Großmarkt Hamburg

Fassade des Großmarkt Hamburg
Großmarkt Hamburg;
Fassade des Großmarkt Hamburg

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1958 — 1962
  • Architekt/in Bernhard Hermkes

Gebäudetypologie

Konsum/Handel

Dieser herausragende Bau ist Teil des digitalen Vermittlungsformats „100 Jahre Architekturgeschichte zwischen 1900 und 2000“, das ab April 2019 auf dieser Webseite zugänglich sein wird. Der Ort ist nicht Teil der Grand Tour der Moderne und nicht zugänglich.

Seit 1962 versorgt der Großmarkt Hamburg Gewerbekunden mit Lebensmitteln und Blumen auf einem 27,3 Hektar großen Areal im südlichen Hammerbrook. Den Witterungsschutz gewährleisten drei zusammenhängende Hallen mit einer Grundfläche von etwas über 40.000 Quadratmetern und insgesamt 900.000 Kubikmetern umbauten Raums (einschließlich Untergeschoss mit weiteren 40.000 Quadratmetern, Zwischengeschoss mit 17.000 Quadratmetern und Büroebene mit 2500 Quadratmetern). Das unter der Federführung des Architekten Bernhard Hermkes und seines Büropartners Gerhart Becker sowie des Büros Schramm + Elingius und unter Mitwirkung des Ingenieurs Ulrich Finsterwalder entstandene Spannbetonbauwerk ist als historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland anerkannt.

Ab 1911 gewährleistete der Deichtormarkt mit den beiden Deichtorhallen am Klostertor die Versorgung Hamburgs mit Obst und Gemüse aus den Elbmarschen. Um dem wachsenden Bedarf nach dem Zweiten Weltkrieg zu genügen, suchte die Stadt ein Ausweichquartier und fand es im von den Flächenbombardierungen 1944/45 besonders betroffenen Stadtteil Hammerbrook direkt am Oberhafen. Den 1954 ausgeschriebenen Wettbewerb für eine neue Großmarkthalle gewann Bernhard Hermkes. Dem Architekten wurde bereits während der Planungsphase ein Ingenieur und ein schließlich mit der Bauausführung betrautes Bauunternehmen (Dyckerhoff & Widmann) zur Seite gestellt.

Das Planungsteam entwarf eine Konstruktion aus zwölf Binderbögenketten mit jeweils drei parabolischen Stahlbetonbögen und zwei elliptisch geformten Trägern, die sich zu einer Gesamtlänge von 220 Metern addieren – bei einer Hallenbreite von 183 Metern und einer Höhe von 21 Metern. Die geschwungenen Dachflächen setzen sich aus Spannbetonschalen zwischen den Trägerketten zusammen. Nach Norden sind die drei zusammenhängenden Hallen jeweils großzügig verglast. Den südlichen Abschluss am Ufer des Oberhafens bildet eine eingehängte Subkonstruktion mit durchlaufender flach gewellter Dachlinie; dort sind Büros untergebracht.

Ab Mai 1958 wurden rund 60.000 Kubikmeter Stahlbeton mit 6000 Tonnen Rundstahlbewehrung in der Konstruktion verbaut. Seit dem 4. Juni 1962 wird in den Hallen Frischware umgeschlagen, an sechs Tagen pro Woche zwischen zwei und neun Uhr, aktuell etwa 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr. In der mittleren Halle sorgt seit 2015 das „Mehr! Theater am Großmarkt“ mit Platz für 3500 Zuschauer für Betrieb auch in den Abendstunden. [OH]

Förderformel

Der Großmarkt Hamburg aus der Vogelperspektive.
Fotografin: Cordelia Ewerth, 22941 Hammoor/üb. Ahrensburg
Der Großmarkt Hamburg aus der Vogelperspektive.