Jarrestadt

Jarrestadt, Hamburg: Eingangssituation in die Jarrestadt
Bezirksamt Hamburg-Nord;
Jarrestadt, Hamburg: Eingangssituation in die Jarrestadt

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1926 — 1930
  • Architekt/in Karl Schneider, Friedrich Richard Ostermeyer, Robert Friedmann, Fritz Schumacher, P.A.R. Frank, Otto Hoyer, Emil Neupert, Richard Ernst Oppel, Distel & Grubitz, Wilhelm Behrens, Bomhoff & Schöne, Block & Hochfeld, Ernst Dorendorf, Grell & Pruter

Gebäudetypologie

Wohnbau/Siedlung

Auch in Norddeutschland hinterließ die einflussreiche Bewegung des Neuen Bauens ihre Spuren. So gilt die Siedlung Jarrestadt in Hamburg bis heute als eines der ambitioniertesten Projekte im Reformwohnungsbau des frühen 20. Jahrhunderts. 1926 gewann Karl Schneider einen Wettbewerb für die Umsetzung von rund 34.000 Wohnungen, bei der auch viele andere namhafte Architekten, darunter Friedrich Ostermeyer, Reimund Frank und Fritz Höger, mitwirkten. Die Jarrestadt ist also vor allem eins: ein Gemeinschaftswerk, das unter der Gesamtleitung von Hamburgs Oberbaudirektor Fritz Schumacher zwischen 1926 und1930 seine bis heute erhaltene, einheitliche Gestalt annahm.

Unter Verwendung von dunkelrotem, doppelt gebranntem Klinker entstanden verschiedene vier- bis sechsgeschossige Zeilen- und Blockbauten. Der Gesamteindruck der Siedlung ist schlicht, einheitlich und geprägt durch klare Linien. Trotzdem lassen sich, auch bedingt durch die Arbeitsgemeinschaft der am Bau beteiligten Architekten, Variationen erkennen, wie Material- und Farbwechsel durch verschiedene Klinkerbrennungen oder Vor- und Rücksprünge in den Fassaden. Es wurden vornehmlich 2,5-Zimmer-Wohnungen mit 50-60 qm Wohnfläche konzipiert. Die modernen Ausstattungen mit Zentralheizung und Warmwasser garantierten einen für die damalige Zeit ungewöhnlich hohen Komfort. Auch ein zentraler Grünzug und verschiedene Parkräume trugen zum neuartigen Wohnkonzept bei.

Durch ihre Nähe zum Hamburger Stadtpark und zu einem benachbarten Industriegebiet war die Jarrestadt für die Zielmietergruppe der Arbeiterschaft strategisch gut gelegen. Nicht nur deshalb ist das Siedlungsprojekt vor allem aus stadtplanerischer Perspektive ein Exempel für die Wohnungsreformbestrebungen der Weimarer Republik. Fritz Schumacher prägte während seiner Amtszeit als Oberbaudirektor das Stadtbild Hamburgs mit verschiedenen sozialen Wohnungsbauprojekten. Er passte die Planungen für die Jarrestadt intelligent und innovativ an die rapiden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen der Stadt an.

Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Siedlung zerstört, jedoch rasch wieder nach ursprünglichen Plänen aufgebaut. Die auch heute noch stark nachgefragte Wohnsiedlung Jarrestadt ist aufgrund ihrer baukünstlerisch besonders wertvollen Eigenart durch eine städtebauliche Erhaltungsverordnung geschützt und durch einen großen Anteil an Einzeldenkmalen gekennzeichnet. [KM]

Karte

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

Jarrestadt
Goldbekufer 35
22303 Hamburg

Öffnungszeiten

Die Gebäude sind nur von außen zu besichtigen.

Förderformel

Anfahrt mit dem ÖPNV:

Nächstgelegener Bahnhof der Deutschen Bahn: Hamburg Hauptbahnhof
Nächstgelegene Haltestelle ÖPNV (Bus, Straßenbahn o.ä.): U-Bahnhof Saarlandstraße (U3), U-Bahnhof Borgweg (U3), Buslinien 172/173 Großheidestraße bzw. Jarrestraße (Kampnagel)
Jarrestadt, Hamburg: Backstein als Bauzier
Bezirksamt Hamburg-Nord
Jarrestadt, Hamburg: Backstein als Bauzier
Jarrestadt, Hamburg: Roter Backstein und Bauzier - Fassadendetail in der Jarrestadt
Bezirksamt Hamburg-Nord
Jarrestadt, Hamburg: Roter Backstein und Bauzier - Fassadendetail in der Jarrestadt