Zeiss-Planetarium Jena

Zeiss-Planetarium Jena
Zeiss-Planetarium Jena

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1924 — 1926
  • Architekt/in Johannes Schreiter, Hans Schlag

Erweiterung

  • Baujahr / Bauzeit 1985 — 1985

Sanierung

  • Baujahr / Bauzeit 2012 — 2012

Gebäudetypologie

Bildung (z.B. Museum, Schule, ...)

Seit mehr als 90 Jahren ist das Jenaer Zeiss-Planetarium in Betrieb und damit das weltweit dienstälteste Projektionsplanetarium. Seine Eröffnung am 18. Juli 1926 stellte in vielerlei Hinsicht eine Revolution dar – für Naturwissenschaft und Technik, Kulturtheorie und Mediengeschichte – und nicht zuletzt für die Architektur. Mit dem Jenaer Planetarium entstand ein völlig neuer Gebäudetyp. Seine dünnwandige Kuppel, die der Zeiss-Ingenieur Walther Bauersfeld zusammen mit dem Bauingenieur Franz Dischinger entwickelte, war ein Meilenstein in der Geschichte der Gebäudekonstruktion.

Bereits 1913 trat Oskar von Miller, Begründer des Deutschen Museums in München, mit der Idee einer „Himmelsschau“ an die optischen Werke Carl Zeiss in Jena heran. Es dauerte noch 13 weitere Jahre, bis die dafür notwendige Kuppelkonstruktion fertiggestellt wurde. Bauersfeld konzipierte sie und den elektromechanischen Projektor. 1924 ließen die Zeiss-Werke zunächst ein provisorisches Planetarium auf dem Firmendach installieren. Schon hier fanden sich fast 80.000 faszinierte Besucher ein. Der Sternenprojektor ging in Serie und zwei Jahre später begann mit Eröffnung des Zeiss-Planetariums Jena als Volksbildungseinrichtung und drei weiterer Planetarien in Deutschland das weltweite Zeitalter der Großraumplanetarien.

Für die Realisierung des Gebäudes in Jena interessierte sich auch Adolf Meyer, Walter Gropius’ rechte Hand am Bauhaus. Die Zeiss-Werke entschieden sich allerdings nicht für seinen Entwurf im Stil des Neuen Bauens, sondern für das weniger konfliktreiche, neoklassizistische Design der Jenaer Architekten Johannes Schreiter und Hans Schlag.

Die leichte Kuppel des Planetariums – der Durchmesser beträgt 25 Meter – war wegweisend für den modernen Schalenbau. Für den Bau des Projektionsschirms wurde mit Flüssigbeton eine hauchdünne Kuppelschale auf ein Netz gesprüht. Dieses neue Verfahren eröffnete völlig neue Möglichkeiten für den Bau großer Hallen und anderer stützenloser geometrischer Konstruktionen.

Das Planetarium in Jena wurde seit den 1980er Jahren ständig erweitert. Heute können Besucher das „Sternentheater“ mittels neuester computergesteuerter Technologien erfahren. Auch das Kuppeldach wurde erneuert und strahlt seit 2012 wieder in seinem ursprünglichen Grün. [KM]

Karte

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

Zeiss-Planetarium Jena
Am Planetarium 5
07743 Jena

Öffnungszeiten

Geöffnet laut Programmplan

Förderformel

Anfahrt mit dem ÖPNV:

Nächstgelegener Bahnhof der Deutschen Bahn: Jena Paradiesbahnhof; nächstgelegene Haltestelle ÖPNV (Bus, Straßenbahn o.ä.): StraBa "Universität" Linie 1,4
Zeiss-Planetarium Jena im Jahr 1926.
Zeiss-Planetarium Jena
Zeiss-Planetarium Jena im Jahr 1926.
Zeiss-Planetarium Jena um 1930.
Zeiss-Planetarium Jena
Zeiss-Planetarium Jena um 1930.