Hamburger Architektur Sommer 2019

Kessler/Beierle

Solide bauen – anarchisch feiern

Die Hamburger Kunstszene in den 1920iger und frühen 1930iger Jahren war bunt, experimentierfreudig, politisch, gattungs- und grenzüberschreitend – im Aufbruch. Legendär waren die Künstlerfesten im Curiohaus, die damals unter so klangvollen Motti wie  „Dämmerung der Zeitlosen“, „Die gelbe Posaune der Sieben“ oder „Himmel auf Zeit“ gefeiert wurden – Gesamtkunstwerke unter Beteiligung von Künstler*innen aller Disziplinen. Im Tanz passierte Außergewöhnliches: Lavinia Schulz und Walter Holdt erregten mit ihren Maskentänzen großes Aufsehen, Rudolf von Laban inszenierte seine berühmten Bewegungschöre im Stadtpark, Mary Wigman feierte in Hamburg frühe Erfolge. Bühne und Theater waren Experimentierfelder, Fritz Schumacher (Hamburgs erster Oberbaudirektor) entwarf Reliefbühnen für Inszenierungen am Schauspielhaus, Lothar Schreyer (1921 – 1923 Leiter der Bühnenwerkstatt am Bauhaus) zerlegte an der Landeskunstschule (heute HfbK) das klassische Theater, Hans Henny Jahnn rieb sich am Film und erprobte Mischformen unter Einbeziehung dieses modernen Mediums schlechthin. Architektur und Stadtplanung wurde mit hohem sozialästhetischem technischem Anspruch betrieben, in einer modernen Architektursprache mit hanseatischer Färbung. Mit dem Kontorhaus entwickelten und verfeinerten Hamburger Architekten eine ganz neue und hochmoderne Gebäudetypologie, die strukturell und konstruktiv den Anforderungen einer modernen Handels- und Millionenstadt entsprach. Fotograf*innen (unter ihnen in der Fotografie „dilettierende“ Architekten wie Fritz Block, der Architekt des Deutschlandhauses) und Maler*innen erprobten das „Neue Sehen“. Der Architekt Karl Schneider und der Künstler Naum Slutzky (1921-24 Meister am Bauhaus) schufen mit dem Emelka-Palast das erste moderne Großkino Deutschlands. Sie schufen kein Filmtheater, sondern ein Lichtspielhaus, eine neue, moderne Typologie.

Mehr Bauhäusler*innen als irgendwo

Das historische Bauhaus residierte nicht in Hamburg, doch nach 1945 gab es keine Kunstschule in Deutschland, in der mehr ehemalige Bauhäusler tätig waren als an der Hamburger Landeskunstschule, der späteren Hochschule für bildende Künste, darunter Fritz Schleifer, Gerhard Marcks, Kurt Kranz, Gustav Hassenpflug, Walter Peterhans und Max Bill. Hier wurden Bauhauspraxis und Bauhausideen ganz konkret in personeller Kontinuität fortgeführt.


Text

 

Hamburger Architektur Sommer 2019
im Zeichen von Bauhaus und Moderne
7. Mai – 31. Juli 2019

Das gesamte Programm des Hamburger Architektur Sommers 2019 geht im April 2019 unter www.architektursommer.de online.

 

 


Förderer: Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen der Freien und Hansestadt Hamburg, Hamburgische Architektenkammer

Kontakt

Initiative Hamburger Architektur
Sommer e.V.
Grindelhof 40
20146 Hamburg
Ansprechpartner: Stephan Feige,
Irmela Kästner, Lara Kuom
Telefon: +49(0)40 44 184 150
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Web www.architektursommer.de