Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Berlin
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Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Berlin

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1891 — 1895
  • Architekt/in Franz Schwechten

Überformung

  • Baujahr / Bauzeit 1957 — 1961
  • Architekt/in Egon Eiermann

Gebäudetypologie

Sakralbau

Auch bekannt als: Gedächtniskirche

Egon Eiermann nannte sie sein Lebenswerk: 1961 wurde die neue Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche am Berliner Breitscheidplatz eingeweiht. Ein gelungenes „Spiel des Neuen um das Alte herum“, wie der Architekt selbst seinen Entwurf beschrieb. Er integrierte die Überreste des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Baus in einen selbstbewussten Neubau. Die aus dem Ensemble herausragende Turmruine wurde so zum Mahnmal für den Frieden und gehört heute zu den signifikantesten Wahrzeichen Berlins.

Als Denkmal für Kaiser Wilhelm I. war die Gedächtniskirche Ende des 19. Jahrhunderts nach Entwürfen von Franz Schwechten errichtet worden. Fliegerbomben zerstörten sie 1943 und 1945, zurück blieb nur der schwer beschädigte Turm, der dem zunehmenden Zerfall preisgegeben wurde. 1957 gewann der Architekt und Designer Egon Eiermann den Wettbewerb zum Neubau der Kirche. Die Ruine wollte er zunächst vollständig abreißen, womit er jedoch auf heftigen Widerstand stieß. Vielen Berlinern war das mahnend aufragende Gerippe ein Symbol für die befreite Stadt. Eiermann überarbeitete seinen Entwurf, die Ruine wurde um vier freistehende Gebäude aus Stahlbeton mit vieleckigem Grundriss ergänzt: ein oktogonales Kirchenschiff und ein rechteckiges Foyer, dazu eine ebenfalls rechteckige Kapelle und ein hexagonaler Glockenturm.

Charakteristisch für die neue Kirche sind die gerasterten Fassaden aus Betonwaben, in die mehr als 20.000 blaue Glasfenster eingelassen wurden. Ihr Farbenspiel komponierte der Glaskünstler Gabriel Loire aus dem französischen Chartres. Im Inneren entfaltet vor allem der Zentralbau eine berückende Wirkung: Die äußere Wandschale ist vom inneren Kapellenraum abgesetzt, sodass ein nach oben offener Umgang entsteht. Durch diesen dringt Licht in den Andachtsraum, Geräusche aber werden gedämpft. Dies macht die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zu einem einzigartigen Ort der Stille inmitten der Großstadt. Auch den Großteil der Innenausstattung entwarf Eiermann selbst, von ihm sind Altar, Kanzel und Taufbecken, Leuchten und Gestühl, der Fußboden aus runden, glasierten Keramikplatten und sogar der Orgelprospekt.

Trotz der Anlaufschwierigkeiten entwickelte sich Egon Eiermanns Kirche zu einem lebendigen sakralen Zentrum Berlins mit historischer Symbolkraft. Seit 2010 wird das Ensemble in mehreren Abschnitten saniert. [DB]

Karte

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche
Breitscheidplatz 1
10789 Berlin

Öffnungszeiten

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