AEG-Turbinenhalle

AEG-Turbinenhalle, Berlin
Michsel Day, Flickr, https://flic.kr/p/bKA6mZ, CC BY-NC 2.0;
AEG-Turbinenhalle, Berlin

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1908 — 1909
  • Architekt/in Peter Behrens

Erweiterung

  • Baujahr / Bauzeit 1939

Gebäudetypologie

Industrie/Produktion

Dieser herausragende Bau ist Teil des digitalen Vermittlungsformats „100 Jahre Architekturgeschichte zwischen 1900 und 2000“, das ab April 2019 auf dieser Webseite zugänglich sein wird. Der Ort ist nicht Teil der Grand Tour der Moderne und nicht zugänglich.

Die AEG-Turbinenhalle in Berlin-Moabit gilt als Schlüsselwerk moderner Industriearchitektur. Peter Behrens entwarf den tempelartigen Bau 1908/09 mit Unterstützung des Bauingenieurs Karl Bernhard. Eine neue Formensprache rückt die Konstruktion selbst in den Mittelpunkt: Große Fensterfronten, die Reduktion auf wenige Stilelemente und die durchgehende, von keinerlei tragenden Elementen unterbrochene Halle setzten neue Maßstäbe.

Seit 1907 war Peter Behrens als künstlerischer Berater bei der „Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG)“ angestellt. Vom Firmensignet über Werbematerialien und kleinere Produkte bis hin zu Ausstellungsbauten gestaltete er den Gesamtauftritt des Unternehmens und platzierte AEG als starke Marke auf dem Weltmarkt.

Im Auftrag von AEG-Gründer Emil Rathenau entstand 1908/09 eine neue Halle zur Fertigung von Dampfturbinen, die zugleich als Präsentationsraum dienen sollte. Während Peter Behrens für die Gestaltung zuständig war, verantwortete der Bauingenieur Karl Bernhard die Projektion der Tragwerke. Behrens griff bei seinem Entwurf nicht auf die Backsteingotik früherer Industriebauten zurück. In moderner Skelettbauweise schuf er eine auf Beton und Glas reduzierte, geradezu an einen Sakralbau erinnernde Architektur. Riesige Fensterfronten und abgerundete, zurücktretende Eckpfeiler verleihen dem Fabrikgebäude ungewöhnliche Transparenz. Ihre regelmäßige Reihung an der äußeren Fassade erinnert zugleich an die maschinelle Produktion im Inneren.

Die Fassade trägt neben dem Firmensignet den Schriftzug „Turbinenfabrik“, ansonsten verzichtete Behrens auf jegliche Dekoration. Das Funktionale selbst wird so zum eigenen ästhetischen Wert. Obwohl das repräsentative Gebäude nach außen massiv wirkt, verhüllen nur wenige Zentimeter dicke Betonwände das konstruktive Stahlskelett.

Seit 1956 steht die Turbinenhalle unter Denkmalschutz und wurde 1978 restauriert. Heute gehört das Werksgelände dem Siemens-Konzern. In der Turbinenhalle werden nach wie vor Großturbinen für Kunden auf der ganzen Welt hergestellt. [DB]

Förderformel


  • AEG am Humboldthain (Brunnenstrasse, Berlin)

    Im Wedding, zwischen Brunnenstraße, Gustav-Meyer-Allee, Voltastraße und Hussitenstraße erstreckte sich einst eines der größten Berliner Industriegelände: Das Werksgelände des Elektrokonzerns Allgemeine Electricitäts-Gesellschaft (AEG) am Humboldthain.

     

    Auch wenn heute nur nur noch Teile des ehemaligen Industriekomplexes erhalten sind, kann man seine einstige Bedeutung nachempfinden. Die denkmalgeschützte Gesamtanlage mit der beeindruckenden Montagehalle an der Hussitenstraße zeugt von der Bedeutung der Elektroindustrie für die Entwicklung Berlins.

     

    (Quelle: visitberlin.de)

AEG-Turbinenhalle in Berlin, Architektur: Peter Behrens, 1908–1909.
Bauhaus-Archiv Berlin
AEG-Turbinenhalle in Berlin, Architektur: Peter Behrens, 1908–1909.
AEG-Turbinenhalle, Berlin
Michael Day, Flickr, https://flic.kr/p/bKA7iR, CC BY-NC 2.0
AEG-Turbinenhalle, Berlin