Loheland

Siedlung Loheland, Steinhaus
Loheland-Stiftung

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1919 — 1934
  • Architekt/in Hermann Mahr, Louise Langgaard, Walther Baedecker, Kurt Wehlte

Sanierung

  • Baujahr / Bauzeit 2015 — 2018
  • Architekt/in Peter Sichau

Gebäudetypologie

Wohnbau/Siedlung

Auch bekannt als: Loheland Schule für Körperbildung, Landbau und Handwerk

Die Frauensiedlung Loheland ist ein Zeugnis der europäischen Reformbewegung der Moderne. Sie entstand zeitgleich mit dem Bauhaus ab 1919 mit der Gründung der „Loheland Schule für Körperbildung, Landbau und Handwerk“. Bis 1934 wuchs die Anlage auf dem Herzberg unweit von Fulda auf 20 Bauten an. Heute steht die Siedlung, die auch später noch erweitert wurde, als Gesamtensemble unter Denkmalschutz.

Die Gründung von Loheland geht auf die Initiative von Louise Langgaard und Hedwig von Rohden zurück. Die beiden Frauen hatten seit 1912 ein „Seminar für klassische Gymnastik“ unterrichtet und gründeten 1919 die Loheland Schule als ganzheitliche Ausbildungsstätte für junge Frauen. Dabei ging es nicht nur um Körperbildung, Tanz und Musik, sondern auch um Handwerk und bildkünstlerische Tätigkeiten. Zudem wurde mit biodynamischem Land- und Gartenbau experimentiert.

Lernen, Arbeiten und das soziale Leben in der Gemeinschaft – etwa 24 Lehrkräfte lebten in den 1920ern in Loheland – verbanden sich im Siedlungskonzept. Die Bauten unterschieden sich dabei allerdings stark vom parallel wirkenden Bauhaus. Sie zitierten mit Schrägdächern, Holzverkleidungen, Natursteinwänden und Fachwerk traditionelle Heimatschutzarchitektur. Neben Louise Langgaard wirkte u. a. auch der Hamburger Architekt Walther Baedeker beim Bau mit.

Die Gebäude besitzen jeweils eine eigene Charakteristik. Ein Loheländer Gesamtkunstwerk, das noch mit Originalmöbeln ausgestattet ist, ist zum Beispiel das schlanke Evahaus mit spitzem Satteldach, in dem einst die Tänzerin Eva Maria Deinhardt wohnte. Experimentell war dagegen die Waggonia von 1927, die aus vier ausrangierten Eisenbahnwaggons besteht, die mittels einer Holzverkleidung zu einem U-förmigen Bau zusammengefügt wurden. Imposant ist der 1924 begonnene Franziskusbau mit seinem an Sakralbauten erinnernden Natursteingewölbe, der 1982 eine Erweiterung erhielt.

Die Gesamtanlage umfasst mittlerweile 40 Bauten. In der idyllischen Siedlung, in der heute nicht nur Frauen, sondern auch Familien und einige Oberstufenschüler leben, befinden sich unter anderem eine Rudolf-Steiner-Schule, ein Kindergarten und das Archiv der 1971 gegründeten Loheland-Stiftung. Loheland steht Besuchern zur Besichtigung offen. [KS]

Karte

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

Loheland-Stiftung
Loheland 1
36093 Künzell-Loheland

Öffnungszeiten

  • Werktag : Uhr
  • Wochenende : Uhr

Die Siedlung, die sich über 54 ha erstreckt, ist als Gesamtensemble im Außenbereich barrierefrei zugänglich.
Vom 01.01. bis 29.02. eines Jahres immer von 08:00 bis 17:00 Uhr zugänglich.

Förderformel

Anfahrt mit dem ÖPNV:

Nächstgelegener Bahnhof der Deutschen Bahn: Fulda
Nächstgelegene Haltestelle ÖPNV (Bus, Straßenbahn o.ä.): Loheland-Schule

Förderformel

Die Sanierung der Gebäude und die denkmalgerechte Weiterentwicklung der Grünanlage wird gefördert durch das Land Hessen, aus Bundesmitteln für Denkmale nationaler Bedeutung und von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Siedlung Loheland, Evahaus, 2016 denkmalgerecht saniert
Loheland-Stiftung
Siedlung Loheland, Evahaus, 2016 denkmalgerecht saniert
Siedlung Loheland, Rundbau
Loheland-Stiftung
Siedlung Loheland, Rundbau