Künstlerfeste
In Zünften, Akademien, Vereinen und informellen Kreisen

Andreas Tacke, Birgit Ulrike Münch, Markwart Herzog, Sylvia Heudecker (Hg.)


Künstlerfeste hatten die unterschiedlichsten Funktionen: Neben der Katharsis, der reinigenden Wirkung eines fröhlichen Festes, wie es einmal Walter Gropius in Bezug auf das Bauhaus formulierte, ist der identitätsstiftende Aspekt zu beachten, ferner die oftmals auch ironische Abgrenzung zu anderen Kunstauffassungen bzw. Künstlergruppen. Durch wechselnde Motti der Künstlerfeste konnte man auf bestimmte politische Ereignisse reagieren, aktuelle Positionen publik machen, kulturelle Gemeinsamkeiten oder Diversität betonen. Zahlreiche Künstlerfeste überzeugten durch ein hochambitioniertes Konzept und wandten sich in einigen Fällen zudem explizit an die anvisierte Käuferschaft.
Welche Handlungsspielräume des individuellen Künstlers bzw. des Künstlerkollektivs wurden durch den Festablauf ausgeschöpft? Wie sind die Möglichkeiten der Auto- bzw. Gruppenrepräsentation und die Konstruktionen der geschlechtlichen Identität innerhalb der unterschiedlichsten Feste zu definieren?
Während das Thema der höfischen und städtischen Festkultur(en) auf eine produktive Forschungstradition zurückblickt, ist die Geschichte des Künstlerfestes mit all seinen Implikationen, Kontinuitäten und Zäsuren bislang noch nicht erschöpfend behandelt worden.


Kunsthistorisches Forum Irsee, Band 6
2.4.2019, Imhof Verlag
240 Seiten, 24 Farb- und 159 s/w- Abb., Broschur
Deutsch
ISBN 978-3-7319-0831-9