ZUKUNFT PAULSKIRCHE

Während aktuell eine technische Sanierung der Paulskirche ansteht, werden Stimmen laut, die in diesem Zuge die Rekonstruktion eines Vorkriegszustandes wünschen. Diese Debatte, die eigentlich in den 1980er-Jahren bereits erschöpfend geführt worden war, geriet im Herbst 2017 erneut ins Rollen. Auslöser war ein Zeit-Artikel von Benedikt Erenz, der die Wiederaufbau-Lösung brüsk aburteilte und für die Rückkehr einer Empore plädierte: „Denn hier saß das Volk.“Die Frankfurter Koalition aus CDU, SPD und Grünen steht klar hinter dem Erhalt des Wiederaufbaus. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) wünscht sich hingegen eine breite, offene Diskussion über die Zukunft der Paulskirche und weckt somit auch Hoffnungen bei den Rekonstruktionsfreunden. Weiteren Rückenwind gibt ihnen der Erfolg der Neuen Altstadt. Im Jahr 2018 hat sich aus den Kreisen der Jungen Liberalen der Verein „Demokratiedenkmal Paulskirche“ gegründet. Dessen Mitglieder plädieren für den Einbau einer Empore und eines Kuppeldaches als moderne Zitate der historischen Paulskirche. So möchten sie die Paulskirche zum Ort der Bundespräsidentenwahl machen. Die rechtspopulistische Opposition aus Alternative für Deutschland (AfD) und Bürger für Frankfurt (BFF) fordert dagegen deutlich eine Rekonstruktion des Zustands von 1848. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklärte die Zukunft der Paulskirche zur nationalen Aufgabe. Er wünscht, ebenso wie die Stadtpolitik, einen Erlebnisort unter dem Namen „Demokratiezentrum“. Als möglicher Standort für solch ein Zentrum werden die Wandelhalle, der Paulsplatz, das Erdgeschoss der benachbarten Stadtkämmerei sowie ein Neubau auf der Freifläche in Richtung Berliner Straße diskutiert.

Moritz Bernoully, 2019
Blick aus dem ehemaligen Regieraum in den Saal, 2019
Moritz Bernoully, 2019
Heutige Außenansicht der Paulskirche
Moritz Bernoully, 2019
Heutige Ansicht des Saals