Zeche Zollverein

Die Zentralschachtanlage Zollverein XII wurde 1932 in Betrieb genommen und zählte bis zu ihrer Stilllegung 1986 zu den größten und leistungsstärksten Steinkohlenzechen weltweit. Das Meisterwerk der Bergbauarchitektur, geschaffen von den Visionären Fritz Schupp und Martin Kremmer, galt von Beginn an als „schönste Zeche der Welt“.
(C) Jochen Tack / Stiftung Zollverein

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1928 — 1932
  • Architekt/in Fritz Schupp, Martin Kremmer

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1957 — 1961

Sanierung

  • Baujahr / Bauzeit 1990 — 2018
  • Architekt/in Heinrich Böll, Hans Krabel, Rem Koolhaas, Office for Metropolitan Architecture, Norman Forster, SANAA Architekten, Ahlbrecht und Scheidt, Jürg Steiner, Planergruppe Oberhausen, planinghaus architekten bda, Christoph Mäckler Architekten, MGF Architekten, ACE Architekturcontor, NEW GBR, Prof. Dr. Lorenz & Co.

Gebäudetypologie

Industrie/Produktion

Auch bekannt als: UNESCO-Welterbe Zollverein

Die Zeche Zollverein in Essen zählt zu den beeindruckendsten Zeugnissen moderner Industriekultur. Von 1928 bis 1932 schufen Fritz Schupp und Martin Kremmer mit der Errichtung der Zentralschachtanlage XII den technisch und architektonisch bedeutendsten Teil der Anlage. Das Industriedenkmal ist seit 2001 UNESCO-Welterbestätte.

Das Gelände der Zeche und Kokerei Zollverein steht für Industriegeschichte und Strukturwandel. Schupp und Kremmer realisierten hier einen industriellen Hochleistungskomplex mit klarer Ästhetik und hoher Funktionalität. Symmetrie, Axialität und Staffelung – die Ordnungsprinzipien der modernen Formensprache – kamen hier in einem neuen Zusammenhang zur Geltung.

Die neusachlichen Vorhangfassaden aus mit Klinkern ausgefachtem Stahlfachwerk brachten der Zeche schon zu Betriebszeiten den Ruf als „schönste Zeche der Welt“ ein. Das weithin sichtbare, 55 Meter hohe Doppelbock-Fördergerüst überragt die Gebäude als Ikone gewordene Montanarchitektur und Symbol für das ganze Ruhrgebiet. Im gleichen Stil wie die Zeche realisierte Fritz Schupp Jahre später die Kokerei Zollverein, die 1961 in Betrieb ging. Das Bergwerk galt seinerzeit als das größte und leistungsfähigste weltweit. Eine Ära ging zu Ende, als die Zeche 1986 und die Kokerei 1993 die Arbeit einstellten. Insgesamt 600.000 Menschen waren hier beschäftigt und zuletzt wurde Kohle aus 1.000 Meter Tiefe gefördert.

Im Kontext der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscher Park avancierte die unter Denkmalschutz gestellte Anlage zum Leitprojekt; 1989 begann die erste Sanierungsphase. Zollverein ist heute zentraler Ankerpunkt der Route der Industriekultur – ein 400 Kilometer langer Kurs entlang des industriekulturellen Erbes des Ruhrgebiets. Auf Grundlage des Masterplans von Rem Koolhaas und seinem Büro OMA wurde das Areal in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Heinrich Böll und Um- bzw. Neubauten von Norman Foster und SANAA in einen Standort für Kultur, Wirtschaft und Bildung umgestaltet. Heute ist Zollverein beliebtes touristisches Ausflugsziel mit Ruhr Museum, Red Dot Design Museum, Denkmalpfad Zollverein, der neuen Folkwang Universität der Künste mit dem Fachbereich Gestaltung, vier Dutzend Kreativunternehmen Studios und Ateliers. [KL]

Karte

Legende

  • UNESCO Weltkulturerbe

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

UNESCO-Welterbe Zollverein
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen

Öffnungszeiten

  • Werktag : Uhr
  • Wochenende : Uhr
  • Heiligabend : geschlossen
  • 1. Weihnachtstag : geschlossen
  • Silvester : geschlossen

Das Gelände des UNESCO-Welterbes Zollverein ist jederzeit frei zugänglich.
Des Weiteren finden Sie auf dem Gelände das RUHR.VISITORCENTER Essen, das Red Dot Design Museum sowie das Ruhr Museum und Phänomania Erfahrungsfeld.

Förderformel

Anfahrt mit dem ÖPNV:

Nächstgelegener Bahnhof der Deutschen Bahn: S-Bahn Haltestelle Zollverein Nord
Nächstgelegene Haltestelle ÖPNV (Bus, Straßenbahn o.ä.): Straßenbahnlinie 107 Haltestelle Zollverein

Förderformel

Die Baumaßnahmen werden gefördert durch den Regionalverband Ruhr, das Land NRW und den Bund.

Die Kohlenwäsche, das größte Übertagegebäude auf Zeche Zollverein, war zu Betriebszeiten eine Riesenmaschine. Bis 1986 verarbeitete die Kohlenwäsche täglich 23.000 Tonnen Rohkohle. In den Jahren 2003 bis 2006 wurde das Gebäude von Rem Koolhaas, Heinrich Böll und Hans Krabel komplett umgebaut. Heute ist die Kohlenwäsche befindet sich dort das Ruhr Museum, der Denkmalpfad Zollverein, das Besucherzentrum mit dem Portal der Industriekultur sowie der Erich-Brost-Pavillon als Veranstaltungslocation.
(C) Jochen Tack / Stiftung Zollverein
Die Kohlenwäsche, das größte Übertagegebäude auf Zeche Zollverein, war zu Betriebszeiten eine Riesenmaschine. Bis 1986 verarbeitete die Kohlenwäsche täglich 23.000 Tonnen Rohkohle. In den Jahren 2003 bis 2006 wurde das Gebäude von Rem Koolhaas, Heinrich Böll und Hans Krabel komplett umgebaut. Heute ist die Kohlenwäsche befindet sich dort das Ruhr Museum, der Denkmalpfad Zollverein, das Besucherzentrum mit dem Portal der Industriekultur sowie der Erich-Brost-Pavillon als Veranstaltungslocation.
Das 55 Meter hohe Doppelbock-Fördergerüst ist das Wahrzeichen des UNESCO-Welterbes Zollverein, der Stadt Essen und des gesamten Ruhrgebiets.
(c) Jochen Tack / Stiftung Zollverein
Das 55 Meter hohe Doppelbock-Fördergerüst ist das Wahrzeichen des UNESCO-Welterbes Zollverein, der Stadt Essen und des gesamten Ruhrgebiets.

Dieser Ort ist Teil der Tour:

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Bauhaus im Westen besuchen

Krefeld, Düsseldorf, Münster und Essen

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