I.G.-Farben-Haus

I. G.-Farben-Haus (1928-1931), Architekt: Hans Poelzig
Photo: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com;
I. G.-Farben-Haus (1928-1931), Architekt: Hans Poelzig

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1928 — 1931
  • Architekt/in Hans Poelzig

Instandsetzung

  • Baujahr / Bauzeit 2006

Gebäudetypologie

Büro- und Dienstleistungsgebäude, Verlagsgebäude

Auch bekannt als: Poelzig-Bau; heute: Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main

Das I.G.-Farben-Haus in Frankfurt am Main gilt bis heute als architektonisches Meisterwerk. Es entstand zwischen 1928-1931 nach Entwürfen von Hans Poelzig. Die imposante Architektur des Verwaltungsgebäudes sollte die Monopolstellung der I.G. Farben, damals das viertgrößte Unternehmen der Welt, widerspiegeln. Das Gebäude verweist auf die Ambivalenz der Moderne – wurden doch von diesem Unternehmenssitz aus im Nationalsozialismus über Jahre hinweg Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt.

In seinem Entwurf für das I.G.-Farben-Haus verband Poelzig, ganz im Sinne seiner Auftraggeber, die Moderne mit der Tradition: Die Fassade aus hellgelbem Naturstein erinnert an neoklassizistische Repräsentationsbauten, das unterliegende Stahlbetonskelett und die moderne Formgebung sind gleichzeitig ein Zeugnis fortschrittlicher Baukultur. Poelzig war als Mitglied der Architektenvereinigung „Der Ring“ der Internationalen Moderne zugewandt.

Mit seinem gewaltigen Baukörper von 250 Metern Länge und 35 Metern Höhe wirkt der konvexe, siebengeschossige Komplex mächtig und massiv. Sechs strahlenförmig gestellte Querflügel geben ihm eine Kammstruktur. Durchlaufende Fensterbänder unterstreichen die streng geometrische Form, ebenso der Eingang in der Mittelachse des Gebäudes, der einer antiken Säulenhalle ähnelt.

Das elegante Interieur, das die heute berühmten Paternosteraufzüge und viele andere, hochmoderne Ausstattungen umfasste, stammte von der Architektin und Bildhauerin Marlene Moeschke-Poelzig. Hinter dem Hauptgebäude befindet sich ein großer, stufenartig angelegter Park mit Wasserbassins und einem Casino, das bis heute als Mensa genutzt wird. Die Parkanlage ist an der Mittelachse des Hauptgebäudes orientiert und schließt an dessen monumentalen Stil an.

Die I.G. Farben war mit der Errichtung eines privaten Konzentrationslagers bei Auschwitz und der Einsetzung von Zwangsarbeitern maßgeblich am nationalsozialistischen Völkermord beteiligt. Nach Kriegsende und Auflösung des Konzerns nutzte die amerikanische Militärverwaltung das Gebäude von 1945-1995 als Hauptquartier. Seit dem Einzug der Goethe-Universität Frankfurt im Jahre 2001 und einem denkmalgerechten Umbau informiert eine Dauerausstellung über die wechselvolle Geschichte des Hauses. Heute bildet das I.G.-Farben-Haus das Zentrum des sich im Bau befindlichen Campus Westend. [KM]

Karte

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main

Förderformel

Anfahrt mit dem ÖPNV:

Vom Hauptbahnhof mit der S-Bahn, Linien S 1 - 9 bis „Hauptwache“, dann mit der U-Bahn, Linien U 1 - 3 oder 8 bis „Holzhausenstraße“ oder „Miquel-/Adickesallee“ dann ca. 10 Min. Fußweg oder mit der S-Bahn, Linien S 1 - 9 bis „Konstabler Wache“ dann mit dem Bus, Linie 36 (Richtung Westbahnhof) bis „Uni Campus Westend“. Oder Buslinie 64 ab Hauptbahnhof sowie Alte Oper bis Haltestelle „Bremer Straße“.
Die Busstation „Uni Campus Westend“ direkt vor dem IG-Farben-Haus wird von der Buslinie 36 angefahren. Sie verkehrt zwischen Westbahnhof (via Campus Bockenheim) und Sachsenhausen Hainer Weg.
Die Stationen Bremer Platz (IG-Farben-Haus) oder Bremer Straße (Gisèle‐Freund‐Platz) mit Buslinie 64 von Hauptbahnhof Südseite Richtung Ginnheim (9-10 min)
Station Max-Horkheimer-Straße (Seminarhaus, PEG & ExNO) mit Buslinie 75 von Bockenheimer Warte (6 min).
Station Miquel-/Hansaallee (Seminarpavillon) mit Buslinie 32 von West- bzw. Ostbahnhof (12 bzw. 16 min)
I. G.-Farben-Haus (1928-1931), Architekt: Hans Poelzig
Photo: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com
I. G.-Farben-Haus (1928-1931), Architekt: Hans Poelzig
I. G.-Farben-Haus (1928-1931), Architekt: Hans Poelzig
Photo: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com
I. G.-Farben-Haus (1928-1931), Architekt: Hans Poelzig