Einsteinturm

Einsteinturm auf dem Telegrafenberg in Potsdam.
AIP;
Einsteinturm auf dem Telegrafenberg in Potsdam.

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1920 — 1922
  • Architekt/in Erich Mendelsohn

Sanierung

  • Baujahr / Bauzeit 1997 — 1999
  • Architekt/in Helge Pitz

Gebäudetypologie

Bildung (z.B. Museum, Schule, ...)

Dieser herausragende Bau ist Teil des digitalen Vermittlungsformats „100 Jahre Architekturgeschichte zwischen 1900 und 2000“, das ab April 2019 auf dieser Webseite zugänglich sein wird. Der Ort ist nicht Teil der Grand Tour der Moderne und nicht zugänglich.

Der Einsteinturm wurde zwischen 1919 und 1922 auf dem Potsdamer Telegrafenberg als Sonnenobservatorium erbaut. Das damals hypermoderne Bauwerk gilt als Ikone des architektonischen Aufbruchs. Es ist zugleich funktionale Hülle für die präzisen Anforderungen einer astronomischen Beobachtungsstation. Der Turm entstand im Rahmen einer Zusammenarbeit des Architekten Erich Mendelsohn mit dem Astrophysiker Erwin Finlay Freundlich und Albert Einstein, dem das Gebäude seinen Namen verdankt. Heute ist das Observatorium Teil des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam.

Erwin Finlay Freundlich war an der Sternwarte Babelsberg nahe Potsdam beschäftigt und verfolgte Einsteins Arbeit zur Relativitätstheorie. Er wollte dessen Überlegungen praktisch nachweisen. Aus diesem Grund suchte er Geldgeber und überzeugte seinen Freund Mendelsohn, ein geeignetes Observatorium zu entwerfen. Im Jahr 1919 war in allen deutschen Tageszeitungen ein Aufruf zur „Albert-Einstein-Spende“ zu lesen. Diese öffentlichkeitswirksame Maßnahme komplettierte die Finanzierung, an der sich der preußische Staat und die deutsche Industrie, vor allem die Firma Carl Zeiss Jena, beteiligten.

Für Mendelsohn brachte das Projekt den beruflichen Durchbruch und internationale Bekanntheit. Die wissenschaftlichen Anforderungen des Observatoriums verlangten, ein eigenes Fundament für das Teleskop zu errichten, während das Gebäude an sich als Schutzhülle diente. Gestalterisch hatte Mendelsohn freie Hand. Er formte die Außenfassade schwingend-organisch mit gekrümmten Kurven in der Sprache von Expressionismus und Jugendstil. Mendelsohn plante den Turm als reines Stahlbetonkonstrukt. Schalungstechnik und Materialien waren aber noch nicht ausgereift, sodass eine Mischbauweise aus Beton und verputztem Ziegelmauerwerk zur Ausführung kam. Der gewünschte Eindruck eines homogenen Betonbaus entstand durch den feinkörnigen, ockerfarbenen Spritzputz.

1922 war der Turm fertig. Bis 1924 dauerte der Einbau der technischen Geräte. Der angestrebte Nachweis der Verschiebung von Spektrallinien im Schwerefeld der Sonne gelang zwar nicht, trotzdem konnten in der sonnenphysikalischen Grundlagenforschung zahlreiche Ergebnisse erzielt werden. Heute messen Potsdamer Astronomen hier die Magnetfelder auf der Sonne. Von 1997 bis 1999 wurde der Einsteinturm aufwendig renoviert. Aufgrund der Forschungsarbeiten ist ein Besuch der Innenräume nur im Rahmen einer Führung möglich. Von außen ist das Bauwerk jederzeit zu besichtigen. [KL]

Förderformel

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Förderformel

Die Sanierung des Gebäudes wurde gefördert von der Wüstenrot-Stiftung und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.

Einsteinturm, Potsdam: 360°-Ansicht des Kellers
AIP
Einsteinturm, Potsdam: 360°-Ansicht des Kellers
Einsteinturm, Potsdam: Sonnenteleskop
AIP
Einsteinturm, Potsdam: Sonnenteleskop

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