Giebichensteinbrücke

Blick auf die Giebichensteinbrücke, im Hintergrund Burg Giebichenstein, 2018
Matthias Kunkel, Halle

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1927 — 1928
  • Architekt/in Adolf Heilmann, Paul Thiersch, Clemens Vaccano, Gerhard Marcks, Johannes Motsch, Josef Gobes

Instandsetzung

  • Baujahr / Bauzeit 1949 — 1949

Sanierung

  • Baujahr / Bauzeit 1994 — 1995

Sanierung

  • Baujahr / Bauzeit 2015 — 2015

Gebäudetypologie

Verkehr/Infrastruktur

Die Giebichensteinbrücke, auch Kröllwitzer Brücke genannt, ist ein Wahrzeichen der Stadt Halle. Zwei große Tierskulpturen – Kuh und Pferd – zieren die markante Stahlbetonbrücke, die seit ihrer Erbauung zwischen 1926 und 1928 die ehemals ländliche Gemeinde Kröllwitz mit dem Stadtteil Giebichenstein verbindet. An der Ausführung der Bogenbrücke waren neben dem Städtischen Bauamt Halle zwei führende Werkbund-Vertreter maßgeblich beteiligt: der Architekt Paul Thiersch und der für die Tierfiguren verantwortliche Bildhauer Gerhard Marcks.

Sowohl die Vita von Thiersch als auch die von Marcks sind eng mit der oberhalb der Brücke gelegenen Kunsthochschule in der Burg Giebichenstein verbunden. Der ehemalige Leiter der Bauhaus-Töpferei Gerhard Marcks kam nach deren Auflösung in Weimar 1925 als Professor der Bildhauerklasse nach Halle. Berufen wurde er von Paul Thiersch, seit 1915 Direktor der „Burg“. Unter seiner Leitung erfuhr die in „Kunstgewerbeschule“ umbenannte Hochschule viele Reformen und wurde zu einer führenden Institution des Werkbundes und des Bauhauses.

In die Gestaltung der 261 Meter langen Giebichensteinbrücke, die aus vier Teilbögen unterschiedlicher Breite besteht, brachte Thiersch moderne, sachliche sowie klassizistische Elemente ein. Sie lockern die wuchtige Ästhetik des Betons künstlerisch auf. Hauptmerkmal der Brücke sind die großen Tierskulpturen, die sich links und rechts vom Hauptsegmentbogen der Brücke befinden. Sie fungieren nicht nur als Eisbrecher, sondern besitzen hohen symbolischen Wert: Auf östlicher Seite, am Stadtufer, verkörpert das Pferd kraftvoll und lebendig das städtische Leben, während die ruhende Kuh am Ufer im Westen den Traditionsreichtum der Kröllwitzer Landwirtschaft bildlich darstellt.

Künstlerisch wie architektonisch fügt sich die Giebichensteinbrücke in das malerische Landschaftsbild – mit der Stadt, der Burg, den umgebenden Felsenlandschaften und dem Flussbett der Saale – ein. Nach einer Sprengung des Hauptbogens während des Zweiten Weltkrieges wurde die Hauptverkehrsbrücke 1949 wieder neu aufgebaut. [KM]

Karte

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

Giebichensteinbrücke
Kröllwitzer Straße 1
06120 Halle (Saale)

Öffnungszeiten

Ganztags frei zugänglich.

Förderformel

Anfahrt mit dem ÖPNV:

Nächstgelegener Bahnhof der Deutschen Bahn: Halle (Saale) Hauptbahnhof
Nächstgelegene Haltestelle ÖPNV (Bus, Straßenbahn o.ä.): Straßenbahnen Nr. 7 und Nr. 8, Haltestelle: Burg Giebichenstein
Blick auf die Giebichensteinbrücke, im Hintergrund Burg Giebichenstein, ca. 1930
Hans Finsler, Sammlung Hans Finsler, Stadtarchiv Halle
Blick auf die Giebichensteinbrücke, im Hintergrund Burg Giebichenstein, ca. 1930
Mitarbeiter vor der Brückenplastik von Gerhard Marcks, 1928
© Hans Finsler, Sammlung Hans Finsler, Stadtarchiv Halle
Mitarbeiter vor der Brückenplastik von Gerhard Marcks, 1928