Technisches Verwaltungsgebäude der Farbwerke Hoechst

Infraserv GmbH & Co. Höchst KG

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1920 — 1924
  • Architekt/in Peter Behrens

Sanierung

  • Baujahr / Bauzeit 1998 — 2002

Instandsetzung

  • Baujahr / Bauzeit 2005 — 2007

Gebäudetypologie

Büro- und Dienstleistungsgebäude, Verlagsgebäude

Auch bekannt als: Peter-Behrens-Bau

Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Farbwerke Hoechst ist eines der bedeutendsten Beispiele fürden Backsteinexpressionismus. Ein Teil des ab 1920 von Peter Behrens entworfenen und 1924 vollendeten Bauwerks – der Turm und die Brücke – wurde ab 1947 in stilisierter Form als Logo der Hoechst AG verwendet. 1998 ging das Bauwerk in den Besitz der Infraserv GmbH & Co Höchst KG – Betreiberin des Industrieparks Höchst – über und dient seitdem als Sitz der Unternehmensleitung von Infraserv und der Höchster Pensionskasse; es kann nur im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Der 185 Meter lange Gebäudekomplex fasste ursprünglich die Technischen Abteilungen der Farbwerke. Behrens unterteilte ihn in zwei dreigeschossige Verwaltungsflügel mit einem festungswallartigen Sockel und einen repräsentativen Eingangsbereich mit dem markanten Turm und der Brücke, die den Neubau mit dem 1892 errichteten Hauptcomptoir (Vorstandsgebäude) verband. Durch die Verwendung verschiedenfarbiger Ziegel, differenzierter Fensterformate und von Kristallmotiven gewährleistete der Architekt vielfältige Eindrücke.

Besonderer Blickfang ist die 15 Meter hohe Halle des Mitteltrakts mit den Mauerwerkssäulen, die achteckige Oberlichter umrahmen. Das abwechslungsreiche Farbenspiel der Klinker – von Grün über Blau, Rot, Violett und Orange bis Gelb – verleiht diesem expressiven Herzen des Bauwerks eine Magie, die sich seit einer originalgetreuen Restaurierung 2007 wieder voll entfalten kann.

Da sich die Farbwerke bereits im Jahr nach der Eröffnung des Neubaus mit anderen Chemieunternehmen zur I.G. Farbenindustrie AG zusammenschlossen und deren Verwaltung 1930 in das von Hans Poelzig errichtete I.G.-Farben-Haus im Frankfurter Westend umzog, verlor das Verwaltungsgebäude in Höchst rasch an Bedeutung. Bereits in den 1930er-Jahren wurde es mehrfach umgebaut, zum Beispiel die Seitenschiffe der großen Ausstellungshalle im Erdgeschoss zur Telefonzentrale und die großen Sitzungszimmer des Mitteltrakts zu jeweils drei Büros.

Im Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschädigt, diente der ab 1965 als „Gebäude C 770“ bezeichnete Verwaltungsbau nach der Liquidation der I.G. Farben als Sitz der Personalabteilung der Farbwerke Hoechst AG. Im Zuge einer umfassenden Restaurierung ab 1998 wurden die Fassaden (mit erneuerten Fenstern), die Fußböden, Gänge, Galerien und Innenhöfe sowie die Ausstellungshalle und der sogenannte Marmorsaal im zweiten Stock des Mitteltrakts weitgehend in den Originalzustand versetzt. Die Büroräume wurden dagegen modernen Bedürfnissen angepasst. [OH]

Karte

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

Technisches Verwaltungsgebäude Hoechst AG
Brüningstrasse 50
65929 Frankfurt am Main

Das Gebäude ist nicht öffentlich zugänglich. Interessierte können an den viermal jährlich stattfindenden Besuchstagen an kostenlosen, einstündigen Führungen teilnehmen. Die Gruppe wird gemeinsam zu Fuß durch den nicht barrierefreien Peter-Behrens-Bau geführt.

Förderformel

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