Milchbar im Höhenpark Killesberg

Milchbar Killesberg, Stuttgart: Architekt Rolf Gutbrod entwarf das Bauwerk 1950 zur Gartenschau auf dem Killesberg. Dabei nimmt er Bezug zu den topografischen Gegebenheiten der Umgebung und verwendet das vor Ort typische Sandsteinmaterial, um es mit Elementen des Neuen Bauens spannungsreich zu verbinden. Verschiedenfarbige Sandsteinmauern, Stahl und Glasflächen sowie verputzte bzw. gekachelte Wandflächen kennzeichnen ein typisches Bauwerk seiner Zeit, der 1950er Jahre.
Herbert Medek UDB;
Milchbar Killesberg, Stuttgart: Architekt Rolf Gutbrod entwarf das Bauwerk 1950 zur Gartenschau auf dem Killesberg. Dabei nimmt er Bezug zu den topografischen Gegebenheiten der Umgebung und verwendet das vor Ort typische Sandsteinmaterial, um es mit Elementen des Neuen Bauens spannungsreich zu verbinden. Verschiedenfarbige Sandsteinmauern, Stahl und Glasflächen sowie verputzte bzw. gekachelte Wandflächen kennzeichnen ein typisches Bauwerk seiner Zeit, der 1950er Jahre.

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1950
  • Architekt/in Rolf Gutbrod

Sanierung

  • Baujahr / Bauzeit 1993

Gebäudetypologie

Gastronomie

Dieser herausragende Bau ist Teil des digitalen Vermittlungsformats „100 Jahre Architekturgeschichte zwischen 1900 und 2000“, das ab April 2019 auf dieser Webseite zugänglich sein wird. Der Ort ist nicht Teil der Grand Tour der Moderne und nicht zugänglich.

Die Milchbar im Höhenpark Killesberg verkörpert die Umbrüche der unmittelbaren Nachkriegszeit mit einer neuen Architektursprache. Der Stuttgarter Architekt Rolf Gutbrod entwarf das Gebäude für die Deutsche Gartenschau. Mit ihrer Eröffnung 1950 wurde gleichzeitig der Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Park- und Freizeitareals auf dem Killesberg gefeiert. Die Gartenschau markierte so einen hoffnungsvollen Neubeginn nach langen Jahren der Entbehrung. Diese Impulse spiegeln sich in Gutbrods Entwurf wider: Die Milchbar ist ein einzigartiges und richtungsgebendes Beispiel für eine neue Nachkriegsarchitektur der Leichtigkeit, des Aufbruchs und der Improvisation.

Mit der Realisierung der Milchbar wurde Stuttgart nicht nur zum Standort für Gartenkunst, sondern wiederholt zum Schauplatz der Architekturgeschichte: Der Killesberg ist unweit der Weissenhof- und der Kochenhofsiedlung, die einerseits repräsentativ für die Architektur des Bauhauses und andererseits für den Traditionalismus der Stuttgarter Schule sind.

Eine filigrane Fassade aus Glas und leuchtend blaue Streben aus Stahl, ein Mauerwerk aus traditionellem Natursandstein, eine große steinerne Freitreppe und ein leichtes Dach, das asymmetrisch versetzt über einer großen, einladenden Terrasse vorkragt: Dies sind die ersten Merkmale, die bei einem Besuch der verwinkelten Milchbar ins Auge springen. Die versetzten, ineinanderfließenden Ebenen und Dachflächen ermöglichen eine kreative und offene Innengestaltung. Sie betten das Gebäude auch raffiniert in die Hanglage ein und eröffnen eine freie Sicht auf die idyllische Parklandschaft.

Gutbrod, der mit der Liederhalle in Stuttgart später ein weiteres außergewöhnliches Zeugnis der Nachkriegsarchitektur schaffen sollte, gelang mit der Milchbar ein zeitloses, einladendes Gebäude, das Parkbesuchern auch heute noch zur Erholung und Erbauung dient. Das denkmalgeschützte und sanierte Gebäude ist ein beliebter Veranstaltungs- und Freizeitort und wird vielseitig genutzt. [KM]

Förderformel

Milchbar Killesberg, Stuttgart
Herbert Medek, UDB Stuttgart
Milchbar Killesberg, Stuttgart
Milchbar Killesberg, Stuttgart: Luftaufnahme
Bildarchiv UDB Stuttgart
Milchbar Killesberg, Stuttgart: Luftaufnahme