Haus Schminke

Siftung Haus Schminke / Ralf Ganter

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1930 — 1933
  • Architekt/in Hans Scharoun

Sanierung

  • Baujahr / Bauzeit 1999 — 2000
  • Architekt/in Werkstatt für Architektur und Denkmalpflege Pitz & Hoh

Sanierung

  • Baujahr / Bauzeit 2018 — 2018

Gebäudetypologie

Wohnbau/Siedlung

Das Haus Schminke im sächsischen Löbau zählt zu den Schlüsselwerken des Architekten Hans Scharoun. Das zwischen 1930 und 1933 entstandene Wohnhaus hat weltweit Aufmerksamkeit erregt. Es gilt als Musterbeispiel für das „Neue Bauen" und für moderne Architektur im „International Style“.

Auf den Architekten Scharoun war der Nudelfabrikant Fritz Schminke bei den Werkbundausstellungen von 1927 in Stuttgart und 1929 in Breslau aufmerksam geworden. Ein Jahr später gab er ihm den Auftrag für „ein modernes Haus für zwei Eltern, vier Kinder und gelegentlich ein bis zwei Gäste“. Schon während der Entwurfsphase arbeitete auch die Bauherrin, Charlotte Schminke, eng mit Scharoun zusammen. Sie legte großen Wert auf platzsparende, praktische Einbauten, die das Leben der Familie vereinfachen sollten. Die Wohnräume hingegen sollten weit und transparent gestaltet sein. So entstand ein Haus, das zugleich extravagant und funktionell ist: Organisch entwickelt sich die Architektur aus der Funktion und den Bedürfnissen seiner Bewohnerschaft heraus.

Mit den geschwungenen, strahlend weißen Fassaden, den Bullaugenfenstern, Terrassen und der ungewöhnlichen Außentreppe erinnert das Haus an einen Dampfer. Scharoun, aufgewachsen in der Küstenstadt Bremerhaven, nahm oft Bezug auf seine Heimat: Stahltreppen, relingartige Brüstungen, Balkone und runde Fenster sind typische Elemente seiner Handschrift, die auch im Haus Schminke zu finden sind.

Scharoun achtete stets auf ein harmonisches Miteinander von Gebäude und Landschaft. Die Gestaltung durch Herta Hammerbacher ist nicht eindeutig belegt: Anregungen für die Neugestaltung des Gartens in den 1930er Jahren stammten - aller Wahrscheinlichkeit nach - von der Gartengestalterin Herta Hammerbacher.

Als dynamisches Bindeglied zwischen Natur und Architektur öffnen raumhohe Glasflächen den Wohnraum nach außen. Auch im Inneren gehen die Räume fließend ineinander über. Die einzelnen Bereiche sind nur durch Schiebetüren und Vorhänge voneinander abgetrennt, Form und Farbe unterstützen die Raumstruktur. [DB]

Karte

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

Stiftung Haus Schminke
Kirschallee 1b
02708 Löbau

Förderformel

Anfahrt mit dem ÖPNV:

Nächstgelegener Bahnhof der Deutschen Bahn: Bahnhof Löbau
Nächstgelegene Haltestelle ÖPNV (Bus, Straßenbahn o.ä.): Busbahnhof Löbau
Stiftung Haus Schminke / Ralf Ganter
Stiftung Haus Schminke / Ralf Ganter

Dieser Ort ist Teil der Tour:

Tour 1

Kunst und Wohnkultur besichtigen

Leipzig, Chemnitz, Dresden, Löbau und Cottbus

Ob Josef Albers im Leipziger Grassimuseum, Oskar Schlemmer im Zwenkauer Haus Rabe, Scharouns Haus Schminke in Löbau, das Dieselkraftwerk in Cottbus sowie das Festspielhaus und die Gartenstadt Hellerau – Sachsen und Brandenburg bieten zahlreiche Kleinode der Bau- und Wohnkultur des Bauhauses und der Moderne.

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Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com