Glaswerk

Glaswerk, Giebel, Amberg (Bayern), Architekten: Walter Gropius, Alex Cvijanovic, 1968–70.
Erich Spahn, 2018.;
Glaswerk, Giebel, Amberg (Bayern), Architekten: Walter Gropius, Alex Cvijanovic, 1968–70.

Erbauung


Gebäudetypologie

Industrie/Produktion

Thomas Glaswerk, Glaskathedrale

Das Glaswerk in Amberg ist Walter Gropius’ letzter Bau. Die spektakuläre Industriestätte, die aufgrund ihrer sakral-futuristischen Gestalt auch als „Glaskathedrale“ bekannt ist, wurde 1970, ein Jahr nach Gropius’ Tod, fertiggestellt. Gemeinsam mit seinem Bostoner Architekturbüro The Architects Collaborative (TAC) und seinem Partner Alex Cvijanovic entwarf der Bauhaus-Begründer das Werk für den Unternehmer Philip Rosenthal. Für die Rosenthal-AG hatte Gropius drei Jahre zuvor auch eine Porzellanfabrik in Selb realisiert. Zusammen gelten die Rosenthal-Gropius-Bauten als visionäre Beispiele der Industriearchitektur und wichtige Zeugnisse des Bauhauses in Bayern.

Die gesamte Anlage liegt in einer Talsenke. Nur die Dächer der Flachbauten und die imposante Giebelhalle heben sich eindrucksvoll aus dem umliegenden Grün des Amberger „Bergsteigs“ empor. Die sich über 100 Meter erstreckende Schmelzofenhalle – das „Mittelschiff“ der Glaskathedrale – ist das Herzstück der Anlage. Die gestaffelten Dachflächen aus hellgrauem Beton und Fensterbändern bilden ein massives Dreieck, das dem Bau seinen sakralen Charakter verleiht. Davor befinden sich Flachbauten für Lager, Versand und Verarbeitung sowie eine inzwischen stillgelegte Kantine mit Lichthof.

Die radikal-moderne Architektur des Glaswerks ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit zwischen Gropius und Rosenthal. Beide vertraten einen ganzheitlichen Ansatz in der Frage nach der sozialen Funktion von Architektur. So sollte ein Industriebau nicht nur effizient, sondern auch ästhetisch anspruchsvoll sein, um menschliche Arbeitsbedingungen – Helligkeit, Luft und Offenheit – zu garantieren.

In der heute als Kristall-Glasfabrik Amberg bekannten Glaskathedrale wird nach wie vor produziert. [KM]

Karte

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

Glaswerk
Rosenthalstraße 12
92224 Amberg

Öffnungszeiten

Das Gelände und die Gebäude sind nur von außen zugänglich.
Die Führung "Erlebnis Glaskathedrale Amberg" wird nach Vereinbarung angeboten. Anmeldung unter stadtmuseum@amberg.de möglich.
Bitte informieren Sie sich über die derzeitigen Öffnungszeiten und geltenden Zugangs- und Hygienevorschriften vor Ort.

Förderformel

Anfahrt mit dem ÖPNV:

Nächstgelegener Bahnhof der Deutschen Bahn: Amberg
Nächstgelegene Haltestelle ÖPNV (Bus, Straßenbahn o.ä.): Rosenthal-Straße

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Glaswerk, Amberg: Jahresobjekt in Glas „Hummer“ 1983, Entwurf: Paul Wunderlich.
Stadtmuseum Amberg.
Glaswerk, Amberg: Jahresobjekt in Glas „Hummer“ 1983, Entwurf: Paul Wunderlich.
Glaswerk, Amberg: Glasobjekte, Fa. Rosenthal, Entwurf: Nanny Still McKinney.
Stadtmuseum Amberg.
Glaswerk, Amberg: Glasobjekte, Fa. Rosenthal, Entwurf: Nanny Still McKinney.