ADGB Bundesschule Bernau

Bundesschule des ADGB / School of the Trade Union ADGB (1928–30), Architekten / architects: Hannes Meyer, Hans Wittwer
Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1928 — 1930
  • Architekt/in Hannes Meyer, Hans Wittwer

Sanierung

  • Baujahr / Bauzeit 2001 — 2009
  • Architekt/in Brenne Gesellschaft von Architekten mbH

Gebäudetypologie

Bildung (z.B. Museum, Schule, ...)

Auch bekannt als: Bauhaus Denkmal Bundesschule Bernau

Die Gewerkschaftsschule in Bernau zählt weltweit zu den größten Bauhaus-Ensembles. Die heutige UNESCO-Welterbestätte entstand 1928-30 unter Leitung des zweiten Bauhausdirektors Hannes Meyer und unter Mitwirkung von Studierenden des Dessauer Bauhauses.

Die Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) in Bernau zählt zu den bedeutendsten Werken, die unter Leitung des zweiten Bauhausdirektors Hannes Meyer entstanden. Sie gilt als Höhepunkt des funktionalistischen Bauens und als eines der weltweit größten Bauhaus-Ensembles. Die 1928-30 errichtete und noch heute genutzte Aus- und Weiterbildungsstätte erhielt 2017 den UNESCO-Welterbestatus.

1927 ging der Entwurf von Hannes Meyer und Hans Wittwer, Meyers rechter Hand am Bauhaus Dessau, als Sieger aus einem Architektenwettbewerb des ADGB hervor. Zwischen 1928 und 1930 entstand unter Mitwirkung Studierender des Bauhauses der einzigartige Schul- und Internatsbau. In Bernau erwarten Besucher allerdings keine strahlend weißen Bauten, wie man sie aus Dessau kennt. Meyer setzte für die Fassadengestaltung neben Glas und Stahl unverputzten Backstein ein.

Der Gebäudekomplex beeindruckt durch die Verbindung von Form und Funktionalität. Die Architektur spiegelt das sozialpädagogische Konzept vom Leben und Lernen in Kleingruppen als Übertragung ins gemeinsame Große wider. Alle Aufenthaltsräume orientieren sich zur umgebenden Landschaft. Aula und Speisesaal mit Glasveranda, die den Blick in die Natur freigibt, sind in einem Kopfbau untergebracht. Hangabwärts schließen sich fünf Wohnflügel und ein Baukörper mit Bibliothek, dem Sportsaal und Unterrichtsräumen an. Alles ist verbunden über einen langen Glaskorridor. 

Mehr als 4.000 Gewerkschafter besuchten die angebotenen Kurse bis zur Machtergreifung der Faschisten. Sie lernten hier auch die Annehmlichkeiten des modernen Wohnens mit Ölheizung, Waschtischen auf den Zimmern und aus den Bauhaus-Werkstätten Dessau stammendem Mobiliar kennen. Außergewöhnlich waren die großen Fenster der Doppelzimmer mit Blick auf die Natur.

1933 übernahmen die Nationalsozialisten die Schule. In den 1950er Jahren wurde sie baulich erweitert und steht seit den 1970er Jahren unter Denkmalschutz. Das Hauptgebäude des Komplexes wird von der Handwerkskammer Berlin als Internatsgebäude genutzt. Eine Besichtigung ist im Rahmen von Führungen möglich.

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Karte

Legende

  • UNESCO Weltkulturerbe

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

Bauhaus Denkmal Bundesschule Bernau
Hannes-Meyer-Campus 1
16321 Bernau

Öffnungszeiten

Zugang zum Gebäude nur mit Führung (http://www.bauhaus-denkmal-bernau.de/service/fuehrungen.html); Zugang zum Außengelände frei

Förderformel

Anfahrt mit dem ÖPNV:

Nächstgelegener Bahnhof der Deutschen Bahn: Bahnhof Bernau
Nächstgelegene Haltestelle des ÖPNV: Bauhausdenkmal

Anfahrt mit dem PKW:

Autobahn A11 - Ausfahrt Bernau Nord -
BLDAM, 2005
BLDAM, 2007

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Tour 1

Bauhaus entdecken

Weimar, Erfurt, Jena, Gera, Dessau-Roßlau, Magdeburg, Elbingerode, Lutherstadt Wittenberg, Berlin, Potsdam, Caputh und Bernau

Erleben Sie die Anfänge des Bauhauses in Weimar und dessen herausragende Zeugnisse in Dessau-Roßlau bis hin zu den markanten Siedlungsbauten in Berlin. Es sind jedoch nicht nur diese zentralen Wirkungsstätten, die auf dieser Route erlebbar werden: Zahlreiche weitere beeindruckende Objekte der Moderne wie das Haus Schulenburg in Gera, die Keramikwerkstatt in Dornburg oder die Bundesschule in Bernau ergänzen die Strecke und machen das Bauhaus auf vielfältige Weise erlebbar.

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