Flughafen Tempelhof

Tempelhof Projekt GmbH, www.thf-berlin.de

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1936 — 1941
  • Architekt/in Ernst Sagebiel

Gebäudetypologie

Verkehr/Infrastruktur

Es bedarf vieler Superlative, um den Flughafen Tempelhof in Berlin zu beschreiben: Er gilt als das größte Baudenkmal Europas, war einst flächengrößtes Gebäude der Welt und ist in seiner fortschrittlichen Technik und Funktionalität ein Vorreiter des modernen Flughafenbaus. Gleichzeitig diente das ab 1936 nach Plänen von Ernst Sagebiel und im Auftrag Hitlers errichtete Monumentalbauwerk der Machtdemonstration und Propagandaarbeit der Nationalsozialisten, war ein Ort der Zwangsarbeit und der Kriegsrüstung.

Bereits seit 1923 befand sich auf dem Areal ein Flughafen, der jedoch schnell zu klein wurde. Sagebiel entwarf 1934 einen neuen, für die geplante „Welthauptstadt Germania“ adäquaten Großflughafen. Ab 1936 nahm der neoklassizistische Bau – einer der wenigen erhaltenen Bauten der nationalsozialistischen „Einschüchterungsarchitektur“ – Gestalt an.

Es entstand ein gewaltiger Bogen mit über 1,2 Kilometer Länge, der von 13 militaristisch wirkenden Treppentürmen gegliedert wird. In ihm befinden sich die Hangars und Flugsteige. An die Mitte des Bogens schließen die Empfangshalle und Verwaltungsgebäude an. Diese viergeschossigen, geometrisch angeordneten Flügelbauten umfassen im Rund einen Vorplatz und sind das repräsentative Zentrum des Flughafens.

Die Fassadenverblendung aus Naturstein sorgt für die pathetische Wirkmacht des Gebäudekomplexes – er steht somit im Zeichen des Traditionalismus, den die Nazis propagierten, um ihre Ablehnung des Neuen Bauens zu demonstrieren. Allerdings bleibt der Einfluss moderner Architektur nicht unverborgen: Das damals neue Stahlbetonskelett ist von Seiten des Flugfelds sichtbar, ebenso die freitragende Dachkonstruktion, die als Tribüne für Flugshows und Aufmärsche konzipiert war und sich über die Länge der Anlage erstreckt.

Während des Kriegs mussten Zwangsarbeiter in den Hangars Kriegsbomber produzieren. Die Bauarbeiten am Flughafen wurden 1941 unterbrochen und erst in den 1960er Jahren fertiggestellt. Mit der Luftbrücke 1948/1949 wurde Tempelhof erneut zum Schauplatz der Geschichte. Seit 2008 ist der Flugverkehr eingestellt. Heute ist das Tempelhofer Feld ein Freizeitareal und die weltweit größte innerstädtische Freifläche. Der Flughafen soll in den kommenden Jahren zu einem Experimentierort und Stadtquartier für Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft werden. [KM]

Karte

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

Flughafen Tempelhof
Platz der Luftbrücke 5
12101 Berlin

Öffnungszeiten

Gebäudeführungen
MYTHOS TEMPELHOF
Mo - Do 16 Uhr, Fr 13 u. 16 Uhr, Sa+So 12 u. 15 Uhr, Dauer der Führung: ca. 2 Stunden
VERBORGENE ORTE
Mo, Do, Fr, Sa, So 11 Uhr, Dauer der Führung: ca. 2 Stunden
ENGLISH GUIDED TOURS
Wed, Fr, Sa, So 1:30pm, Duration of the tour: 2 hours

Die Tickets können Sie über www.thf-berlin.de/tour oder am Tag der Tour vor Ort im GAT-Bereich erwerben.

Förderformel

Anfahrt mit dem ÖPNV:

Für Autofahrer stehen auf dem ehemaligen Flughafengelände drei Parkplätze bereit. Wir empfehlen dennoch die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Anfahrt mit dem PKW:

Der Standort ist optimal an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen. Die U-Bahnstationen Platz der Luftbrücke und Paradestraße (U6) sowie die S-Bahn-Station Tempelhof liegen in fußläufiger Entfernung zum ehemaligen Flughafenareal. Mehrere Bushaltestellen sind in unmittelbarer Umgebung.
Treppenhaus des Flughafen Tempelhof, Berlin.
3093594 / pixabay.com, Zugriff am 7.2.2019 auf https://pixabay.com/photo-1590582/
Treppenhaus des Flughafen Tempelhof, Berlin.
Flughafen Tempelhof, Berlin: Haupthalle
Tempelhof Projekt GmbH, www.thf-berlin.de
Flughafen Tempelhof, Berlin: Haupthalle