Hufeisensiedlung

Hufeisensiedlung (1925–30), Architekten / architects: Bruno Taut, Martin Wagner
Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1925 — 1930
  • Architekt/in Bruno Taut, Martin Wagner

Sanierung

  • Baujahr / Bauzeit 1984 — 2015

Gebäudetypologie

Wohnbau/Siedlung

Auch bekannt als: Großsiedlung Britz, Siedlung der Berliner Moderne

International gilt die Hufeisensiedlung Britz von Bruno Taut als Schlüsselwerk des modernen städtischen Siedlungsbaus. Die UNESCO-Welterbestätte war richtungsweisend für die damalige Architektur und ebnete den Weg für eine neue Form des sozialen Wohnungsbaus.

Die Hufeisensiedlung ist eines von Bruno Tauts wegweisenden Großprojekten im sozialen Wohnungsbau. Zusammen mit dem Berliner Stadtbaurat Martin Wagner plante er zwischen 1925 und 1930 auf der Fläche des ehemaligen Rittergutes Britz in Berlin-Neukölln knapp 2000 Wohnungen. Ihren Namen erhielt die Siedlung durch die ungewöhnliche Form des zentralen Gebäudes.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs herrschte Wohnungsnot und das Leben in der dunklen Mietskaserne war nicht mehr adäquat. Die Lösung waren kostengünstig erstellte Großsiedlungen und so entwickelte sich während der Weimarer Republik mit dem sozialen Wohnungsbau eine neue Siedlungsform. Diese hatte zum Ziel, bezahlbare Wohnungen mit eigenem Bad und Garten zu bieten und den Gemeinschaftsgedanken zu fördern. Die Hufeisensiedlung ist eines der sechs herausragenden Ensembles, die 2008 zusammengefasst als „Siedlungen der Berliner Moderne“ in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wurden.

Im Zentrum der Siedlung steht der hufeisenförmige Bau, der einen eiszeitlichen Pfuhl umgibt. Davon führen strahlenförmig zweigeschossige Einzelreihenhauszeilen mit Mietergärten ab, die von dreigeschossigen Zeilenbauten mit Etagenwohnungen gerahmt werden. Taut verband hier Großsiedlung mit Gartenstadt und entwickelte im Sinne des wirtschaftlichen Bauens vier standardisierte Grundrisstypen sowie zwei Haustypen für die Einfamilienhäuser.

Die Bauten im Stil der Klassischen Moderne besitzen eine sachliche und funktionale Formensprache, erscheinen dabei aber keinesfalls monoton. Durch den für Taut typischen Einsatz von kräftigen Farben als kostengünstiges Gestaltungselement im Innen- und Außenbereich sowie durch vor- und rückspringende Hausgruppen erhielt jeder Straßenzug seinen eigenen Charakter.  

Im Hufeisenbau, in einer originalgetreu sanierten Ladenwohnung mit Garten, ist heute eine Infostation mit Café untergebracht. Hier können sich die Besucher über die Hufeisensiedlung sowie die fünf weiteren Siedlungen der UNESCO-Welterbeliste informieren.

 

Karte

Legende

  • UNESCO Weltkulturerbe

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

Hufeisensiedlung/Britz
Fritz-Reuter-Allee 48
12359 Berlin

Förderformel

Gedenkstein für den Architekten Bruno Taut in der Hufeisensiedlung.
Anja Steinmann
Gedenkstein für den Architekten Bruno Taut in der Hufeisensiedlung.
Hufeisensiedlung (1925–30), Architekten / architects: Bruno Taut, Martin Wagner
Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Hufeisensiedlung (1925–30), Architekten / architects: Bruno Taut, Martin Wagner

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