Fagus-Werk

Fagus-Werk, Rückansicht, Alfeld (Niedersachsen), Architekten: Walter Gropius, Adolf Meyer, 1911.
Fagus-Werk, Rückansicht, Alfeld (Niedersachsen), Architekten: Walter Gropius, Adolf Meyer, 1911. © UNESCO-Welterbe Fagus-Werk.

Erbauung


Sanierung

  • 1984 — 2004

UNESCO-Welterbe Fagus-Werk

Das ab 1911 erbaute Fagus-Werk im niedersächsischen Alfeld zählt international zu den frühesten Beispielen moderner Architektur. Es ist das erste Fabrikgebäude, das der spätere Bauhaus-Gründer Walter Gropius – gemeinsam mit Adolf Meyer – realisiert hat. Bis heute werden seiner ursprünglichen Aufgabe folgend Schuhleisten im Fagus-Werk produziert.

Beauftragt wurde der damals noch unbekannte junge Architekt Gropius vom Fabrikgründer Carl Benscheidt. Er arbeitete zwar bereits mit dem erfahrenen Industriebau-Architekten Eduard Werner zusammen, dessen funktional stimmiger Entwurf für das Fagus-Werk ihm aber zu wenig zeitgemäß erschien. Gropius und Meyer überarbeiteten den bereits eingereichten und bewilligten Bauantrag von Werner hinsichtlich des äußeren Erscheinungsbildes. Benscheidt zeigte sich derart überzeugt davon, dass er für den weiteren Ausbau des Werks ganz auf das Büro Gropius setzen sollte.

Im Mittelpunkt des Ensembles steht das sogenannte Hauptgebäude mit seiner markanten großflächigen Glasfassade, die sich über drei Geschosse erstreckt. Der Bau kommt in den Eckbereichen, an denen zwei Glasbahnen aufeinandertreffen, ohne jede Stütze aus: ein absolutes Novum zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Möglich war das durch eine unsichtbar im Dachbereich der Ecke eingefügte Stahlverstärkung in dem ansonsten konventionell in Backsteinmauerwerk errichteten Gebäude.

Nicht nur das Hauptgebäude, das überwiegend Büros enthält, sondern auch die eingeschossige Werkshalle stellt sich als lichtdurchfluteter Arbeitsraum dar. Sowohl Benscheidt als aufgeklärter Fabrikherr als auch Gropius als sozial interessierter Architekt setzten sich für eine menschenfreundliche Arbeitsumgebung ein, die zu dieser Zeit alles andere als selbstverständlich war. Glas wird in der Folge für Gropius zum verheißungsvollen Baustoff einer neuen Zeit, sowohl in architektonischer als auch gesellschaftlicher Hinsicht. Seinen Höhepunkt in der Anwendung wird dieses Material im Werk von Gropius mit dem Dessauer Bauhausgebäude finden.

Seit 2011 zählt der aufwendig sanierte und modernisierte Gebäudekomplex zum UNESCO-Welterbe. Das Fagus-Werk ist die weltweit einzige Welterbestätte, in der bis heute produziert wird. Es ist täglich für Besucher geöffnet und bietet Führungen sowie Ausstellungen im firmeneigenen Besucherzentrum an. [FE]

Karte

Legende

  • UNESCO Weltkulturerbe

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

UNESCO-Welterbe Fagus-Werk
Hannoversche Straße 58
31061 Alfeld

Öffnungszeiten

Bitte informieren Sie sich über die derzeitigen Öffnungszeiten und geltenden Zugangs- und Hygienevorschriften vor Ort.

Förderformel

Anfahrt mit dem ÖPNV:

Nächstgelegener Bahnhof der Deutschen Bahn: Alfeld (Leine), 10-Minuten Fußweg zum Fagus-Werk

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Fagus-Werk, Alfeld (Niedersachsen), Architekten: Walter Gropius, Adolf Meyer, 1911.
Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com / VG Bild-Kunst, Bonn 2018.
Fagus-Werk, Alfeld (Niedersachsen), Architekten: Walter Gropius, Adolf Meyer, 1911.
Fagus-Werk, Alfeld (Niedersachsen), Architekten: Walter Gropius, Adolf Meyer, 1911.
UNESCO-Welterbe Fagus-Werk.
Fagus-Werk, Alfeld (Niedersachsen), Architekten: Walter Gropius, Adolf Meyer, 1911.

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Erleben Sie drei Welterbestätten Deutschlands. Das Chilehaus in Hamburg, das Fagus-Werk in Alfeld sowie das Bergwerk Rammelsberg in Goslar.

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