„Und so etwas steht in Gelsenkirchen...“

Kulturbauten im Ruhrgebiet nach 1950

Essen | Ausstellung | bis 10.1.2021
+++ Bitte informieren Sie sich über die derzeitigen Öffnungszeiten. +++

Anhand von Wettbewerbsplänen, Modellen, Notizen, Skizzen und Plänen werden die „Biografien“ von einigen der wichtigsten Kulturbauten des Ruhrgebiets der letzten 70 Jahre nachgezeichnet. Zu sehen sind stadtbildprägende Kulturbauten, die die Kernstädte des Ruhrgebiets von der Hochzeit der Schwerindustrie bis zum Strukturwandel zugleich auch als Zentren einer urbanen Kultur auszeichneten. Die Ausstellung ist Teil des Forschungsprojekts Stadt Bauten Ruhr – Forschen Lehren Teilhaben der Kooperationspartner Mu-seum Folkwang, Technische Universität Dortmund und Baukunstarchiv NRW.

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Die Schau im Museum Folkwang thematisiert die Architektur und baukünstlerischen Besonderheiten der Kulturbauten sowie die mit ihrer Realisation verbundenen (gesellschafts-)politischen Ambitionen und programmatischen Konzepte. Im Ruhrgebiet entstanden ab 1950 zahlreiche Bauten als Austragungsorte des Selbstverständnisses einer zunehmend selbstbewussten Stadtgesellschaft. Das Baukunstarchiv NRW bewahrt umfangreiche Bestände zu diesen wegweisenden Bauprojekten des 20. Jahrhunderts, die nun anhand einer exemplarischen Auswahl für ein allgemeines Publikum zugänglich gemacht werden. Gezeigt werden Präsentationstafeln der Architekten, Wettbewerbspläne, originale Skizzen, Modelle, handschriftliche Notizen oder Beispiele für das bauzeitliche Presseecho. Die Ausstellung vermittelt ein breites Spektrum architektonischer Entwurfs- und Präsentationspraxis sowie die Zukunftsorientierung, Innovationskraft und Vielfalt architektonischer Konzepte für Kulturbauten im Ruhrgebiet.

Baukunstarchiv NRW
Anonym, Modellfoto der Oper Essen (Aalto-Theater), ca. 1980, Architekten: Alvar Aalto (Entwurf), Harald Deilmann (Ausführung), Silbergelatineabzug, Baukunstarchiv NRW

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In der Nachkriegszeit kam den Kulturbauten eine wichtige Rolle als dynamische Räume der Neuverhandlung gesellschaftlicher Ideale und Strukturen zu. „Und so etwas steht in Gelsenkirchen …“ erzählt diese Geschichten anhand ausgewählter Projekte: In Dortmund sind es das Baukunstarchiv NRW im ehemaligen Museum am Ostwall und das Naturkundemuseum, in Essen das Museum Folkwang, das Aalto-Theater, das Bürgerhaus Oststadt und der Wiederaufbau des Grillo-Theaters, in Gelsenkirchen das Musiktheater im Revier und das Kunstmuseum, in Duisburg die inzwischen abgerissene Mercatorhalle von 1962, in Bottrop das Josef Albers Museum Quadrat.

Archiv Museum Folkwang
Photo Milch, Museum Folkwang, ca. 1965, Architekten: Werner Kreutzberger, Erich Hösterey, Horst Loy, Silbergelatineabzug, Archiv Museum Folkwang

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Kuratoren führen
Fr, 2.10., 18 + 19 Uhr Anna Kloke und Christos Stremmenos
Fr, 9.10., 18 + 19 Uhr Christin Ruppio und Sonja Pizonka
Teilnahmebeitrag 3 € / 1,50 € / Kunstring Folkwang frei.
Karten sind ab einer Stunde vor Führungsbeginn an der Kasse erhältlich. Begrenzte Plätze.

Publikation zur Ausstellung
„Und so etwas steht in Gelsenkirchen.“ Kultur@Stadt_Bauten_Ruhr
Erscheint in der Schriftenreihe des Baukunstarchivs NRW (15. November 2020) Mit Beiträgen von u. a. Niklas Gliesmann, Judith Klein, Anna Kloke, Sonja Pizonka, Judith Anne Rüther, Christin Ruppio, Christos Stremmenos, Regina Wittmann sowie einem Foto-Essay von Lukas Höhler und einem Verzeichnis wichtiger Kulturbauten im Gebiet des RVR (Museen, Theater, Konzerthäuser)

Und so etwas steht in Gelsenkirchen
Kulturbauten im Ruhrgebiet nach 1950

11. September 2020 – 10. Januar 2021

Museumsplatz 1 | 45128 Essen

Di, Mi 10–18 Uhr
Do, Fr 10–20 Uhr
Sa, So 10–18 Uhr
Feiertage 10–18 Uhr
Mo geschlossen


Stadt Bauten Ruhr – Forschen Lehren Teilhaben

Forschungsprojekt

Im Ruhrgebiet der Moderne wurden in den Stadtzentren zahlreiche Rathäuser, Kirchen, Museen, Theater und Schulen gebaut, die nicht nur Impulsgeber neuer Urbanität, sondern auch Projektionsorte einer neuen Stadtgesellschaft sein sollten. Das Forschungsprojekt der Technischen Universität Dortmund, des Baukunstarchivs NRW und des Museum Folkwang stellt sich anhand der Bestände des Baukunstarchivs NRW und unter besonderer Berücksichtigung des Verhältnisses von planerischen Konzepten und realisierten Bauten die Frage, in welcher Weise bestimmte Bauaufgaben (Rathäuser, Kirchen, Kulturbauten etc.) in den jeweiligen Ruhrgebietsstädten und der Region insgesamt zur Identitätsbildung beigetragen haben. Welche Identitätsdiskurse wurden und werden aktuell über Bauten und Stadträume geführt – auch jenseits einer Fixierung auf Industriekultur und Strukturwandel? Damit wird der aktuell zu beobachtende gesellschaftliche Umdeutungsprozess moderner Stadtarchitektur im Ruhrgebiet wissenschaftlich begleitet.
Anhand von Plänen, Modellen und Fotografien soll eine Reflexion und Diskussion über das Selbstverständnis der Region angestiftet und befördert werden. Wie lassen sich im Ruhrgebiet die baukulturelle Überlieferung und die Identitätsdiskurse für die heterogenen gesellschaftlichen Gruppen und in besonderer Weise auch für Zuwanderer erschließen und weiterentwickeln?Wie können zu diesem Zweck die universitären Kompetenzen in Forschung und Lehre mit den archivischen Kompetenzen der Bewahrung und Erschließung sowie den musealen Kompetenzen der Präsentation und Vermittlung zusammengeführt werden? Dieses synergetische Zusammenwirken soll im Projekt modellhaft erarbeitet und reflektiert werden. Aus einer Zusammenarbeit von Universität mit Archiv und Museum heraus sollen neue Ausstellungs- und Vermittlungsstrategien für das Baukunstarchiv NRW erdacht und erprobt werden. Neben Tagungen, Seminaren, Workshops und Publikationen zum Thema sind Ausstellungen geplant.

Urbane Landschaften

Reutlingen | Ausstellung | bis 31. Januar 2021
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Die Ausstellung Urbane Landschaften. Stadt und Architektur in der Kunst auf Papier von Max Beckmann bis Wolfgang Mattheuer zeigt Druckgraphiken von Künstler*innen, die sich in ihrem Schaffen mit dem Phänomen von Stadt als architektonischem und sozialem Gebilde auseinandersetzen.

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