Kurt Stolp

Kurt Stolp mit Pfeife, Foto: Werner David Feist, 1929.
Kurt Stolp mit Pfeife, Foto: Werner David Feist, 1929. © Bauhaus-Archiv Berlin.
  • Geboren am 26.5.1904 in Biechowo, Provinz Posen (Deutsches Reich) | heute Polen
  • Verstorben in 1985 in Berlin, DDR | heute Deutschland


  • Tätigkeiten Grafiker, Redakteur

    Netzwerke
  • Bauhaus Dessau: Studierender

Netzwerke

  • Bauhaus Dessau: Studierender Immatrikulationsnr. 214
    10.1927–30.3.1931: Grundlehre/Vorlehre, Druckerei, Reklamewerkstatt, Bühnenwerkstatt
    Bauhaus-Diplom (Nr. 38) in der Druckerei und der Reklamewerkstatt am 30.3.1931

Kurt Stolp wurde am 26. Mai 1904 in Biechowo (Polen), im ehemaligen Westpreußen geboren. Zum Wintersemester 1927 schrieb er sich mit der Nummer 214 in die Immatrikulationsliste am Bauhaus Dessau ein und begann sein Studium mit der Grundlehre. Es folgte die Ausbildung in der Druck- und Reklamewerkstatt. Stolp wurde 1928 Mitglied der KPD und von der Assoziation revolutionärer bildender Künstler Deutschlands (ASSO), einem Zusammenschluss kommunistischer Künstler. Im Frühjahr 1929 arbeitete er bei der Ausführung eines von Joost Schmidt für die Firma Junkers gestalteten Stand auf der Berliner Ausstellung „Gas und Wasser“ mit. Im Wintersemester besuchte er den Unterricht der Bühnenwerkstatt. Er heiratete Meta Kuhr, die bereits seit 1926 das Bauhaus Dessau besuchte. Am 30. März 1931 erhielt Kurt Stolp das Bauhaus-Diplom Nr. 38 der Reklamewerkstatt.
Nach seinem Abschluss verließ Kurt Stolp seine Familie und ging nach Prag, wo er zunächst bei verschiedenen kommunistischen Prager Zeitungen, u. a. bei der Rudé právo, im grafischen Bereich tätig war. Er war an der Vorbereitung der 1932 in Prag und Brünn gezeigten Ausstellung „Proletarisches Wohnen“ beteiligt, die von tschechischen Linksfront-Architekten konzipiert worden war. Die Ausstellung wurde von der Polizei verboten; die linksorientierte Presse berichtete darüber.
1934 wurde er ständiger Mitarbeiter der Redaktion der „Arbeiter Illustrierte Zeitung“ (AIZ), die von 1921 bis 1933 in Berlin und danach bis 1938 im Prager Exil wöchentlich erschien und von dort jetzt zum Widerstand gegen das NS-Regime aufrief. Er war Mitglied des Zusammenschlusses emigrierter deutschsprachiger Künstler. Nach der Okkupation der ČSR 1939 durch die deutschen Truppen wurde Kurt Stolp zum Militärdienst als Schreiber und Zeichner für die Rüstungs-Inspektion in Prag eingezogen. 1946 kehrte er nach Ost-Berlin zurück. Zunächst war Stolp am Aufbau des Fotoarchivs Illus-Bilderdienst beteiligt, aus dem später Zentralbild, das Fotoarchiv des Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienst (ADN), wurde. 1947 arbeitete und wohnte er bei Hubert Hoffmann in Dessau, der für die Sicherungsarbeiten und Wiederbelebung des beschädigten Bauhauses eingesetzt war. Stolp bereitete eine Abteilung für Bildstatistik vor. Nachdem das Projekt scheiterte und Hoffmann nach Westberlin fliehen musste, verlor auch Stolp seine Arbeit und kehrte in den Ostteil Berlins zurück. Zunächst war er für die Deutsche Film AG (DEFA) tätig, 1948 wurde er Bildredakteur bei der „Berliner Zeitung“ und zuletzt war er Leiter der Abteilung Grafik beim Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienst (ADN). 1975 erhielt er den Vaterländischen Verdienstorden der DDR. Bei der 50-Jahrfeier am 4. Dezember 1976 im teilsanierten Bauhaus Dessau war er mit weiteren ehemaligen Bauhäuslern anwesend und wurde für seine besonderen Verdienste um das Bauhaus mit einer Urkunde geehrte Kurt Stolp starb am 28. Februar 1981 in Berlin.

[BK]

Literatur:

· Archiv Sammlung Stiftung Bauhaus Dessau.
· Ute Brüning (1995): Das A und O des Bauhauses, Berlin.
· Fritz-Kuhr-Archiv, Hermann Famulla, Berlin.
· Karel Honzík (1963): Ze života avantgardy. Zážitky architektovy, Prag.
· Nationalarchive der Tschechischen Republik.
· Eckhard Neumann (1985): Bauhaus und Bauhäusler, Köln.
· Tapetenfabrik Gebr. Rasch & Stiftung Bauhaus Dessau (1995): bauhaustapete. Reklame & Erfolg einer Marke, Köln.

Weitere Informationen zu Kurt Stolp

Erwähnung

Folke Dietzsch (1991): Die Studierenden am Bauhaus. Eine analytische Betrachtung zur strukturellen Zusammensetzung der Studierenden, zu ihren Studien und Leben am Bauhaus sowie zu ihrem späteren Wirken, Diss. A, Hochschule für Architektur und Bauwesen, Fak. Architektur, Weimar.

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