Arieh Sharon

Porträt Arieh Sharon, Foto: unbekannt, um 1928.
Porträt Arieh Sharon, Foto: unbekannt, um 1928. © unbekannt.
  • Geboren am 28.5.1900 in Jaroslau, Österreich-Ungarn | heute Jarosław, Polen
  • Verstorben am 24.7.1984 in Paris, Frankreich

  • Geburtsname Ludwig Kurzmann

  • Ehe mit Gunta Stölzl (∞1927–1936)
    Chaja Sharon (1909–1998), geb. Sankowsky
  • Kinder Yael Aloni, geb. Sharon (*8.10.1929)
    Eldar Sharon
    Uri Sharon

  • Tätigkeiten Architekt, Stadtplaner

    Netzwerke
  • Bauhaus Dessau: Studierender

Netzwerke

  • Bauhaus Dessau: Studierender Immatrikulationsnr. 129
    10.1926–27.11.1929: Grundlehre/Vorlehre, Baulehre, Bau-/Ausbauabteilung
    Bauhaus-Diplom (Nr. 6) der Bauabteilung am 27.11.1929

Arieh Sharon ging 1920 nach Palästina und wurde dort Gründungsmitglied des Kibbuz Gan Schmuel, an dessen Planung und Realisierung er sich bis 1926 beteiligte. Zum Wintersemester 1926 schrieb sich Sharon am Bauhaus Dessau ein und studierte dort bis 1929.
Sharon besuchte in Dessau den Vorkurs bei Josef Albers und László Moholy-Nagy und nahm am Unterricht von Wassily Kandinsky, Paul Klee und Joost Schmidt teil. Er gehörte zu den ersten Studenten der 1927 gegründeten Bauabteilung unter Hannes Meyer, wo er am 27. November 1929 sein Studium mit dem Bauhausdiplom Nr. 6 abschloss. Im selben Jahr heiratete er die Jungmeisterin und Leiterin der Weberei am Bauhaus, Gunta Stölzl, die Ehe wurde jedoch 1936 geschieden. Als Mitarbeiter in Hannes Meyers Berliner Baubüro war er in den folgenden zwei Jahren am Aufbau der Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) in Bernau beteiligt.
1931 kehrte Arieh Sharon nach Palästina zurück und eröffnete dort ein eigenes Architekturbüro. Sharon wurde Gründungsmitglied einer der ersten Gruppen avantgardistischer Architekten und trat dem Stadtplanungskomitee von Tel Aviv bei. In den folgenden Jahren plante er zahlreiche Kibbuzim und öffentliche Bauten und war damit maßgeblich am Aufbau des Landes Israel beteiligt.
Nach einigen Jahren als Dozent für Architektur am Technicon in Haifa bekleidete er zwischen 1948 bis 1953 das Amt des Direktors und Chefarchitekten der nationalen Planungsabteilung, die dem Büro des Premierministers unterstellt war. Im Auftrag des israelischen Staatsgründers David Ben Gurion erstellte Sharon 1949 einen Generalplan für ganz Israel, einschließlich der Negev-Wüste. Zusammen mit B. Idelson gründete er 1954 ein weiteres Architekturbüro und wurde noch im gleichen Jahr von den Vereinten Nationen zum Planungsexperten für Neu Dehli und Burma berufen. Für die Weltausstellung 1959 in Brüssel realisierte er den Architekturentwurf und die Innenarchitektur des israelischen Pavillons.
Arieh Sharon bekam zahlreiche Ehrungen und Ehrenmitgliedschaften, unter anderem war er Ehrenmitglied des Royal Institute of British Architects und erhielt 1963 die Goldmedaille des Mexikanischen Architekturinstitutes. 1965 wurde er zum Ehrenmitglied der Akademie der Künste in Berlin ernannt.