Hans Thiemann

Porträt Hans Thiemann, Foto: Elsa Thiemann, 1929–1931.
Porträt Hans Thiemann, Foto: Elsa Thiemann, 1929–1931. Bauhaus-Archiv Berlin / Margot Schmidt, Nachlass Elsa Thiemann.
  • Geboren am 18.4.1910 in Bochum-Langendreer, Provinz Westfalen (Deutsches Reich) | heute Deutschland
  • Verstorben am 28.7.1977 in Hamburg, BRD | heute Deutschland


  • Tätigkeit Maler

    Netzwerke
  • Bauhaus Dessau: Studierender
  • Bauhaus Berlin: Studierender
  • Landeskunstschule Hamburg

Netzwerke

  • Bauhaus Dessau: Studierender Immatrikulationsnr. 438
    4.1930–3.1932: Grundlehre/Vorlehre, Freie Malklasse
  • Bauhaus Berlin: Studierender 10.1932–1.4.1933: Freie Malklasse
    Bauhaus-Diplom (Nr. 126) am 1.4.1933
  • Landeskunstschule Hamburg 1953–1954: Gastdozent Malerei
    1960–1976: Grundlehre und Malerklasse

Hans Thiemann studierte in den Jahren 1930 bis 1933 am Bauhaus in Dessau und Berlin als Schüler von Wassily Kandinsky und Paul Klee. Am 1. April 1933, kurz vor Schließung des Bauhauses, erhielt Thiemann sein Bauhaus-Diplom, unterzeichnet von seinen Lehrern der freien Malklassen. Am Bauhaus lernte er seine spätere Ehefrau (ab 1947) Elsa Franke kennen, mit der er nach Abschluss des Studiums in Berlin wohnte.
Während des Zweiten Weltkrieges blieb das Paar in der Hauptstadt. Da Hans Thiemanns Malerei surrealistische Tendenzen aufweist und zur Gruppe der Berliner „Fantasten“ zählte, wurde als "entartet" diffamiert, wodurch ihm ein künstlerisches Schaffen unmöglich wurde. Während seine Frau eine Stelle als Verlagsassistentin in der Berliner Redaktion von Hoffmann und Campe annahm, hungerte sich Hans Thiemann auf gerade mal 47 kg herunter, um nicht in den Kriegsdienst treten zu müssen. Um die Isolation und Depression ertragen zu können, führte er eine enge Brieffreundschaft mit seinem früheren Lehrer Wassily Kandinsky, der zu diesem Zeitpunkt in Paris lebte.
Nach Ende des Krieges nahm Thiemann die Malerei wieder auf. Schon 1947 stellte er seine Werke in einer Einzelausstellung in der Galerie Gerd Rosen in Berlin aus. 1953 folgte ein Paris-Stipendium der Stadt Berlin und im darauffolgenden Jahr der Kunstpreis der Stadt Berlin. Im selben Jahr dozierte Thiemann gastweise an der Landeskunstschule Hamburg. 1960 erfolgte schließlich der Ruf an die Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, wo Thiemann bis 1976 mit kurzen Unterbrechungen die Grundklasse leitete. Hans Thiemann starb am 28. Juli 1977 in Hamburg.

[AG 2015]

Literatur:

· Christian Beutler (1976): Zwölf Briefe von Wassily Kandinsky an Hans Thiemann 1933–1939, Westdeutsches Jahrbuch für Kunstgeschichte, Bd. XXXVIII, Köln.
· Will Grohmann (1948): Hans Thiemann, in: Das Kunstwerk, 2. Jg.
· Dokumente des Künstlers im Bauhaus-Archiv Berlin.