Thyssen-Hochhaus

Thyssen-Hochhaus (Dreischeibenhaus), Düsseldorf
mini_malist, https://flic.kr/p/ePQU51, CC BY-ND 2.0;
Thyssen-Hochhaus (Dreischeibenhaus), Düsseldorf

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1957 — 1960
  • Architekt/in Helmut Hentrich, Hubert Petschnigg

Instandsetzung

  • Baujahr / Bauzeit 2011
  • Architekt/in HPP

Gebäudetypologie

Büro- und Dienstleistungsgebäude, Verlagsgebäude

Auch bekannt als: Dreischeibenhochhaus

Dieser herausragende Bau ist Teil des digitalen Vermittlungsformats „100 Jahre Architekturgeschichte zwischen 1900 und 2000“, das ab April 2019 auf dieser Webseite zugänglich sein wird. Der Ort ist nicht Teil der Grand Tour der Moderne und nicht zugänglich.

Das Thyssen-Hochhaus, oder auch Dreischeibenhaus, galt bei seiner Fertigstellung 1960 als bauliche Verkörperung des westdeutschen Wirtschaftswunders. Aufgrund seiner markanten Form zählt es seither zu den Wahrzeichen Düsseldorfs. Der Entwurf stammt von den Architekten Helmut Hentrich und Hubert Petschnigg, deren Büro HPP bis heute besteht. Mit dem Hochhausprojekt schufen sie eine Ikone der Nachkriegsarchitektur und nahmen maßgeblich Einfluss auf den Hochhausbau der 1960er und 1970er-Jahre.

Bauherr des Verwaltungsgebäudes war die Phönix-Rheinrohr AG. 1964 übernahm der Thyssen-Konzern das Gebäude und gab ihm seinen Namen. Das Hochhaus setzt sich aus drei schlanken, versetzt zueinander platzierten Scheiben zusammen. Die mittlere misst 96 Meter und ist damit die höchste. Dort, wo sich die Scheiben überschneiden, befindet sich der innenliegende Gebäudekern mit Aufzügen, Treppenanlagen und Toiletten.

Durch diese intelligente Anordnung vermieden die Architekten dunkle, lange Flure und schufen eine offene Bürolandschaft. Diese konnte flexibel und nach Bedarf in Großraum- oder Einzelbüros sowie Sitzungszimmer und Säle unterteilt werden – ein für die damalige Zeit sehr visionärer Ansatz.

Das Gebäude ist in Stahlskelettbauweise errichtet – die Stahlrohre lieferte der Bauherr selbst – und ist mit einer Vorhangfassade aus Aluminium und Glas versehen. Diese endet über der Rasenkante, wodurch sie zu schweben scheint und ihre nichttragende Eigenschaft betont wird. Die schmalen Stirnseiten der drei Scheiben sind mit Edelstahl verkleidet. Die dazwischen liegenden verglasten Erschließungsbereiche sind eingerückt, wodurch die Scheiben optisch von einander getrennt, als Einzelvolumen wahrgenommen werden.

Seit 1988 steht das Thyssen-Hochhaus unter Denkmalschutz. Nachdem es 2011 von einer Investmentgesellschaft übernommen wurde, erfolgte die denkmalgerechte Sanierung durch das mittlerweile in vierter Generation geführte Büro HPP. Trotz einer umfassenden energetischen Instandsetzung gelang es den Architekten, den charakteristischen Ausdruck des Hauses zu erhalten. Heute dient das Thyssen-Hochhaus verschiedenen Nutzern als Bürogebäude. [KS]

Förderformel

Thyssen-Hochhaus (Dreischeibenhaus), Düsseldorf
mhx, https://flic.kr/p/zMF8n8, CC BY-NC-ND 2.0
Thyssen-Hochhaus (Dreischeibenhaus), Düsseldorf
Thyssen-Hochhaus (Dreischeibenhaus), Düsseldorf
mini_malist, https://flic.kr/p/yLxpaw, CC BY-ND 2.0
Thyssen-Hochhaus (Dreischeibenhaus), Düsseldorf