Erzbergwerk Rammelsberg

Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1935 — 1939
  • Architekt/in Fritz Schupp, Martin Kremmer

Gebäudetypologie

Industrie/Produktion

Auch bekannt als: Weltkulturerbe Rammelsberg

Am Rammelsberg bei Goslar befindet sich ein einzigartiges Denkmalensemble deutscher Bergbaugeschichte. Eindrücklich zeigen die Übertagebauten der UNESCO-Welterbestätte die Entwicklung moderner Industriebauten in der Zeit des Nationalsozialismus auf.

Modern und traditionell, funktional und monumental zugleich – die Übertagebauten am Rammelsberg sind von scheinbar gegensätzlichen Architekturelementen geprägt. Die Tagesanlagen, errichtet zwischen 1935 und 1939, zeigen beispielhaft die Entwicklung moderner Industriebauten in der Zeit des Nationalsozialismus auf. Erbaut wurde der Komplex nach Plänen von Fritz Schupp und Martin Kremmer. Er zählt zu den bedeutendsten Bauwerken der beiden Architekten, die mit ihrem Büro mehr als 70 Industrieanlagen realisierten und den Industriebau in Deutschland und darüber hinaus nachhaltig beeinflussten.

Die Bergbaugeschichte der UNESCO-Welterbstätte Rammelsberg, im Harz südlich von Goslar gelegen, reicht mehr als drei Jahrtausende zurück. Die Übertageanlagen von Schupp und Kremmer, die heute maßgeblich das Ensemble prägen, entstanden im Zuge der nationalsozialistischen Autarkiepolitik. Die Rohstoffwirtschaft des Deutschen Reiches sollte modernisiert und auf den Krieg vorbereitet werden.

Die Architekten der Übertageanlage hatten sich bereits zuvor mit dem Bau der Zeche Zollverein in Essen einen Namen gemacht. Ihre Übertagebauten am Rammelsberg verbinden konsequent funktionalistische Elemente mit regionalen Harzer Bautraditionen. In Stahlskelettbauweise errichtet, sind die Fassaden der Gebäude mit Natursteinen und Holzbeschlägen ausgestattet. Fachwerk trifft hier auf Funktionalismus.

Die Architekten bauten die Erzaufbereitungsanlage, die nicht nur in technischer sondern auch in architektonischer Hinsicht das Herzstück des Ensembles bildet, in den Berghang hinein. Alle weiteren Gebäude beziehen sich in ihrer Ausrichtung und Gestaltung auf die monumentale Aufbereitungsanlage. Bei einem Rundgang durch das Ensemble – angefangen vom Ehrenhof, über die Lohnhalle und die Kraftzentrale bis hin zur Erzaufbereitung – spiegeln zahlreiche gestalterische und konstruktive Details die Einflüsse moderner, regionaler und nationalsozialistischer Architekturelemente wider.

Im Bergwerk Rammelsberg wurde bis 1988 aktiv Erz gefördert. Heute befinden sich auf der Anlage des Weltkulturerbes Rammelsberg ein Museum und Besucherbergwerk.

Karte

Legende

  • UNESCO Weltkulturerbe

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

Weltkulturerbe Rammelsberg
Bergtal 19
38640 Goslar

Öffnungszeiten

  • Heiligabend : geschlossen
  • Silvester : geschlossen

Täglich von 9.00 - 18.00 Uhr (Okt. - März 9.00 - 17.00 Uhr)

Förderformel

Anfahrt mit dem ÖPNV:

Nächstgelegener Bahnhof der Deutschen Bahn: Bahnhof Goslar
Nächstgelegene Haltestelle ÖPNV (Bus, Straßenbahn o.ä.): Direkt vor dem Museumseingang

Förderformel

Das Weltkulturerbe Rammelsberg wird gefördert durch die Stadt Goslar und das Land Niedersachsen.

Weltkulturerbe Rammelsberg (Museum & Besucherbergwerk) / UNESCO World Heritage The Rammelsberg (mine and museum), (1936), Architekten / architects: Fritz Schupp, Martin Kremmer
Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com
Weltkulturerbe Rammelsberg (Museum & Besucherbergwerk) / UNESCO World Heritage The Rammelsberg (mine and museum), (1936), Architekten / architects: Fritz Schupp, Martin Kremmer
Weltkulturerbe Rammelsberg (Museum & Besucherbergwerk) / UNESCO World Heritage The Rammelsberg (mine and museum), (1936), Architekten / architects: Fritz Schupp, Martin Kremmer
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Weltkulturerbe Rammelsberg (Museum & Besucherbergwerk) / UNESCO World Heritage The Rammelsberg (mine and museum), (1936), Architekten / architects: Fritz Schupp, Martin Kremmer

Dieser Ort ist Teil der Tour:

Tour 1

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Photo: © Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com