Gartenstadt Falkenberg

Gartenstadt Falkenberg (Tuschkastensiedlung), Fassade mit Rauten
Mangan2002 [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons;
Gartenstadt Falkenberg (Tuschkastensiedlung), Fassade mit Rauten

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1913 — 1916
  • Architekt/in Bruno Taut

Instandsetzung

  • Baujahr / Bauzeit 1992 — 2002
  • Architekt/in Brenne Gesellschaft von Architekten mbH

Erweiterung

  • Baujahr / Bauzeit 2001 — 2018

Gebäudetypologie

Wohnbau/Siedlung

Auch bekannt als: Tuschkastensiedlung, Siedlung der Berliner Moderne

Unübersehbar ist die Gartenstadt Falkenberg im Bezirk Treptow-Köpenick mit ihren kontrastreichen, kräftig bunt gemusterten Fassaden, die ihr auch den Namen „Tuschkastensiedlung“ gaben. Entstanden ist sie zwischen 1913 und 1916 nach Entwürfen von Bruno Taut, der mit diesem Frühwerk nicht nur Mut zur Farbe bewies, sondern den Wohnungsbau in Berlin revolutionierte.

Tauts Entwurf sah ursprünglich eine Siedlung mit ca. 1500 Wohnungen vor. Der Beginn des Ersten Weltkrieges und das Fehlen finanzieller Mittel ermöglichte schließlich nur eine teilweise Umsetzung des Plans mit 128 Wohnungen. Während sich die Häuser des ersten Bauabschnitts um den Akazienhof gruppieren, säumen die Bauten des zweiten Abschnitts als Reihenhausgruppen den Gartenstadtweg.

Wie auch seine drei später folgenden Siedlungen für Berlin ist die Gartenstadt Falkenberg ein Beispiel für den damals neuen, sozialen Wohnungsbau. In seinem Frühwerk setzte sich Taut mit dem idealen Grundriss im Kleinwohnungsbau auseinander und schuf eine neue Wohnform jenseits der tristen Mietskaserne. Als städtebauliches Vorbild diente ihm das Gartenstadtmodell des Engländers Ebenezer Howard.

Taut entwickelte zu dieser Zeit seine Farbenlehre und setzte verstärkt Farbe als gestalterisches Mittel ein. Die Siedlung versah er daher nicht wie damals üblich mit teuren Ornamenten und Bauskulpturen, sondern mit kontrastierenden Baudetails in expressiven Farben. Sie verliehen den einzelnen Häusern eine individuelle Erscheinung und der Siedlung zugleich ein übergreifendes Konzept. Dies sorgte zu Beginn für Kritik, heute ist es das Markenzeichen der Anlage.

Von 1992 bis 2003 erfolgte die denkmalpflegerische Erneuerung und Sanierung der Siedlung durch das Berliner Büro Brenne Architekten. Große Sorgfalt wurde insbesondere auf die originalgetreue Wiederherstellung der Anstriche gelegt. Seither erstrahlt die Siedlung wieder in ihren markanten Farben. Mit fünf weiteren Siedlungen der Moderne wurde die Gartenstadt Falkenberg 2008 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Vier davon entwarf Bruno Taut. [KS]

Karte

Legende

  • UNESCO Weltkulturerbe

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

Gartenstadt Falkenberg
Am Falkenberg 116
12524 Berlin

Öffnungszeiten

Häuser/Wohnungen werden privat genutzt. Zugänglichkeit nur von außen gegeben.

Gartenstadt Falkenberg, Berlin: Gedenktafel
OTFW, Berlin [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons
Gartenstadt Falkenberg, Berlin: Gedenktafel
Gartenstadt Falkenberg (Tuschkastensiedlung), Reihenhäuser, Gartenstadtweg
Mangan2002 [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons
Gartenstadt Falkenberg (Tuschkastensiedlung), Reihenhäuser, Gartenstadtweg

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