedlichen Bauten zu einer Einheit zusammenfügen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Böttcherstraße schwer beschädigt und bis 1954 größtenteils wiederhergestellt. Bereits seit 1936 steht sie als Gesamtanlage unter Denkmalschutz und beherbergt heute neben Einzelhandel und Gastronomie verschiedene Schauwerkstätten sowie zwei Museen. [KS]

Karte

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

Böttcherstraße Bremen
Böttcherstraße 4
28195 Bremen

Öffnungszeiten

Bitte informieren Sie sich über die derzeitigen Öffnungszeiten der Museen (Paula Modersohn-Becker Museum und Ludwig Roselius Museum) sowie die geltenden Zugangs- und Hygienevorschriften vor Ort.

Förderformel

Anfahrt mit dem ÖPNV:

Nächstgelegener Bahnhof der Deutschen Bahn: Bremen
Nächstgelegene Haltestelle ÖPNV (Bus, Straßenbahn o.ä.): Domsheide

Buch: Bauhaus 100 Orte der Moderne

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Förderformel

Seit 1988 trägt die Sparkasse Bremen für die traditionsreichen 107 Meter zwischen Marktplatz und Martinistraße die Verantwortung – und zwar mit Herzblut und Leidenschaft. Mit ihrer Stiftung Bremer Sparer-Dank sorgt sie dafür, die charakteristische Architektur und das kulturelle Erbe von Bremens "heimlicher Hauptstraße" zu bewahren.

Böttcherstrasse, Bremen: Links im Vordergrund das Paula-Becker-Modersohn-Haus von Bernhard Hoetger (1927), rechts im Mittel- und Hintergrund die Backsteingiebel des Haus St. Petrus von Runge & Scotland (1923-26) und des Robinson-Crusoe-Haus von Ludwig Roselius und Karl von Weihe (1930-31); mittig im Hintergrund das Haus Atlantis (Hoetger 1929-31) mit seiner Stahlkonstruktion und dem parabelförmigen Dach des Himmelssaals.
Archiv Böttcherstraße Bremen.
Böttcherstrasse, Bremen: Links im Vordergrund das Paula-Becker-Modersohn-Haus von Bernhard Hoetger (1927), rechts im Mittel- und Hintergrund die Backsteingiebel des Haus St. Petrus von Runge & Scotland (1923-26) und des Robinson-Crusoe-Haus von Ludwig Roselius und Karl von Weihe (1930-31); mittig im Hintergrund das Haus Atlantis (Hoetger 1929-31) mit seiner Stahlkonstruktion und dem parabelförmigen Dach des Himmelssaals.
Böttcherstrasse, Bremen: Haus Atlantis mit Stahlkonstruktion und Verwendung von Glasbausteinen in Stahlbeton; unter den Fenstern geschnitzte Brüstungsfelder mit den germanischen Monatsnamen. Rechts der sog. 'Lebensbaum' aus Holz: Figur eines Gekreuzigten im Radkreuz mit Runenzeichen. Fassade 1946/47 und 1965 verändert; 'Lebensbaum' 1944 verbrannt.
Archiv Böttcherstraße Bremen, Foto: Stickelmann.
Böttcherstrasse, Bremen: Haus Atlantis mit Stahlkonstruktion und Verwendung von Glasbausteinen in Stahlbeton; unter den Fenstern geschnitzte Brüstungsfelder mit den germanischen Monatsnamen. Rechts der sog. 'Lebensbaum' aus Holz: Figur eines Gekreuzigten im Radkreuz mit Runenzeichen. Fassade 1946/47 und 1965 verändert; 'Lebensbaum' 1944 verbrannt.