Landhaus Michaelsen

Landhaus Michaelsen, Hamburg: Die gezielt gesetzten Tür- und Fensteröffnungen sind auch in der Nord-Ansicht als Teil einer ganzheitlichen spannungsreichen Komposition des Bauwerkes erkennbar.
Elke Dröscher

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1923 — 1923
  • Architekt/in Karl Schneider

Instandsetzung

  • Baujahr / Bauzeit 1984 — 1984

Gebäudetypologie

Wohnbau/Siedlung

Auch bekannt als: Haus Michaelsen, Puppenmuseum Falkenstein

Mit dem Landhaus Michaelsen, hoch über der Elbe im Hamburger Stadtteil Blankenese, realisierte Architekt Karl Schneider 1923 sein wahrscheinlich berühmtestes Werk. Der eigenwillige, L-förmige Bau setzt sich collagenartig aus mehreren Gebäudeteilen zusammen und ist geschickt in die Elblandschaft eingebettet. Er ist ein frühes Werk im Stil des Neuen Bauens und wurde wegen seiner neuartigen Formensprache zunächst kontrovers rezipiert, erlangte jedoch bald große Beachtung.

Karl Schneider zählte einst, wie Walter Gropius und Mies van der Rohe, zu den großen Architekten der Moderne, geriet jedoch mit seiner Emigration in die USA 1938 zunehmend in Vergessenheit. Seine wichtigsten Bauten realisierte er in nur zehn Jahren in Hamburg. Eines der ersten war das Landhaus Michaelsen. Durch die klare Komposition der Volumen und die Plastizität spricht es die für Schneider charakteristische Architektursprache.

Das mehrteilige Ensemble greift weit in die Elblandschaft aus und nimmt Bezug auf die Topografie. Das zweigeschossige Haupthaus schließt im ersten Stock mit einer gerundeten Terrasse ab. Über Eck verbindet der viergeschossige Turm es mit einem Terrassenbau, der ebenfalls zum Ende abgerundet ist. Je nach Wohnnutzung wiesen die Räume unterschiedliche Blickbezüge zum Außenraum auf. Einmalig war damals das gebogene Panoramafenster am Ostflügel.

Die reduzierte, klare Form des Gebäudes wird durch die weiß geschlämmte Fassade betont. Lediglich die dunklen Fenster- und Türrahmen setzen sich davon ab. Eine auffällige Besonderheit besteht neben der Verbindung von Kuben mit Rundbauten auch in der Kombination von Flachdächern mit einem eher traditionell anmutenden Walmdach.

Nach dem Krieg kaufte Axel Springer das Landhaus Michaelsen, wollte es zunächst abreißen und ließ es schließlich verfallen. Auf Initiative der Galeristin Elke Dröscher, die, es Mitte der 1980er Jahre aufwendig renovierte, steht das Landhaus seit 1986 unter Denkmalschutz. Es beherbergt heute das Puppenmuseum Falkenstein und ist in Teilen für die Öffentlichkeit zugänglich. [KS]

Karte

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

Landhaus Michaelsen
Grotiusweg 79
22587 Hamburg

Öffnungszeiten

  • Montag : geschlossen
  • Dienstag : Uhr
  • Mittwoch : Uhr
  • Donnerstag : Uhr
  • Freitag : Uhr
  • Wochenende : Uhr

An folgenden Feiertagen geschlossen: Neujahr, Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag, Silvester

Förderformel

Anfahrt mit dem ÖPNV:

Nächstgelegener Bahnhof der Deutschen Bahn: Blankenese
Nächstgelegene Haltestelle ÖPNV (Bus, Straßenbahn o.ä.): 189, Tinsdaler Kirchenweg

Anfahrt mit dem PKW:

Kostenfreie PKW- und Bus-Parkplätze am Parkeingang vorhanden.
Landhaus Michaelsen, Hamburg: Die Klarheit der mehrteiligen Komposition und die harmonische Korrespondenz des Bauwerks mit der Natur machen es zu einer Ikone der modernen Architektur.
Elke Dröscher
Landhaus Michaelsen, Hamburg: Die Klarheit der mehrteiligen Komposition und die harmonische Korrespondenz des Bauwerks mit der Natur machen es zu einer Ikone der modernen Architektur.
Landhaus Michaelsen: Historische Luftaufnahme
Elke Dröscher
Landhaus Michaelsen: Historische Luftaufnahme

Dieser Ort ist Teil der Tour:

Tour 1

Moderne im Norden erfahren

Hamburg

In der Gründungsdekade des Bauhauses – den 1920er Jahren – wurde das Baugeschehen der Freien und Hansestadt nachhaltig durch den Oberbaudirektor Fritz Schumacher geprägt. Zu seinen städtebaulichen Werken zählen das 2015 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannte Kontorhausviertel mit dem 1924 erbauten Chilehaus – Ikone des für diese Zeit ebenso richtungsweisenden Backsteinexpressionismus – , aber auch zahlreiche Siedlungsplanungen wie die Jarrestadt. Öffentliche Gebäude wie die Markthalle am Klosterwall oder das Holthusenbad in Eppendorf, kulturelle Bauten wie das Planetarium im Stadtpark, das Museum für Hamburgische Geschichte am Holstenwall prägen Hamburg genauso wie die Kapelle und das Krematorium im Ohlsdorfer Friedhof.

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Union Investment Real Estate GmbH, Foto: Andreas Vallbracht