Horacio Coppola

„Horacio Coppola/Londres 1934“, Foto: Grete Stern, 1934.
„Horacio Coppola/Londres 1934“, Foto: Grete Stern, 1934. Bauhaus-Archiv Berlin / Estate Grete Stern, Courtesy Galería Jorge Mara – La Ruche.
  • Geboren am 31.7.1906 in Buenos Aires, Argentinien
  • Verstorben am 18.6.2012 in Buenos Aires, Argentinien


  • Tätigkeiten Fotograf, Grafiker

    Netzwerke
  • Bauhaus Berlin: Studierender

Netzwerke

  • Bauhaus Berlin: Studierender Immatrikulationsnr. 624
    Fotowerkstatt

Als Horacio Coppola 1932 ans Berliner Bauhaus kam, hatte er bereits den konkreten Berufswunsch Fotograf zu werden. Einzig zu diesem Zweck reiste er nach Deutschland, denn die Fotos von László Moholy-Nagy und Albert Renger-Patzsch – zwei der wichtigsten Repräsentanten der Fotoavantgarden „Neues Sehen“ und „Neue Sachlichkeit“ –, die er auf seiner ersten Europareise 1930 gesehen hatte, hatten einen bleibenden Eindruck bei dem jungen Argentinier hinterlassen. Auf seinem Weg zu einem der populärsten argentinischen Fotografen, knüpfte Coppola stets eine enge Verbindung zwischen Fotografie und Film. 1929 hatte er den ersten Filmclub Argentiniens gegründet; neben seinem Studium am Bauhaus wirkte er in den Tempelhofer Filmstudios als Assistent am Film „Reifende Jugend“ (Carl Frölich, 1933) mit. In Berlin lernte Coppola die Peterhans-Schülerin Grete Stern kennen. Sie stellte ihm den Leiter der Bauhaus-Fotoklasse vor und bewegte ihn zur Immatrikulation.
Über Grete Stern gelangte Horacio Coppola in den Künstlerkreis um Ellen Rosenberg (später Auerbach), Walter Auerbach und Walter Peterhans. Während seines Bauhaus-Studiums entstanden lediglich 18 Fotografien, wie er später vielfach betonen sollte. Sie sind direkte Resultate aus dem Unterricht Peterhans. Die Abstraktion von Formen, wie Coppola sie von Peterhans erlernte, verfolgte er nach seiner Rückkehr nach Argentinien weiter. 1936 emigrierten Stern und Coppola, mittlerweile verheiratet und zweifache Eltern, nach Argentinien.
In Buenos Aires wurde ihnen die Möglichkeit geboten, ihre erste gemeinsame Foto-Ausstellung auf die Beine zu stellen. Sie ging als die erste Ausstellung moderner Fotografie in Argentinien in die Kunstgeschichte ein. Von seiner Heimatstadt Buenos Aires fertigte Coppola im selben Jahr zahlreiche Nacht- und Tagfotografien an, die er in der Publikation „Buenos Aires, 1936“ zusammenführte. Bis heute prägt sie entscheidend das Bild, das wir von der argentinischen Hauptstadt haben.
Horacio Coppola gilt heute als einer der wichtigsten argentinischen Fotografen und als der Fotograf, der das sich wandelnde Buenos Aires über hundert Jahre lang mitverfolgte und fotografisch dokumentierte. Er starb am 18. Juni 2012 im Alter von 105 Jahren.

[AG 2016]

Literatur:

· Marcos Zimmermann (2010): Horacio Coppola. Como si viera por primera vez, 3.12.2010, Clarín.com, Revista de Cultura (9.6.2016).
· Loreley Gaffoglio (2006): Horacio Coppola: los ojos del siglo, in: La Nación, 23.7.2006 (9.6.2016).
· Jorge Schwartz (2008): Horacio Coppola, Fundación Telefónica, o.O.

Weitere Informationen zu Horacio Coppola

Erwähnung

Folke Dietzsch (1991): Die Studierenden am Bauhaus. Eine analytische Betrachtung zur strukturellen Zusammensetzung der Studierenden, zu ihren Studien und Leben am Bauhaus sowie zu ihrem späteren Wirken, Diss. A, Hochschule für Architektur und Bauwesen, Fak. Architektur, Weimar.

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