Irene Bayer

Porträt Irene Bayer, Foto: Grit Kallin-Fischer, 1927-28.
Porträt Irene Bayer, Foto: Grit Kallin-Fischer, 1927-28. © Bauhaus-Archiv Berlin / unbekannt.
  • Geboren am 28.10.1898 in Chicago (Illinois), USA
  • Verstorben in 1991 in Santa Monica (Kalifornien), USA

  • Geburtsname Irene Angela Hecht
  • Name nach Heirat Irene Bayer-Hecht

  • Ehe mit Herbert Bayer (∞1925–1945)
  • Tochter Julia Alexandra Bayer (1929–1963)

  • Tätigkeiten Fotografin, Grafikerin, Übersetzerin

    Netzwerke
  • Bauhaus-Umkreis
  • Bauhaus Dessau: Studierende

Netzwerke

  • Bauhaus-Umkreis 1924–1928: Fotografin
  • Bauhaus Dessau: Studierende Immatrikulationsnr. 34
    1.6.1925–12.1925: Grundlehre/Vorlehre

Im Jahr 1898 wurde Irene (Angela) Bayer (geb. Hecht) in Chicago geboren; aufgewachsen ist sie in Ungarn. Im Alter von 22 Jahren studierte sie an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. 1923 besuchte sie die erste große Bauhaus-Ausstellung in Weimar, auf der das Bauhaus seine Innovation in Kunst und Handwerk im Bauhausgebäude und im eigens für die Ausstellung errichteten Haus Am Horn präsentiert. Hier lernte sie den Bauhäusler Herbert Bayer kennen. Bis 1924 hielt sich die junge Frau als Gasthörerin an der Sorbonne und dem École de Beaux-Arts in Paris auf. Ein Jahr darauf nahm sie ohne anständige Immatrikulation an dem Vorkurs des Bauhauses in Weimar teil und besuchte Fotokurse an der Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig. Im selben Jahr (1925) heiratete sie den Bauhausstudenten und späteren Jungmeister Herbert Bayer und zog mit ihm und dem Bauhaus 1926 nach Dessau.
Mit ihrer fotografischen Ausbildung unterstützte sie Herbert Bayer in seiner fotografischen und technischen Arbeit, fotografierte aber auch eigenständig. Ihre Bilder von Bauhäuslern und deren Alltag an der revolutionären Kunsthochschule versprühen den Esprit der am Bauhaus herrschenden Neuaufbruchsstimmung und Lebensfreude, wie sie sonst nur in den Fotos von T. Lux Feininger zu finden sind. 1928 bereits trennten sich Irene und Herbert Bayer; 1929 kam ihr einziges gemeinsames Kind, Julia Alexandra, zur Welt.
Im selben Jahr präsentierte Irene Bayer ihre fotografischen Arbeiten, die sich vor allem mit den am Bauhaus lebenden Menschen befassten, auf der Werkbundausstellung „Film und Foto“ (FiFo) in Stuttgart. 1938 ging Irene Bayer, wie viele der ehemaligen Bauhäusler, zurück in die USA. Zu diesem Zeitpunkt gab sie die professionelle Fotografie auf und begann als Übersetzerin zu arbeiten. Erst 1945 ließ sich Bayer von ihrem Mann, 17 Jahre nach der Trennung, scheiden. Im selben Jahr zog sie nochmals für zwei Jahre nach Deutschland, wo sie in München für die amerikanische Militärverwaltung arbeitete. Danach ließ sie sich in Santa Monica, Kalifornien, nieder, wo sie 28 Jahre nach dem Tod der Tochter (1991) starb. Sie wurde neben ihrer Tochter und in unmittelbarer Nähe zu Herbert Bayer und dessen zweiter Ehefrau Joella auf dem Aspen Grove Cemetary in Aspen, Colorado beerdigt.

[AG 2015]

Literatur:

∙ Folke Dietzsch (1991): Die Studierenden am Bauhaus, Dissertation, Weimar.
∙ Ute Eskildsen, Jan Christopher Horak (1979): Film und Foto der zwanziger Jahre. Eine Betrachtung der Internationalen Werkbundausstellung „Film und Foto“ 1929, Stuttgart.
∙ Jeannine Fiedler (1990): Fotografie am Bauhaus, Bauhaus-Archiv Berlin.
∙ Lutz Schöbe (2004): Bauhaus-Fotografie. Aus der Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau, Stiftung Bauhaus Dessau, Florenz.

Weitere Informationen zu Irene Bayer

Erwähnung

Folke Dietzsch (1991): Die Studierenden am Bauhaus. Eine analytische Betrachtung zur strukturellen Zusammensetzung der Studierenden, zu ihren Studien und Leben am Bauhaus sowie zu ihrem späteren Wirken, Diss. A, Hochschule für Architektur und Bauwesen, Fak. Architektur, Weimar.

Web