Herbert Bayer

Selbstporträt, Foto: Herbert Bayer, 1932.
Selbstporträt, Foto: Herbert Bayer, 1932. © Bauhaus-Archiv Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn 2020.
  • Geboren am 5.4.1900 in Haag am Hausruck, Österreich-Ungarn | heute Österreich
  • Verstorben am 30.9.1985 in Montecito (Kalifornien), USA

  • Geburtsname Herbert Wilhelm Bayer

  • Ehe mit Irene Bayer (∞1925–1944)
    Joella Syrara Bayer, geb. Haweis (∞3.12.1944–1985)
  • Tochter Julia Alexandra Bayer (1929–1963)
  • Verwandt mit Max Bayer

  • Tätigkeiten Architekt, Fotograf, Grafiker, Maler, Typograf

    Netzwerke
  • Bauhaus Weimar: Studierender
  • Bauhaus Dessau: Meister und Lehrender

Netzwerke

  • Bauhaus Weimar: Studierender 10.1921–3.1924: Vorkurs bei Johannes Itten, Mitglied Wohnungsausschuss und Wandmalerei
  • Bauhaus Dessau: Meister und Lehrender 1925–28: Jungmeister, Leiter der Druckerei und Reklamewerkstatt, Lehrer für Typographie und Werbung

Seine erste Ausbildung erhielt Herbert Bayer 1919 im Atelier des Linzer Architekten Georg Schmidthammer. 1920 assistierte er dem Architekten Josef Emanuel Margold, der Mitglied der Darmstädter Künstlerkolonie war. Seine Ausbildung setzte Bayer zwischen 1921 und 1925 am Bauhaus in Weimar und in Dessau fort. 1921–1922 belegte er den Vorkurs bei Johannes Itten. Von 1922 bis 1924–1925 besuchte er die Wandmalereiabteilung bei Wassily Kandinsky. Am 3.2.1925 legte er die Gesellenprüfung vor der Malerinnung in Weimar ab. Nach dem Umzug des Bauhauses nach Dessau berief Walter Gropius ihn dort 1925 zum Jungmeister. Von 1925 bis 1928 war er Leiter der am Bauhaus Dessau neu gegründeten Werkstatt für Druck und Reklame.
Für das Bauhaus gestaltete Bayer zahlreiche Drucksachen und Werbegrafiken. Während seiner Bauhauszeit heiratete er die Fotografin und Bauhaus-Studentin Irene Angela Hecht. Er verließ das Bauhaus 1928. 1930 gestaltete er in Paris gemeinsam mit Walter Gropius und László Moholy-Nagy die Ausstellung für den Deutschen Werkbund. Bis 1938 arbeitete Bayer in Berlin als Gebrauchs- und Werbegrafiker sowie als Maler. In dieser Zeit war er künstlerischer Leiter der Berliner Werbeagentur Dorland, der Zeitschrift „Vogue” in Paris und freier Mitarbeiter der Zeitschrift „die neue linie”.
1938 emigrierte Bayer in die Vereinigten Staaten und lebte in New York. Im selben Jahr gestaltete er die New Yorker Ausstellung „Bauhaus 1919-1928“. Auch die 30 Jahre später organisierte Ausstellung in Stuttgart „50 Jahre Bauhaus“ entstand nach seinem Design. In den Vereinigten Staaten war er hauptsächlich als Maler, Werbegrafiker und Ausstellungsgestalter für zahlreiche Firmen und Institutionen tätig. 1942 gestaltete Bayer die amerikanische Propaganda-Ausstellung „Road to Victory“ im Museum of Modern Art in New York. 1945 ließ sich Irene Bayer von ihm scheiden. Seit 1946 war Bayer als Gestaltungsberater des Kulturzentrums Aspen tätig. 1956 wurde er Leiter der Abteilung Design der Container Corporation of America. Zwischen 1958 und 1961 war er Mitglied des Kunstbeirats des Informationsbüros der Vereinigten Staaten von Amerika. Zudem arbeitete er seit 1965 als künstlerischer Berater mehrerer bedeutender Werbeagenturen und Warenhäuser.
Bayers Werksverzeichnis ist vielgestaltig. Es reicht von Grafiken, Malerei bis hin zur Landschaftsgestaltung. Zu den herausragenden Werken zählen insbesondere die Fotomontage „Selbstporträt“ von 1932, die Reklame für die Adrianol-Emulsion von 1935, die zwischen 1944 und 1953 entstandene Serie „Mountains and Convolutions“ sowie der „Marble Garden“ von 1955.

Literatur:

∙ Bauhaus-Archiv Berlin (1982): Herbert Bayer. Das künstlerische Werk 1918–1938, Berlin.
∙ Uta Brüning (1995): Das A und O des Bauhauses. Bauhauswerbung, Schriftbilder, Drucksachen, Ausstellungsdesign, Leipzig, 1995.
∙ A. Arthur Cohen (1984): Herbert Bayer. The Complete Work, Cambridge.
∙ Elisabeth Nowak-Thaller (2009): Ahoi Herbert!. Bayer und die Moderne, Linz.

Weitere Informationen zu Herbert Bayer

Erwähnung

Folke Dietzsch (1991): Die Studierenden am Bauhaus. Eine analytische Betrachtung zur strukturellen Zusammensetzung der Studierenden, zu ihren Studien und Leben am Bauhaus sowie zu ihrem späteren Wirken, Diss. A, Hochschule für Architektur und Bauwesen, Fak. Architektur, Weimar.

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