Heinrich Clasing

Studierenden-Ausweis, bauhaus dessau, Heinrich Clasing, 1930.
Studierenden-Ausweis, bauhaus dessau, Heinrich Clasing, 1930. © Bauhaus-Archiv Berlin.
  • Geboren am 13.4.1911 in Münster, Provinz Westfalen (Deutsches Reich) | heute Deutschland
  • Verstorben am 29.8.1989 in Pont-Aven, Frankreich

  • abweichende Schreibweise Heinz Clasing

  • Tätigkeiten Galerist, Grafiker, Maler

    Netzwerke
  • Bauhaus Dessau: Studierender
  • Bauhaus Berlin: Studierender

Netzwerke

  • Bauhaus Dessau: Studierender Immatrikulationsnr. 417
    Grundlehre/Vorlehre, Werkstatt für Druckerei, Typografie und Reklame, Freie Malklasse
  • Bauhaus Berlin: Studierender Freie Malklasse, Fotografieabteilung bei Walter Peterhans
    Diplom (Nr. 108) der Werkstatt für Reklame, Typografie und Druckerei und der Fotoabteilung vom 1.4.1933

Heinrich Clasing wurde am 13. April 1911 in Münster geboren. Von 1926-28 absolvierte er in seinem Heimatort eine Lehre zum Buchbinder. Ab 1930 studierte Clasing drei Jahre lang bis März 1933 am Bauhaus in Dessau und Berlin. Unter Josef Albers besuchte er den obligatorischen Vorkurs und den hiermit verbundenen Unterricht von Wassily Kandinsky (analytisches Zeichnen), Joost Schmidt (Schrift, Aktzeichnen), Fritz Kuhr (gegenständliches Zeichnen), Walter Peterhans (Mathematik) und Hans Volger (Darstellung und Norm). Nach der Grundlehre wurde Clasing in die Reklamewerkstatt von Joost Schmidt übernommen. Ab dem vierten Semester studierte er in der Fotoklasse unter der Leitung des Berliner Fotografen Walter Peterhans. Seine Studienarbeiten in der Fotoabteilung konzentrierten sich auf Materialaufnahmen (im Bauhaus-Archiv Berlin ist eine kleine Anzahl von Bauhausstoff-Fotografien, aufgenommen von Heinrich Clasing, erhalten, die in ihrer Qualität den Arbeiten des Lehrers in Nichts nachstehen), Stillleben und Portraits, Reportageversuche sowie freie Arbeiten.
Noch während seines Studiums am Bauhaus engagierte Lilly Reich 1931 Clasing als Mitarbeiter an der Typografie für die Deutsche Bauausstellung in Berlin. Nach seinem Studienabschluss kehrte Clasing nach Münster zurück und übernahm die elterliche Buchbinderei und Bilderrahmung. 1935 gründete der Fotograf und Grafiker die Galerie Kleiner Raum Clasing, die bis heute unter der Leitung seiner Tochter und seines Schwiegersohnes besteht. In der Galerie organisierte Clasing monatliche Ausstellung junger, teils verfemter Künstler: u.a. Otto Pankok (1935), Carl Hofer (1936), Edvard Munch (1937). Im Jahr 1943 wurde das Wohnhaus sowie die Galerie des Künstlers zerstört; zwei Jahre später folgte die Wiedereröffnung der Galerie. Ab diesem Zeitpunkt stellte Clasing wieder vorzugsweise Avantgarde-Künstler aus, unter ihnen August Macke, Marc Chagall und Ernst Barlach. 1957 eröffnete der einstige Bauhaus-Student das „Theater im Kleinen Raum“, wo Einakter von Jean Cocteau, literarische und musikalische Veranstaltungen direkt neben Galerie- und Werkstattarbeit stattfanden. Bis zu seinem Tod am 29. August 1989 leitete Heinrich Clasing die Galerie Kleiner Raum Clasing und die Werkstatt für Einrahmungen und Restaurierung in Münster.

[AG 2015]

Literatur:

· Sibylle Backmann, Birgit Gropp (2003): Eine Hommage an den Kunsthändler Heinrich Clasing, Münster.
· Jeannine Fiedler (1990): Fotografie am Bauhaus, Berlin.

Weitere Informationen zu Heinrich Clasing

Erwähnung

Folke Dietzsch (1991): Die Studierenden am Bauhaus. Eine analytische Betrachtung zur strukturellen Zusammensetzung der Studierenden, zu ihren Studien und Leben am Bauhaus sowie zu ihrem späteren Wirken, Diss. A, Hochschule für Architektur und Bauwesen, Fak. Architektur, Weimar.

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