Landhaus Ilse

Landhaus Ilse, Burbach
Gemeinde Burbach;
Landhaus Ilse, Burbach

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1924
  • Architekt/in Willi Grobleben

Gebäudetypologie

Wohnbau/Siedlung

Dieser herausragende Bau ist Teil des digitalen Vermittlungsformats „100 Jahre Architekturgeschichte zwischen 1900 und 2000“, das ab April 2019 auf dieser Webseite zugänglich sein wird. Der Ort ist nicht Teil der Grand Tour der Moderne und nicht zugänglich.

Das Landhaus Ilse in Burbach entstand 1924 auf Initiative des Ingenieurs Willi Grobleben. Mit seinem quadratischen Grundriss und der funktionalen Raumaufteilung ähnelt es stark dem „Haus Am Horn“, das der Maler Georg Muche zur ersten Bauhaus-Ausstellung 1923 in Weimar als Musterhaus errichten ließ. Das Landhaus Ilse ist bis heute in beinah unverändertem Zustand erhalten und damit ein wichtiges bauliches Zeugnis der Weimarer Republik. Zudem ist es die einzige bekannte Kopie des Weimarer Musterhauses.

 

Grobleben kam 1924 mit seiner Familie nach Burbach, um die Direktion der ehemaligen WAG-Westerwald-Brüche AG zu übernehmen. Das Landhaus Ilse, benannt nach seiner Tochter, diente zunächst der Firma als Gästehaus. Nach deren Konkurs 1927 ging das Gebäude als Abfindung an die Familie Grobleben über, die es fortan als Wohnhaus nutze.

 

Wie auch Muches Haus Am Horn ist das Landhaus Ilse als eine Art Atriumhaus organisiert. Mittig gelegen befindet sich das Wohnzimmer, das über eine Laterne belichtet wird. Ringsherum sind die übrigen Zimmer angeordnet. Bis auf geringe Abweichungen in der Positionierung der Trennwände und Türöffnungen sind beide Grundrisse in Aufteilung und Dimension beinahe identisch. Anders als im Haus Am Horn waren jedoch einige der Innenräume in kräftigen Farben gehalten. Auch die äußere Gestaltung weicht mit Walmdach, Kastenfenstern und einer gelben Fassade von der nüchternen Sachlichkeit des Bauhausentwurfes ab.

 

Bis zum Tod der Namensgeberin Ilse im Jahr 2000 blieb das Haus in Familienbesitz. Im Anschluss erwarb es Erika Wirtz. Sie entdeckte die Ähnlichkeit zum Haus Am Horn in Weimar, weshalb das Landhaus Ilse 2001 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Nach ihrem Tod vermachte Erika Wirtz das Gebäude dem Enkel Konrad Adenauers und dessen Frau, die es 2017 der Gemeinde Burbach spendeten.

 

Aktuell ist mit Hilfe der NRW-Stiftung basierend auf einem bauhistorischen Gutachten eine Sanierung geplant. Im Anschluss soll das Landhaus Ilse der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Geplant sind Kulturveranstaltungen und Ausstellungen. [KS]