Das Bauhaus und die Moderne in Baden-Württemberg

Vor 100 Jahren hat der Architekt Walter Gropius das Bauhaus in Weimar gegründet. Die legendäre Kunstschule hat auch in Baden-Württemberg viele Spuren und sehenswerte Gebäude hinterlassen. Mit der Gründung des Bauhauses 1919 in Weimar vereinte Walter Gropius Handwerk, Kunst und Technik unter einem Dach. Innovative Architekten, Künstler, Fotografen, Grafiker und Designer holte er als Lehrer an die Schule.

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Wassily Kandinsky, Paul Klee, Oskar Schlemmer, Johannes Itten und Lyonel Feininger gehörten zu den Meistern, die mit ihren Schülern nach neuen Formen und Materialien suchten und eine moderne Lebenswelt gestalten wollten. Die Hochschule für Gestaltung musste 1925 nach Dessau und später nach Berlin umziehen. Obwohl sie nach 14 Jahren bereits auf Druck der Nationalsozialisten schließen musste, gab sie Impulse, die die Architektur und Kunst des 20. Jahrhunderts prägten.

In Baden-Württemberg zählt die Weissenhofsiedlung zu den bedeutendsten Zeugnissen des Neuen Bauens. Sie geht zurück auf eine Ausstellung des Deutschen Werkbunds und der Stadt Stuttgart 1927 zum Thema Wohnen. Unter der Leitung von Ludwig Mies van der Rohe entwarfen Architekten wie Walter Gropius und Hans Scharoun avantgardistische Häuser mit lichtdurchfluteten Räumen, die neue Impulse für künftiges Bauen geben sollten. Das Doppelhaus von Le Corbusier, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, steht heute als Museum Besuchern offen.

Auch die Stadt Karlsruhe war auf der Suche nach innovativen Lösungen für die Wohnraumknappheit. 1928 schrieb sie einen „Wettbewerb für eine neuzeitliche Mustersiedlung“ aus. Walter Gropius wirkte dort als Chefplaner und das Ergebnis, die Dammerstocksiedlung, können Interessierte heute bei Führungen besichtigen. Nach einem Spaziergang zwischen weißen Fassaden, Flachdächern, Laubenganghäusern und Gärten lässt sich im Slow-Food-Restaurant Erasmus entspannen, das auch in einem von Walter Gropius entworfenen Bauwerk zuhause ist.

Viele weitere Bauwerke lassen sich nicht nur von außen betrachten, sondern sogar betreten. Etwa das ehemalige Empfangsgebäude auf dem Flugfeld Böblingen, das seit der Restaurierung ein Restaurant beherbergt. Sehenswert sind auch die Ländebauten des Bauhäuslers Hermann Blomeier am Seerhein in Konstanz, die früher als Wartehallen, Cafés und Läden am Fährhafen dienten. Bedeutende Zeugnisse sind auch die Schwarzwaldhalle in Karlsruhe und das „Haus auf der Alb“, ein ehemaliges Kaufmannserholungsheim, in Bad Urach.

27 Schleusen liegen am Neckar zwischen Stuttgart und Mannheim: Sie wurden von 1927 bis 1935 errichtet und der jeweiligen Landschaft angepasst. Die genannten Bauwerke zählen alle zu den 100 Orten, die vom deutschlandweiten Bauhaus-Verbund 2019 als herausragende Beispiele ausgewählt wurden. Auch das Gebäude der Hochschule für Gestaltung in Ulm, an der die Bauhaus-Ideen in den 1950er-Jahren fortgeschrieben wurden, gehört dazu.

Nicht nur Gebäude, auch zahlreiche Kunstwerke zeugen von der Zeit. Die Staatsgalerie Stuttgart zeigt in ihrer Sammlung Werke der Bauhaus-Lehrer Oskar Schlemmer und Johannes Itten. Beide waren Schüler von Adolf Hölzel an der Stuttgarter Akademie und von ihm geprägt. Schon in seiner Stuttgarter Zeit wurde Schlemmer von Tänzern zu Bühnenarbeiten inspiriert. Später hat er in seinem „Triadischen Ballett“ Bilder, Bewegung und Musik auf ungewöhnliche Weise miteinander verbunden.

Zum Bauhaus-Jubiläum planen die Museen verschiedene Sonderausstellungen:

  1. Quelle:
  2. https://www.tourismus-bw.de [2019]